Wenn draußen der Weg aufhört, fängt mit dem neuen Peugeot Partner Alpincamper 4×4 by Dangel das Abenteuer erst an. Mit einem hochwertigen und handwerklich sauberen Ausbau überzeugt der bayerische Camper-Umbau durch clevere Details und allem Komfort, den man unterwegs wirklich braucht: Das einst nackte Blech der mittleren Stellantis-Nutzfahrzeugbasis wird von Alpincamper mit durchdachter Isolierung und solider Dämmung im ersten Schritt auf Klimakomfort getrimmt, bevor der wohnliche Mix aus Teppich- und Filzverkleidung in Kombination mit den liebevoll ausgeführten Massivholzmöbeln für ein Mindestmaß an Wohnkomfort sorgt.

Der bayerische Wohnmobilausrüster Alpincamper hat den kleinen Peugeot Partner gut isoliert und wohnlich eingerichtet.
Die Längssitzbank im Heck verwandelt sich mit wenigen Handgriffen in ein komfortables Ausziehbett für zwei Personen, während auf der gegenüberliegenden Seite eine kleine Küche mit Kocher, Spüle und Kompressor-Kühlschrank bereitsteht. Alles auf engstem Raum, aber funktional und robust. Eine nette Idee ist das Hubdach, das schon vor Jahrzehnten in den ersten Bulli-Campern für Stehhöhe und mehr Licht im Innenraum sorgte, und auch im kleinen Alpincamper diese Aufgabe mit Bravour erfüllt. Man kann sich somit auch im kleinen Peugeot Partner bequem im Stehen umziehen. Die Standheizung sorgt für Wohlfühlklima und der Lithium-Zweitakku mit Solarmodul für autarke Energie.
Elektromotor an der Hinterachse
Autarkie ist für den kleinen Camper ein wichtiges Thema, denn die eigentliche Besonderheit des Alpincamper 4×4 steckt unter dem Blech: Der elektrische Allradantrieb. Das Herzstück ist die brandneue 4WD-Technik des französischen Spezialisten Dangel, die über ein Drehrad im Cockpit gesteuert wird. Im Automatik-Modus regelt die Elektronik den Allradantrieb völlig selbstständig: Sobald die Sensoren Schlupf erkennen, schaltet sich der E-Motor an der Hinterachse in Millisekunden dazu.
Wer es darauf anlegt, kann im „Low“-Modus per Untersetzung echtes Offroad-Gefühl erleben. Hier greift der Zusatzantrieb dem lediglich 96 kW (131 PS) starken Dieselmotor mit bis zu 1600 Nm Drehmoment unter die Arme. Perfekt für steile Alpenpässe, schlammige Waldwege oder das Ziehen eines Anhängers auf matschigen Wiesen. Das ESP wurde speziell angepasst und sorgt dafür, dass die Traktion auf allen Vieren auch im kritischen Grenzbereich berechenbar bleibt.

Im Automatik-Modus regelt die Elektronik den Allradantrieb völlig selbstständig: Sobald die Sensoren Schlupf erkennen, schaltet sich der E-Motor an der Hinterachse in Millisekunden dazu. Im „Low“-Modus kann der Fahrer echtes Offroad-Gefühl erleben.
Der Clou: Während bei klassischen Allradsystemen die Kraft mechanisch über ein Verteilergetriebe zwischen den Achsen verteilt wird, setzt Dangel auf einen völlig autark angesteuerten Niedervolt-Elektromotor für die Hinterachse. Die 48V-Architektur besteht dabei aus dem 4×4-Motor mit Getriebe an der Hinterachse, einer LFP-Batterieeinheit mit 4,8 kWh Kapazität, der Steuereinheit und einem DC-DC-Spannungswandler. Denn extern geladen werden muss der E-Allradler nicht.
Umbau für 12.000 Euro – plus Fahrzeug
Die gesamte Technik bleibt eigenständig. Die Batterie lädt sich über Rekuperation und Lichtmaschine des 1,5-Liter-Dieselmotors an der Vorderachse. Das bewährte Selbstzünder-Triebwerk überzeugt mit moderatem Verbrauch und langstreckentauglicher Ruhe. Kombiniert werden kann es in der 4×4-Ausführung ausschließlich mit einem Achtgang-Wandlerautomaten, der im Alltag und auf Reisen entspanntes Cruisen ermöglicht.

Der französische Allrad-Spezialist hat einen Niedervolt-Elektromotor an das Hinterachsdifferential gepackt und mit einer 4,8 kWh großen Batterie verbunden, um den Peugeot Partner bei Bedarf mit Allradantrieb aus dem Dreck zu ziehen. Fotos: Fabian Mechtel
Der Umbau auf den Allradantrieb bringt außerdem eine Erhöhung der Bodenfreiheit um 90 Millimeter mit sich, sowie robuste Schutzbeplankung unter dem Fahrzeug, dass die wichtigsten Aggregate vor teuren Aufsetzern bewahrt. Die 150 Kilogramm Mehrgewicht bleiben fahrdynamisch kaum bemerkbar. Die fast 12.000 Euro Aufpreis für den Gesamtumbau indes schon. Diese addieren sich zu den 45.749 Euro für den Basiscamper mit 131-PS-Dieselmotor und Hubdach.
Wer seine kleinen Campingabenteuer auch ohne Allrad absolvieren kann, der wird bei Alpincamper mit dem 110-PS-Benziner ab 38.999 Euro fündig. Für die Umrüstung sind alle Stellantis Pro One-Modelle neben dem Peugeot Partner tauglich, also auch der Citroën Berlingo, Fiat Doblò, Opel Combo Cargo und der Toyota Proace City.