Droht der deutschen Elektromobilität der nächste Rückschlag? Nach dem abrupten Ende der Kaufprämien wackelt nun angeblich auch die im Koalitionsvertrag versprochene Kfz-Steuerbefreiung für Elektroautos. Grund: Das Finanzloch im Bundeshaushalt von rund 30 Milliarden Euro. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) ließ jüngst durchblicken, dass auch Steuererhöhungen nicht ausgeschlossen sind. Damit könnte nach einem Bericht der FAZ die geplante Verlängerung der Steuerbefreiung bis 2035 auf der Kippe stehen – aktuell gilt sie nur noch für Elektroautos, die bis Ende 2025 erstmals zugelassen werden.
Derzeit sind batterieelektrische Fahrzeuge in Deutschland nur noch bis Ende 2030 komplett von der Kfz-Steuer befreit. Ab 2031 oder nach Ablauf dieser Frist soll nach bisheriger Planung eine gewichtsbasierte Steuer greifen, die aber niedriger sein soll als bei konventionell angetriebenen Pkw. Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD war deshalb vereinbart worden, die Steuerbefreiung bei Elektroautos, die noch in diesem Jahr neu zugelassen werden, noch bis 2035 zu verlängern. Aber auch dieser Beschluss steht wie schon die ursprünglich geplante Senkung der Stromsteuer für alle nun unter einem Finanzierungsvorbehalt.
Für Autohäuser und potenzielle Elektroauto-Käufer ist die Lage fatal: Die fehlende Planungssicherheit sorgt für Kaufzurückhaltung. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) fordert deshalb von der Politik endlich Klarheit. „Unsere Betriebe brauchen Verlässlichkeit. Ohne neue Impulse wird es keine Trendwende geben“, warnt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn.
Boom dank Eigenzulassungen – keine echte Nachfrage
Dass die Zulassungszahlen von Elektroautos zuletzt deutlich stiegen, ist laut ZDK in Wahrheit ein Scheinerfolg. Denn die Nachfrage von Privatkunden schrumpfe seit zwei Jahren, auch die gewerblichen Zulassungen stagnieren. Allein die Eigenzulassungen von Herstellern und Händlern lassen die Statistik nach oben schnellen – im ersten Halbjahr 2025 mehr als doppelt so viele wie zwei Jahre zuvor. Ohne diese „Tageszulassungen“ mit anschließenden Rabattschlachten wäre der Markt längst im Minus.

Eigenzulassungen von Elektroautos durch Handelsbetriebe haben nach Darstellungen des ZdK im ersten Halbjahr ganz wesentlich den Markt getrieben. Die Neuzulassungen der Stromer auf Privatkunden sei hingegen um fast zehn Prozent gesunken. Grafik: ZdK
Das Problem: Der offizielle Boom täuscht über die Realität hinweg. „Was als Erfolg verkauft wird, ist oft nur das Ergebnis taktischer Manöver – nicht echter Kundennachfrage“, so Peckruhn. Besonders private Käufer halten sich zurück, weil Förderung und Steuervergünstigungen fehlen und Strompreise hoch bleiben.
Industrie und Händler schlagen Alarm
Auch die Automobilindustrie wird zunehmend ungeduldig. VDA-Präsidentin Hildegard Müller betont, dass es inzwischen über 100 Elektromodelle deutscher Hersteller gebe – jetzt müsse die Politik liefern. Verbraucher bräuchten dringend Planungssicherheit, sonst bleibe der Absatz hinter den Erwartungen zurück.
Die Folge: Das Ziel der früheren Bundesregierung, bis zum Jahr 2030 rund 15 Millionen Elektroautos auf die Straße zu bringen, rückt in immer weitere Ferne. Ende Juni waren in Deutschland nicht einmal zwei Millionen rein batterieelektrische Pkw zugelassen.
Autohandel fordert breitangelegte Förderung
Eine aktuelle ZDK-Umfrage unter 500 Autohäusern und Kfz-Betrieben zeigt zudem: Vier von fünf Unternehmen halten die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung für unzureichend. Viele Betriebe blicken pessimistisch auf das zweite Halbjahr. Besonders größere Händler fürchten Umsatzrückgänge, weil Neuwagenverkäufe ins Stocken geraten. Auch bei Gewerbekunden, auf deren Konto die meisten Neuzulassungen von Elektroautos gehen.
Peckruhn fordert daher gezielte Anreize für private Käufer – etwa niedrigere Strompreise, steuerliche Vorteile und eine echte Entlastung bei Ladeinfrastrukturkosten. Ohne eine „breitangelegte Förderung, die den Namen verdient“, gerate die Antriebswende ins Hintertreffen.
Ad-hoc müsste und muss günstiger oder zumindest nicht teurer als Karten-/App-laden sein, denn es entfällt das ganze Karten- und App-Gelürch (Programmierung, Herstellung, Vermarktung, etc.)
Der Preis der Fahrzeuge ist immer noch zu hoch, das sieht man gut am neuen CLA. Tolles Fahrzeug, aber bei den Preisen braucht es Rabatte.
Ich würde folgende Maßnahmen machen:
Stromsteuer, Blockier- und Minutengebühren verbieten, Preis muss klar ausgezeichnet und an eine zentrale Stelle gemeldet werden, Atoc darf nicht extrem teurer sein als mit App oder Tarif und mehr AC Säulen im öffentlichen Raum. In meiner Stadt gibt es viel zu wenige und der Preis ist extrem hoch.