Der Essener Kraftwerksbetreiber RWE Generation will im niederländischen Limburg Wasserstoff aus Reststoffen erzeugen. Das Projekt mit dem Namen FUREC (Fuse Reuse Recycle) setzt dabei vor allem auf Haushaltsmüll aus
der Umgebung, der das Erdgas im Produktionsprozess ersetzen soll.

Der Wasserstoff solle vor allem im Chemiepark Chemelot zum Einsatz kommen und die dortigen Produktionsprozesse nachhaltiger gestalten, teilte RWE Generation mit. Perspektivisch ließe sich dieser aber nicht nur lokal vermarkten, sondern über Pipelines auch in Richtung Rotterdam oder Ruhrgebiet transportieren.

200 Millionen Kubikmeter weniger Erdgas

Im ersten Schritt soll eine Anlage entstehen, die die Reststoffe zu Rohstoff-pellets verarbeitet. Eine weitere Anlage im Industriepark Chemelot wandelt die Pellets dann in Wasserstoff um. Abnehmer für den Wasserstoff könnte unter anderem der ansässige Düngemittelhersteller OCI N.V. werden, laut eigenen Angaben steht RWE bereits mit dem Unternehmen in Verhandlung.

„Für die chemische Industrie bietet Wasserstoff enorme Chancen, den Produktionsprozess von Rohstoffen nachhaltiger zu gestalten“, kommentierte Roger Miesen, CEO der RWE Generation. Andere Experten hatten sich zuvor bereits in ähnlicher Weise geäußert. So soll durch die neue Technologie der Erdgasverbrauch des Industrieparks insgesamt um
mehr als 200 Millionen Kubikmeter im Jahr sinken, was rund 380.000
Tonnen CO2 eingesparen würde. Das bei der Wasserstoffproduktion entstehende CO2 ließe sich abtrennen und speichern oder möglicherweise auch als Rohstoff nutzen, hieß es weiter.

„Es gibt keinen unbrauchbaren Abfall“

Das Projekt bilde aber auch einen wichtigen Schritt der Provinz Limburg auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaft mit nachhaltigen Wert-schöpfungsketten. „Wir wollen mit dem Chemelot Circular Hub das erste Zentrum für Kreislaufwirtschaft in Europa werden, in dem über nachhaltige chemische Prozesse Stoffe und Produkte entstehen, die dringend gebraucht werden“, erklärte Ruud Burlet, Provinzialdirektor der Provinz Limburg. Das solle sowohl auf biologischer Basis geschehen als auch unter Wiederverwendung vorhandener Materialien.

„Es gibt keinen unbrauchbaren Abfall“, so Burlet weiter. Limburg ist zudem Teil der Wasserstoff-Infrastruktur, welche die Gasunie-Tochter „Gasunie Waterstof Services“ derzeit aufbaut. Bis 2030 will sie die Industrieregionen Zeeland, Maasvlakte (Rotterdam), Noord-Holland, Limburg und Groningen (Eemshaven) darüber vernetzen.

RWE rechnet 2022 mit einer endgültigen Investitionsentscheidung für das Wasserstoff-Projekt in den Niederlanden. Bis dahin seien noch Einzelheiten zu klären, wie unter anderem die Prüfung des Gewerbegebiets Zevenellen (Leudal) als möglichen Standort für die Umwandlung der Reststoffe in Rohstoffpellets.

In Kooperation mit dem Branchendienst energate.

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