Die neue staatliche Förderung für Elektroautos wird nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilt, sondern ist an ganz klare Bedingungen geknüpft. Daher zunächst einmal die Grundlagen – soweit sie bislang bekannt sind. An den Ausführungsbestimmungen wird im Bundesumweltministerium gerade noch gearbeitet.
Die Höhe des Bonus richtet sich diesmal nicht nach dem Fahrzeugmodell und dessen Preis, sondern aus sozialen Gründen diesmal nach dem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen – und danach, ob Kinder unter 18 Jahren im gemeinsamen Haushalt leben. Förderberechtigt sind allein Privathaushalte mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen von maximal 80.000 Euro. Mit zwei, noch nicht volljährigen Kindern erhöht sich die Fördergrenze auf maximal 90.000 Euro.
Entscheidend ist außerdem das Datum der Erstzulassung des neuen Voll- oder Teilzeitstromers: Förderfähig sind E-Autos, die ab dem 1. Januar 2026 per Kauf oder Leasing neu zugelassen wurden. Der Antrag erfolgt über ein Online-Portal, das voraussichtlich wie schon beim früheren Umwelt-Bonus bei der Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und soll „voraussichtlich“ im Mai dieses Jahres starten: Die Software für das Online-Portal muss noch geschrieben werden.

Der vollelektrische Dolphin Surf ist mit einem Basispreis von 22.990 Euro in Deutschland schon ganz regulär ein günstiges Angebot. Aktuell gibt es ihn bereits für 12.990 Euro – mit der staatlichen E-Auto-Prämie werden daraus 6.990 Euro. Foto: BYD
Wegen der fehlenden Ausführungsbestimmungen könnte sich der Prozess also noch verzögern. Die Förderung gilt allerdings rückwirkend – da muss sich also niemand Sorgen machen, leer auszugehen und am Ende den vollen Kaufpreis aus der eigenen Tasche zahlen zu müssen. Bei reinrassigen Stromern reicht die Fördersumme von 3.000 bis zu 6.000 Euro. Bei Plug-in-Hybriden beziehungsweise Fahrzeugen mit Range Extender sind 1.500 bis maximal 4.500 Euro drin.
Einige Autohersteller zahlen eigene E-Prämien
Und es gibt unter Umständen noch mehr. Denn einige Autohersteller haben eine eigene E-Auto-Förderung gestartet und gewähren Privatkunden aktuell Preisnachlässe bei Kauf oder Leasing eines Elektroautos von mehreren tausend Euro. Hier ein Überblick – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Volkswagen
VW koppelt seine Zusatzprämie an die ID.-Familie und gewährt einen Preisnachlass von bis zu 5.000 Euro für ID.-Neuwagen, der sofort beim Kauf gewährt wird. Der Preisnachlass gilt vorerst bis zum 31. März. Die staatliche Förderung kommt, falls die Voraussetzungen erfüllt sind, zusätzlich obendrauf. Beim VW ID.3 bis zum ID.5 gewährt VW einen Nachlass von 4.000 Euro, beim ID.7 beträgt der Nachlass sogar 5.000 Euro.
Seat / Cupra
Seat ergänzt die staatliche Förderung mit einer eigenen Seat „e-HYBRID“-Prämie von 1.500 Euro ebenfalls bis Ende März des Jahres. Und auch hier unabhängig von der staatlichen Unterstützung. Das Programm betrifft allerdings allein den Seat Leon e-Hybrid (PHEV). Die Prämie wird als Aktionsbonus direkt bei der Rechnungsstellung beziehungsweise in der Leasingratenkalkulation abgezogen. Für den vollelektrischen Cupra Born und den Cupra Tavascan hingegen gibt es keine explizite Sonder-Förderung – die Gewinnspannen lassen es wohl nicht zu.
Škoda
Anders sieht es bei Škoda aus. Die tschechische VW-Tochter gewährt den Škoda „E-XTRA“-Bonus als individuellen Nachlass sowohl für den Elroq wie für den Enyaq, das Enyaq Coupé sowie ausgewählte Plug-in-Hybride. Allerdings nur bei speziellen Händlern – aber auch hier unabhängig vom staatlichen Zuschuss. Eine einheitliche Bonus-Tabelle für Kunden gibt es nicht; stattdessen verweist Škoda auf unverbindliche Beispielrechnungen, in denen der E-XTRA-Bonus als Prozentsatz vom Fahrzeugpreis (UVP) abgezogen wird. Je nach Modell liegen diese Werte im zweistelligen Prozentbereich, so dass sich unterm Strich Nachlässe von mehreren tausend Euro ergeben können.

Der Absatz des Ford Explorer lahmte bislang in Deutschland. Mit einem Bonus in Höhe von 5000 Euro versuchen die Kölner die Nachfrage nach dem Vollstromer auf VW-Basis den Absatz nun anzukurbeln. Foto: Rother
Ford
Mit einem „Ford-Bonus“ in Höhe von 5000 Euro versucht der Kölner Autobauer die Nachfrage nach seinem vollelektrischen Modellen Explorer, Capri, Puma und Mustang Mach E sowie nach dem Kuga PHEV zu stimulieren. Gewährt wird der Preisnachlass auch Kunden, die wegen eines zu hohen Einkommens von der staatlichen Förderung nicht profitieren.
Opel
Opel setzt weniger auf Bares auf der Haube und mehr auf einen greifbaren Gegenwert: Für Privatkunden gibt es bei der Opel-Aktion „Electric All In“ beim Kauf eines vollelektrischen Opel-Pkw (ausgenommen Rocks Electric) bis zum 31.März eine eProWallbox Move im Wert von 649 Euro kostenlos dazu.
Nissan
Nissan führt konkrete Modelle auf und addiert den „hauseigenen „Nissan-Bonus“ zur staatlichen Förderung. Als förderfähige BEV nennt der japanische Hersteller ausdrücklich den Micra, Leaf, Ariya sowie den Townstar EV Kombi. Das ‚Hersteller-Plus‘ steckt bei Nissan in den Angebotskalkulationen: Beim Ariya etwa weist der Automobilhersteller einen Rabatt von 6.958 Euro aus. In der Topversion ist sogar ein Preisnachlass von bis zu 8500 Euro drin. Die staatliche Förderung kommt, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, zusätzlich dazu.
Citroën
„Wir verdoppeln die staatliche Förderung“, kündigt der französische Autobauer an. Citroën gewährt zusätzlich zur staatlichen Förderung eine eigene Prämie, die von 3.000 Euro bis 6.000 Euro reichen kann. Der Hersteller koppelt seinen Bonus an die gleichen Nachweise wie bei der staatlichen Förderprämie. Das bedeutet: Hat man Anspruch auf 6.000 Euro, gibt Citroën weitere 6.000 Euro Nachlass – also im Idealfall bis zu 12.000 Euro. Gewährt der Staat 4.000 Euro, legen die Franzosen noch einmal 4.000 Euro drauf.

26.490 Euro kostet das Basismodell des Citroën e-C3 Aircross regulär. Mit der staatlichen Förderung und der Stütze des Herstellers könnte der Preis des City-SUV für Familien mit zwei minderjährigen Kindern bis auf unter 15.000 Euro sinken. Foto: Citroën
Renault
Renault wirbt mit der staatlichen Elektroprämie – und legt als eigene Aktion vor allem ein (befristetes) Lade-Guthaben von 400 bis 500 Euro je nach Modell sowie Aktions-Leasingkonditionen über die hauseigene Mobilitäts- und Dienstleistungsdivision Mobilize obendrauf. Weitere Angebote, die auch hier am 31. März enden, sind günstigere Leasing- beziehungsweise Finanzierungsraten. Einen zusätzlichen Preisnachlass in Euro bieten die Franzosen jedoch bislang nicht.
Tesla
Tesla knüpft das Thema an den Auto-Konfigurator. Somit ist es auch bei den Amerikanern eine Kombination aus staatlicher- und Hersteller-Förderung. Beispiel Model Y: Der Vollstromer aus Brandenburg ist laut Tesla für die staatliche E-Auto-Förderung von bis zu 6.000 Euro berechtigt – und zusätzlich winkt beim Long Range-Modell mit Hinterradantrieb ein „Tesla Bonus“ von maximal 3.000 Euro. Vorausgesetzt, das Fahrzeug wird sofort bestellt und bis Ende März ausgeliefert. Beim Model 3 (aus China) findet man aktuell nur den Passus: „Bestimmte Modelle sind für die staatliche E-Auto-Förderung von bis zu 6.000 Euro berechtigt.“
Kia/Hyundai
Kia macht es ähnlich und installiert den Bonus nicht mit einer fixen Zuzahlung, sondern über günstige Leasing- und Finanzierungsangebote in einer „Fast Start“-Aktion. In der Praxis werden die hohen Leasingsonderzahlungen oft als Puffer für die Förderung beziehungsweise als Anzahlung genutzt. Bei der Schwestermarke Hyundai läuft es ähnlich. Allerdings sind auch dort die Sonderkonditionen bislang bis zum 31. März 2026 befristet.
BMW, Audi und Mercedes
BMW weist keinen pauschalen Euro-Rabatt aus. Die zusätzliche Preiswirkung läuft bei den Münchnern in der Praxis über bis Ende März 2026 befristete Leasingangebote. Die Konkurrenz aus Ingolstadt agiert ähnlich. „Etwaige Rabatte beziehungsweise Prämien sind im Angebot bereits berücksichtigt“, heißt es auf der Audi-Homepage. Noch restriktiver handelt Mercedes. Der Sternen-Hersteller bietet bis zum 31. März 2026 lediglich einen Jubiläumszins von 1,40 Prozent – auf ausgewählte Modelle mit konventionellem Antrieb.
Peugeot
Bei Peugeot ist es bei BEV-Neuzulassungen ebenfalls eine Doppelstrategie aus Staat und eigenem Rabatt. Die Franzosen geben je nach Modell und Angebot einen eigenen Preisvorteil dazu. Beim Anschaffungspreis ist der Peugeot „Elektrobonus“ von 5.000 Euro bereits berücksichtigt. Je nach Ausstattung kann er variieren.
Fiat
Fiat setzt ebenfalls auf eine Kombination aus Staat und eigenem Angebot. Die Italiener lancieren ihre Elektro-Deals als Aktions-Leasing (privat) und nutzen dazu den staatlichen Elektrobonus. Die Leasingsonderzahlung wird im Angebot exakt auf typische Förderstufen gesetzt. Beim Fiat 500 Elektro und beim Grande Panda Elektro sind es beispielsweise 5.000, 4.000 oder 3.000 Euro. Die Logik ist bekannt: Die Leasingsonderzahlung kann bis zum 31. März durch die staatliche Förderung von bis zu 6.000 Euro ganz oder teilweise übernommen werden.
BYD
Der chinesische Autobauer BYD kann nicht aus seiner Haut und verspricht einen eigenen „E-Bonus“ von bis zu 21.000 Euro für seine Batterieautos und Plug-in-Hybride – zusätzlich zur staatlichen Förderung. Diese effektheischende Summe ist allerdings modellabhängig, greift bei teuren Autos wie dem E-SUV Tang (75.000 Euro) und gilt im Aktionszeitraum bis zum 31. März nur bei teilnehmenden BYD-Händlern. Ein konkretes Beispiel ist der BYD Dolphin Surf mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 22.900 Euro. BYD bietet ihn für 18.900 Euro an. Kommen dann noch 6.000 Euro Staatsförderung dazu, kostet der kleine Stromer nur noch 12.900 Euro.
Darum legen die Automobil-Hersteller drauf
Die Frage lautet, warum die Autobauer Ende März den Schlussstrich ziehen? Viele Hersteller-Prämien enden am 31. März, weil der Staat zwar eine Förderung verspricht, aber das Geld erst später beantragt werden kann. Wie gesagt, voraussichtlich erst ab Mai 2026. Kunden, die abwarten, bis die Ausführungsbestimmungen stehen und die Online-Plattform freigeschaltet ist , würden die Hersteller vor Probleme stellen. Dabei geht es um die Produktion, die Logistik und natürlich um die Finanzen. Stichwort: Cashflow. Deshalb bieten die Hersteller eine zeitlich begrenzte „Brücken“-Prämie an, um Kosten und Stückzahlen zu kontrollieren.
Die Aktionen werden sicher neu kalkuliert werden, sobald die Details der staatlichen Förderung endgültig feststehen. „Während die komplexen Bedingungen der neuen staatlichen E-Auto-Prämie des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) noch diskutiert werden, schafft Ford Fakten“, lässt der Kölner Autobauer verlauten. Christoph Herr, Managing Director Ford Deutschland, Österreich und der Schweiz, fasst zusammen: „Wir wollen nicht, dass unsere Kunden erst komplizierte Tabellen studieren müssen, um zu wissen, ob sie sich ein Elektroauto leisten können“, sagt er. „Unser Versprechen lautet: 5.000 Euro Bonus für alle.“