Unternehmensflotten in Europa reduzieren ihren Dieselanteil in rasantem Tempo und senken damit deutlich ihre CO₂-Emissionen. Das zeigt das neue „Fleet Sustainability Ranking 2025“ (pdf) des Mobilitätsdienstleisters und Leasinganbieters Ayvens. Während einige Branchen bereits beachtliche Elektroanteile in ihren Fuhrparks erreichen, kommen andere erst langsam in Fahrt. Besonders stark: Die Bauindustrie und der Finanz- und Dienstleistungssektor, die inzwischen klar die nachhaltigste Flottenstrategie verfolgen.
Finanzbranche vorn – Bauindustrie überraschender Aufsteiger
An der Spitze des Nachhaltigkeitsrankings steht nach der Studie erneut der Finanz- und Dienstleistungssektor. Er weist 2024 den niedrigsten Anteil neu zugelassener Dieselfahrzeuge sowie die geringsten CO₂-Emissionen auf. Für die größte Dynamik sorgt jedoch das Bauwesen: Innerhalb von zwei Jahren sank der Dieselanteil der Neuwagen hier von 35 auf nur noch 12 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge am Fuhrpark auf 39 Prozent – ein Rekordwert im Branchenvergleich.

Seit 2022 ist europaweit der Anteil der Batterieautos an den gewerblichen Fuhrparks deutlich gestiegen. Führend ist bei der Antriebswendedie Baubranche. Im Gesundheitswesen und in der Konsumgüterbranche gibt es großen Nachholbedarf. Grafik: Ayvens
Auch die Energie- und Chemiebranche holt stark auf. Sie zeigt mit rund 30 Prozent weniger CO₂-Emissionen seit 2022 die stärkste Reduktion aller untersuchten Sektoren. Die Technologiebranche wiederum hat ihren Elektroanteil in kurzer Zeit mehr als verdoppelt und reduziert Diesel und Benzin konsequent.
Fortschritt mit Lücken
Obwohl fast alle Branchen ihren Dieselanteil senken, verläuft die Elektrifizierung keineswegs überall im Gleichschritt. In der Schweiz, Griechenland und besonders in der Tschechischen Republik steigt der Dieselanteil bei Flotten einiger Unternehmen sogar wieder an. Besonders deutlich zeigt sich das im Finanz- und Dienstleistungssektor der Tschechischen Republik: Dort kletterte der Dieselanteil neu zugelassener Firmenwagen von 5 Prozent im Jahr 2022 auf 26 Prozent im Jahr 2024. Auch in Deutschland halten sich die Selbstzünder in den Fuhrparks großer Unternehmen hartnäckig. In einigen Branchen betrug ihr Anteil an der Flotte im vergangenen Jahr immer noch bei rund 60 Prozent – während sie etwa in den Niederlanden beinahe vollständig aussortiert wurden.
Dekarbonisierung als Pflichtprogramm
Der Straßenverkehr ist für rund ein Viertel der EU-weiten CO₂-Emissionen verantwortlich. Für Unternehmen ist die Elektrifizierung ihrer Flotten daher einer der wirkungsvollsten Hebel, um die Klimaziele zu erreichen – und gleichzeitig die Betriebskosten zu senken. Trotzdem geht in einigen Ländern die Antriebswende in den Firmen-Fuhrparks noch schleppend voran – auch in Deutschland. Dabei sind inzwischen sind – abhängig von der Branche und dem Einsatzzweck – Elektroquoten von fast 40 Prozent durchaus machbar.