Der Markt für Ladeinfrastruktur ist stark im Wachstum – auch bedingt durch zahlreiche Konjunkturprogramme gegen die Coronakrise. Die Strategieberatung Arthur D. Little rechnet bis 2030 mit einem Anstieg des Marktvolumens in Europa auf 36 Milliarden Euro. Im Vergleich zu 2021 wäre das eine Versiebenfachung, heißt es in einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens. Dies basiert auf der Annahme, dass bis zum Jahr 2030 in Europa rund 40 Millionen Elektroautos über die Straßen rollen werden. Ab dann würde außerdem jedes neu verkaufte Auto von einer Batterie angetrieben, so die Prognose. Die Analyse bezieht sich auf die EU-Staaten sowie die Schweiz, Norwegen und Großbritannien.

Die Autoren von Arthur D. Little bescheinigen der Coronakrise und der dadurch ausgelösten Förderprogramme für E-Mobilität eine spürbar beschleunigende Wirkung. „Ohne die Fördermaßnahmen wären bis 2030 lediglich 33 Millionen E-Fahrzeuge zu erwarten.“

Laden eines Elektroautos an einer Ladestation von Webasto Das Geschäft mit Wallboxen zum Laden von Elektroautos boomt dank staatlicher Förderung. Bei Webasto denkt Spartenchefin Anna-Lena Majer schon weiter. An Laderoboter, höhere Ladeleistungen und vollvernetzte Ladepunkte. Laden

Der einsetzende Hochlauf der Batteriefahrzeuge sorgten im Markt für Ladeinfrastruktur bereits für Bewegung. „Schon heute versucht eine Vielzahl von Wettbewerbern, sich Anteile in diesem Wachstumsmarkt zu sichern: Von Hardware-Providern,
Automobilherstellern über Energieriesen bis hin zu den Versorgern“, so die Autoren.

Gute Geschäfte mit Ladekabel und Wallboxen

Der Prognose von Arthur D. Little zufolge wird vor allem das Geschäft rund um die Ladeinfrastruktur deutlich zulegen. Für 2030 lautet hier: Der Verkauf von Hardware wie Kabel, Wallboxen oder Stromzählern sowie die Installation der Ladevorrichtungen mache künftig fast die Hälfe der Marktumsätze aus – und zwar 15,7 Milliarden Euro.

Die Herausforderung für Anbieter von Hardware liege künftig vor allem darin, mit der Schnelligkeit der Innovationen mitzuhalten. Der Netzbetrieb und die Energiebereitstellung werden laut der Analyse im Jahr 2030 hingegen nur 25 Prozent der Nettoumsätze im E-Mobilitätsmarkt ausmachen.

Auch Full-Service-Leistungen können der Studie zufolge mit einer hohen Nachfrage rechnen. Derzeit sei die Anzahl dieser Anbieter noch beschränkt, in den kommenden Jahren werde der Wettbewerb aber deutlich zulegen. Im Bereich der Software-Anbieter würden künftig hingegen weiterhin einige wenige Player dominieren. Studienautor Alexander Krug ist überzeugt: In allen Bereichen werden nur jene Wettbewerber auf Dauer bestehen, die frühzeitig Skaleneffekte für sich nutzen können. Das erfordere ein schnelles Handeln.

„Die Unternehmen sind angehalten, sich entlang der Wertschöpfungskette Schlüsselrollen zu sichern. Dabei sollten sie sich nicht nur auf einzelne Punkte der Wertschöpfung fokussieren“, so Krug.

In Kooperation mit dem Branchendienst energate.
Artikel teilen

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.