Das Goodwood Festival of Speed ist der Ort, an dem sich Legenden treffen. Dass MG hier seine neuesten Konzepte präsentiert, ist eine Ansage: Man verbindet stolz das sportliche britische Erbe mit knallharter E-Mobilität. Im Zentrum standen in diesem Jahr zwei Studien, der MG GO! und das MG Cyber Concept, die einen direkten Ausblick auf zwei Neuheiten der Modelljahre 2027 und 2028 gaben.

Der MG GO! ist das, was die Community seit langem fordert: Ein kompakter, vollelektrischer Hatchback im B-Segment. Entwickelt unter der Leitung von Design Director Carl Gotham im Londoner MG Design Centre, zitiert das Concept den klassischen MGB GT. Aber keine Sorge, es wird kein reines Retro-Projekt. Das Design ist modern, athletisch und bereit für die urbane Welt. „Mit MG GO! wollten wir etwas Kompaktes und Zeitgemäßes schaffen, das aber auch warm, ausdrucksstark und sofort sympathisch ist“ erklärte Gotham das Konzept. Für ist der GO! „eine Verkörperung all dessen, was wir an der Marke MG bewundern.“

Kampfansage
Das Konzeptauto MG GO! gibt einen Ausblick auf den MG2, der ab 2027 unter anderem gegen den vollelektrischen Renault 5 sowie den ID.2 von Volkswagen antreten wird, zu Preisen zwischen 20.000 und 25.000 Euro - vermuten wir mal. Fotos: MG
Kampfansage
Das Konzeptauto MG GO! gibt einen Ausblick auf den MG2, der ab 2027 unter anderem gegen den vollelektrischen Renault 5 sowie den ID.2 von Volkswagen antreten wird, zu Preisen zwischen 20.000 und 25.000 Euro – vermuten wir mal. Fotos: MG

Obwohl der „Goodwood-Look“ mit Zentralverschluss-Felgen und aggressivem Aero-Kit eher für die Show optimiert wurde, steht die Basis für die Serienversion eines elektrischen Kleinwagens, der voraussichtlich als MG2 auf den Markt kommt und die Modellpalette der Marke nach unten abrunden wird. Ein entscheidender technischer Clou findet sich dann wohl unter der Haube: Es gibt starke Anzeichen, dass MG hier auf Antriebsbatterien mit einem Semi-Feststoffelektrolyt setzt. Das würde eine kleine Revolution bedeuten und den Käufern einige Vorteile biete: Höhere Leistungsdichte bei niedrigem Ladestand, bessere Temperaturstabilität und massiv verkürzte Ladezeiten. Technische Details zu Antrieb und Energiespeicher wurden in Goodwood allerdings noch nicht genannt.

MG Cyber Concept: Das neue Flaggschiff

Während der GO! den urbanen Markt adressiert, schlägt das Cyber Concept ein deutlich größeres Kapitel auf. Als konzeptionelles Flaggschiff der Marke im D-Segment dient die Studie als Vorbote einer neuen Design- und Produktstrategie. Die Formensprache schlägt dabei eine direkte Brücke zum elektrischen Roadster MG Cyberster, der mit über 500 PS die aktuelle Leistungsspitze des Portfolios markiert.

Kraftsportler
Mit dem Cyber Concept zielt SAIC-Chefdesigner Jozef Kabaň darauf ab, die sportliche Tradition von MG in ein vollelektrisches SUV-Format zu übersetzen. Das sportliche Crossover soll 2028 nach Europa kommen

Entwickelt unter der Ägide von Jozef Kabaň, dem Vice President des Global Design Center von SAIC Motor, zielt das Cyber Concept darauf ab, die sportliche Tradition von MG in ein vollelektrisches SUV-Format zu übersetzen. Dabei geht es weniger um reines Retro-Design, sondern um eine markante, eigenständige Identität, die bei Kunden eine emotionale Bindung auslösen soll.

Technisch ist das Modell für ein breites Einsatzspektrum konzipiert – vom effizienten Pendeln in der Stadt bis hin zur souveränen Langstreckentauglichkeit. Ein Serienstart des sportlichen Crossovers wird nicht vor 2028 erwartet, doch die Studie gibt bereits einen klaren Vorgeschmack darauf, wie MG die obere Mittelklasse künftig mit Dynamik und hoher Funktionalität besetzen will.

Mehr als nur Hardware: KI und Autonomie

MG lässt die Muskeln spielen – auch abseits der Karosserie. Mit einer „Future Motion Show“ in London hatte der chinesische Konzern zuvor demonstriert, wie weit man bei Level-4-Robotaxis und NOA-Systemen (Navigate on Autopilot) ist. Das Ziel: Ende 2027 soll das System auf Autobahnen starten, 2028 folgt dann der Stadtverkehr. Parallel dazu pusht MG die Effizienz seiner neuen Plug-in-Hybride: Durch ein optimiertes Thermomanagement sollen die 1,1- und 1,5-Liter-Turbomotoren einen Wirkungsgrad von über 40 Prozent erreichen.

Goodwood zeigte: MG wandelt sich rasant. Weg vom preisgünstigen Importeur hin zum Technologie-Leader, der nicht nur auf Software-Integration und KI setzt, sondern mit neuer Zellchemie auch bei der Batterietechnik europäische Wettbewerber unter Druck setzt. Wir sind gespannt, was davon 2027 tatsächlich bei den Händlern steht.

Artikel teilen

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert