So ein Markenwelt hätten die anderen Autohersteller sicher auch gerne. Elon Musk eröffnete vor einigen Wochen am Santa Monica Boulevard im Norden der Millionenagglomeration Los Angeles den ersten Tesla Diner. Optisch angelehnt an die Autowelt der 1940/50er-Jahre, als zehntausende Amerikaner über die legendäre Route 66 in den goldenen Westen der USA reisten Mit zwei Großdisplays ist es aber auch ein Open-Air-Entertainmentbereich der elektrischen Automobilneuzeit.

Ursprünglich sollte das Konzept an einem Supercharger-Standort in Santa Monica entstehen, doch nach jahrelangen Planungen und Genehmigungsverfahren fiel die Wahl schließlich auf Hollywood. An diesem Dienstagmittag ist an der Adresse 7001 Santa Monica Boulevard nicht viel los. Der übliche Berufs- und Alltagsverkehr rauscht vorbei, während Pablo und Jack an der Einfahrt vom North Orange Drive keine Probleme haben, die Elektromobile einzuweisen. Auf den Parkplatz rund um den neuen Tesla Diner kommt nur, wer sein Elektrofahrzeug nachladen will. Das muss kein Tesla sein, denn auf dem Eckgrundstück holen sich derzeit auch ein Kia EV6 und ein Volvo EX90 ihre Energie für die nächsten Kilometer.

Retro-Futuristisch
Von den 250 Sitzplätzen im zweistöckige Tesla Diner sind bei unserem Besuch kaum mehr als 30 besetzt. Es gibt Burger, Chili, Hot Dog, Coke und French Fries - eben das, was man so in einem typisch amerikanischen Diner erwartet und bekommt. Fotos: Grundhoff
Retro-Futuristisch
Von den 250 Sitzplätzen im zweistöckige Tesla Diner sind bei unserem Besuch kaum mehr als 30 besetzt. Es gibt Burger, Chili, Hot Dog, Coke und French Fries – eben das, was man so in einem typisch amerikanischen Diner erwartet und bekommt. Fotos: Grundhoff

Die meisten Fahrer sitzen trotz der sonnigen 30 Grad Celsius Außentemperatur in ihren klimatisierten Elektrofahrzeugen, während die neuen V4-Charger den Strom geräuschlos in die Batteriepakete leiten. Einige blicken zur Unterhaltung auf Smartphones und Displays im eigenen Auto, das zumeist ein Tesla Model 3 ist. Andere schauen sich derweil auf den beiden 20-Meter-Großdisplays eine Raumschiff-Serie an.

130 Ladesäulen rund um den Diner

30 der insgesamt 80 Schnelllader befinden sich rund um den Tesla-Diner. 50 weitere befinden sich gleich daneben und lassen sich über die Sycamore Avenue in einer Minute zu Fuß erreichen. Gleich gegenüber vom Diner selbst befinden sich – nicht unüblich in der Gegend – Filmstudios und Produktionsfirmen wie von Biscuit Filmworks, Native Pictures oder die Fire Mic Studios, bekannt für Musikaufnehmen und Synchronisationen. Vor dem Diner gibt es einen Einlass. Und der wird nach alter Apple-Store-Manier von einem Security-Guard geschützt, der die wartenden Tesla-Jünger in kleinen Gruppen einlässt. Nicht, dass es im Erdgeschoss des Diners so voll wäre, dass man nur scheibchenweise Einlass bekäme. Auch auf der großen Dachterrasse namens Skypad ist an diesem Tag nicht viel los: Jeder neue Hot Spot braucht Zeit, bis er ein solcher geworden ist. Entsprechend freundlich ist der Security-Guide.

Back to the Future 
Auf zwei 20 Meter großen Leinwänden lassen sich während der Ladepause Raumschiff-Serien anschauen. Klar: Mit SpaceX will Elon Musk auch ins All vordringen und dort nach einer zweiten Heimat für eine vom Untergrund bedrohte Menschheit suchen.
Back to the Future
Auf zwei 20 Meter großen Leinwänden lassen sich während der Ladepause Raumschiff-Serien anschauen. Klar: Mit SpaceX will Elon Musk auch ins All vordringen und dort nach einer zweiten Heimat für eine vom Untergrund bedrohte Menschheit suchen.

Der zweistöckige Tesla Diner beinhaltet rund 250 Sitzplätze, doch es sind kaum mehr als 30 besetzt. Hier und da wird an einem Burger geknabbert und Fries scheinen ebenfalls begehrt. Nach den ersten drei Wochen sind einige Gerichte wie das Rund-um-die-Uhr-Breakfast schon wieder von der Karte verschwunden. Doch der US-Fan wird kaum enttäuscht, denn Chili, Burger, Hot Dog, Coke oder French Fries sind eben jene Gerichte, die in einem typisch amerikanischen Diner geordert werden.

Geladen werden kann rund um die Uhr

Das Greek Yoghurt Parfait kostet neun Dollar, die warme Zimtschnecke sieben und für die beliebten Milchshakes werden acht Dollar aufgerufen – in den Geschmackrichtungen Erdbeer, Schoko und Vanille – erstellt mit Strauss Organic Milk. Besonders einfach können die kulinarischen Genüsse vom Display im eigenen Tesla aus geordert und abgeholt werden. Auch das Kinoprogramm auf den beiden Großbildschirmen lässt sich jederzeit im eigenen Tesla abrufen.

Offen für alle Marken
Insgesamt 80 Ultra-Schnelllader befinden sich rund um den Tesla-Diner. 50 weitere befinden sich gleich daneben. Vorbehalten sind sie nicht allein den Elektroautos von Tesla - auch Stromer anderer Hersteller sind hier willkommen. Gegen Bezahlung, versteht sich.
Offen für alle Marken
Insgesamt 80 Ultra-Schnelllader befinden sich rund um den Tesla-Diner. 50 weitere befinden sich gleich daneben. Vorbehalten sind sie nicht allein den Elektroautos von Tesla – auch Stromer anderer Hersteller sind hier willkommen. Gegen Bezahlung, versteht sich.

In den US-Foren machen Nachrichten die Runde, dass es mit dem deklarierten Rund-um-die-Uhr-Service im Diner nach der kurzen Anlaufphase nicht mehr weit her sei und es das Fast Food nur zwischen sechs und Uhr morgens und Mitternacht gäbe. Auf der Website gibt es einen solchen Hinweis: Der Diner serviert zwischen sechs und 24 Uhr – geladen aber kann hier rund um die Uhr.

Solarmodule auf dem Dach der Ladeplätze in der Sycamore Avenue sorgen dafür, dass die Sonnenenergie effizient genutzt werden kann. Das allein soll bei dem Diner jährlich rund 12 Millionen Kilogramm CO2 sparen. Nicht ganz überraschend, dass sich im Diner selbst in erster Linie Touristen und Neugierige befinden, denn die meisten Tesla-Fahrer warten lieben im eigenen Fahrzeug. Sie bearbeiten Mails oder telefonieren. Wenig scheint heute im Merchandising Shop los zu sein, wo unter anderem des Tesla-Bot Actionfigur, Shirts, Tesla Fruchtgummis, Trucker Kappen oder Autozubehör angeboten werden.

Auch in Kalifornien, so scheint es, ist der Tesla-Hype verflogen. Trotzdem kündigte Musk bereits Expansionspläne an: „Wenn unser retro-futuristisches Diner gut läuft, was ich denke, wird Tesla diese in großen Städten auf der ganzen Welt sowie an Supercharger-Standorten auf Fernstrecken etablieren.“ Mal schauen, wann das erste in Deutschland öffnet.

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1 Kommentar

  1. Eddi

    Tja, das wäre ggf. mal eine ernst zunehmende Alternative zum T&R-Monopol.

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