Der erste große Auftritt war allemal standesgemäß. Die Julisonne strahlte vom südenglischen Himmel als Formel-1-Pilot Pierre Gasly mit dem Duke of Richmond auf dem Beifahrersitz mit dem grau beklebten Prototypen des Alpine A 110 Future als eines der ersten Fahrzeuge den imageträchtigen Hill Climb von Goodwood emporflog. Es war die offizielle Premiere für den Elektro-Alpine noch vor der Weltpremiere im Oktober in Paris – beim „Festival of Speed“ im südenglischen Goodwood. Mittlerweile ist das „FoS“ die letzte große verbliebene Automesse in Großbritannien – unter freiem Himmel, mit rund 200.000 Besuchern und mittlerweile auch stattlichem Engagement der Autoindustrie aus West und Ost.

Viele Fahrzeugproduzenten lassen hier ihre Klassiker oder geheime Prototypen den kurvenreichen Hill Climb hinauf zum Schloss flitzen – ohne sportlichen Wert, aber mit jeder Menge internationaler Aufmerksamkeit. Eines der zahlreichen Highlights in diesem Jahr war der Alpine A 110 „Future“. Das Auto gibt einen seriennahen Ausblick auf die dritte Generation des A 110, die 2027 auf den Markt kommt.

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Der vollelektrische Alpine A110 wurde bislang größtenteils im Simulator entwickelt. Umfangreiche Straßentests stehen erst jetzt an.
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Der vollelektrische Alpine A110 wurde bislang größtenteils im Simulator entwickelt. Umfangreiche Straßentests stehen erst jetzt an.

Der Sprung in die Zukunft ist für die Markenverantwortlichen in der Alpine-Zentrale in Dieppe alles andere als einfach, denn der neue A 110 wird im Unterschied zum Vorgänger – dessen Produktion kürzlich auslief – nicht mehr von einem lautstarken Vierzylinder-Turbo, sondern rein elektrisch angetrieben. Alpine hat dafür eigene eine Performance Plattform entwickelt, auf der gleich mehrere Alpine-Modelle aufbauen sollen.

Zwei Motoren und zwei Akkus an Bord

Der elektrische Antriebsstrang des nur 1450 Kilogramm schweren Alpine A 110 verfügt über zwei Motoren an der Hinterachse, die durch ein vernetztes Torque-Vectoring-System für eine maximale Agilität sorgen sollen, indem Lastwechsel und Drehmoment beim Beschleunigen und Gaswegnehmen gesteuert werden. Die Plattform ermöglicht auch einen Antrieb mit einer weiteren E-Maschine an der Vorderachse – das verspricht noch größere und auch leistungsstärkere Varianten.

Originalgetreu 
Die Designer von Alpine haben der dritten Generation des A110 ein Blechkleid geschneidert, das der ersten Generation nahe kommt.
Originalgetreu
Die Designer von Alpine haben der dritten Generation des A110 ein Blechkleid geschneidert, das der ersten Generation nahe kommt.

Energie beziehen die beiden Elektromotoren im Heck von einem auf Front und Heck aufgeteilten Doppelakku. Das sorgt für eine ausgewogene Gewichtsverteilung und eine tiefe Sitzposition, aber auch für einen besonders tiefen Schwerpunkt. Wie viel Strom der Akku speichern kann, hat Alpine noch nicht verraten. Spekuliert wird, dass das der nur 1450 Kilogramm schwere Elektro-Sportler wie der Renault 5 Turbo 3E einen Stromspeicher in der Größenordnung von 70 kWh an Bord haben will.

800-Volt-Technik für kurze Ladezeiten

Das 800-Volt-Batteriesystem verteilt seine Energie zu 25 Prozent nach vorne und zu 75 Prozent nach hinten, wobei das Akkupaket die sogenannte „Cell-to-Pack“-Technologie nutzt, bei der die Batterie in zwei Ebenen in einem Gehäuse aus Aluminium-Hochdruckguss untergebracht ist. Damit wird eine besonders hohe Steifigkeit der Karosserie gesorgt. Das Leistungsspektrum der kommenden Elektro-Alpine – auch das ist noch Betriebsgeheimnis – dürfte deutlich über der früheren Verbrennerversion liegen, die bis zu 221 kW oder 300 PS leistete.

Entwickelt wurde der neue Elektro-Flitzer bislang zum größten Teil im Simulator. Über 45.000 virtuelle Testkilometer wurden hier zurückgelegt, um Fahrwerk, Antrieb und Software abzustimmen. Bis zum Serienanlauf gibt es also bei den anstehenden Straßentests noch viel Arbeit für die Entwickler. Testfahrer Pierre Gasly war aber schon einmal schwer angetan vom Prototypen: „Mit der Fahrt den Goodwood Hill hinauf gehöre ich zu den ersten, die die neue Alpine A110 Future und damit die Zukunft von Alpine fahren durften – einfach großartig. Alpine zeigt, dass ein elektrischer Sportwagen leicht und agil sein und wirklich Spaß machen kann.“

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