QCraft, chinesisch-amerikanischer Spezialist für das autonome Fahren, hat auf der IAA Mobility 2025 in München den Startschuss für seine Globalisierungsstrategie gegeben. Wie das Unternehmen ankündigte, wird es in Kürze seinen europäischen Hauptsitz in Deutschland eröffnen. Gleichzeit gab QCraft eine Partnerschaft mit Qualcomm Technologies bekannt. Damit rückt der 2019 im Silicon Valley gegründete Anbieter von Assistenz- und Autonomie-Lösungen (von Level 2++ bis zu Level 4) nun auch in Europa ins Rampenlicht.

Europazentrale in Deutschland

Mit dem neuen Standort will QCraft nicht nur Forschung und Entwicklung in den europäischen Automobilstandort integrieren, sondern auch Zertifizierungen und Geschäftsentwicklung steuern. Deutschland gilt für das Unternehmen mit seiner Tradition in Fahrzeugbau, strengen Standards und vollständigen Industrie-Ökosystemen als idealer Hub. Helfen soll beim Ausbau der Geschäftsbeziehungen auch eine Kooperation mit dem TÜV Rheinland.

QCraft

QCraft setzt auf eine eigene Daten-Toolchain und große KI-Modelle, die es ermöglichen, autonome Fahrfunktionen besonders effizient zu entwickeln. Das Unternehmen verspricht bessere Performance bei geringerem Rechenaufwand – ein Vorteil für Automobilhersteller, die Kosten und Systemkomplexität reduzieren wollen. Schon bald soll das hauseigene NOA-System (Navigate on Autopilot) in rund eine Million Fahrzeuge integriert sein.

Kooperation mit Qualcomm

Ein Schlüssel für die schnelle internationale Expansion ist die Kooperation mit Qualcomm. Gemeinsam sollen nächste Generationen intelligenter Fahrassistenz auf der Snapdragon Ride™ Plattform entwickelt und zur Serienreife gebracht werden. Serienstarts in Europa, den USA, Japan und Südkorea sind für 2026 vorgesehen.

Bereits heute steckt QCraft-Technologie in einer Vielzahl realer Anwendungen. Besonders sichtbar sind die autonomen Minibusse „Longzhou One“, die unter anderem in Wuxi Passagiere befördern – mit Platz für neun Fahrgäste, ausgestattet mit Lidar, Kameras und Radarsensoren. Auch die „Golden Dragon Star“-Minibusse mit dem „Driven-by-QCraft“-System rollen in Städten wie Wuxi und Suzhou im Linien- und On-Demand-Verkehr. Hinzu kommen Pilotprojekte mit autonomen „Sharing Buses“ in Kooperation mit chinesischen Herstellern sowie erste Robotaxi-Flotten, etwa in Suzhou, die bereits mit der neuesten NVIDIA-Plattform ausgerüstet sind. Mit diesen Erfahrungen im Rücken und Hunderttausenden Fahrzeugen im Einsatz will QCraft nun auch den europäischen Markt erobern.

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