Wer BMW i3 hört, dem kommt zunächst ein schräges Ökomobil mit Elektroantrieb, seltsamer Fensterlinie, Karbonkarosse und Reifen dünn wie Schallplatten in den Sinn. Doch der BMW i3 der ersten Generation ist seit 2022 nicht mehr im Lieferprogramm. Für BMW war der Kleinwagen damals ein Ausdruck der technologischen Experimentierfreude in Richtung Elektroantrieb. Ein teures zudem, denn in neun Jahren wurden von dem Pionier-Stromer weltweit nur etwa 250.000 Exemplare verkauft.
Das dürfte bei der Neuauflage anders werden, denn der BMW i3 der neuen Generation ist so etwas wie die Elektroversion des altbekannten und überaus populären Dreiers – eine betont sportlich angelegte viertürige Stufenheck-Limousine. Und es ist zugleich die Flachbodenvariante des iX3 aus der sogenannten Neuen Klasse. Mit dem Elektro-Crossover teilt sich der neue i3, der im Herbst zu den Kunden rollt, nicht allein die 800-Volt-Plattform, sondern auch große Teile von Technik und Antrieb.

Mit einer Länge von 4,76 Meter nimmt der BMW i3 genauso viel Platz ein wie der konventionell angetriebene Dreier (4,71Meter). Dafür bietet er im Innenraum deutlich geräumiger. Fotos: BMW
Seine Premiere feiert der 4,76 Meter lange Viertürer zunächst als BMW i3 50 xDrive. Für den Antrieb sorgen an beiden Achsen Elektromotoren der sechsten Generation mit einer Gesamtleistung von 345 kW / 469 PS und einem maximalen Drehmoment von bis zu 645 Nm. Während an der Hinterachse eine stromerregte Synchronmaschine arbeitet, versorgt die vordere Achse ein Asynchronmotor mit Energie, der komplett abgekoppelt werden kann und so den Realverbrauch senkt.
109 kWh-Akku für bis zu 900 Kilometer Reichweite
Dank des knapp 109 kWh großen Batteriepakets beträgt die maximale Reichweite 900 Kilometer, ehe der Bayer, produziert im Werk München, wieder an die Ladesäule muss, wo er auf Wunsch Gleichstrom mit bis zu 400 kW ziehen kann. Am AC-Lader sind bis zu 22 kW drin. Bei dieser Reichweite können allenfalls die sparsamen Dieselversionen der Dreier-Baureihe wie ein BMW 320d mithalten.

Wie im BMW iX3-SUV kommt auch das Cockpit des i3 minimalistisch daher. Echte Instrumente gibt es nicht mehr, nur ein Head-up-Display für die wichtigsten Fahrinformationen. Der Rest – Touchscreen und Panorama-Display unter der Windschutzscheibe – sind eher Spielerei für Käufer der jüngeren Generation, die mit der PlayStation aufgewachsen sind.
Innen gibt es das aus dem iX3 bekannte Interieur im puristischen Stil mit Panorama-Display ohne echte Instrumente, den zentralen 17,9-Zoll-Bildschirm und dank 2,90 Meter Radstand ein geräumiges Platzangebot. Überraschend: Im Unterschied zum Wettbewerb lässt BMW als einer der wenigen Hersteller im neuen i3 ein Beifahrerdisplay außen vor.
Preise starten bei etwa 60.000 Euro
Das Lenkrad bleibt auch in der Limousinenversion Geschmacksache. Der Fahrzeugschlüssel kann dagegen getrost zuhause bleiben, denn für die Fahrt braucht es nicht mehr als ein entsprechend vorbereitetes Smartphone. Praktisch: wer seinen i3 einmal an Freunde oder Bekannte geben will, kann den digitalen Schlüssel entsprechend per Sendefunktion weiterleiten.
Während die elektrische Mercedes C-Klasse auf eine (optionale) Luftfederung mit Hinterachslenkung setzt, bietet der i3 Zweigelenk-Federbein-Vorderachse und Fünflenker-Hinterachse – auf Wunsch mit adaptiver Verstellung. Preislich dürfte es bei rund 65.000 Euro losgehen. Weitere Motorvarianten werden folgen, was den Einstiegspreis für den hinterradangetriebenen BMW i3 an die 60.000-Euro-Marke drücken dürfte.