Unter dem Begriff Grundsicherung werden ab Juli in Deutschland die sozialen Leistungen zusammengefasst, mit denen „Menschen in einer schwierigen Lebenslage“ über die Runden kommen sollen, bis sie wieder einen bezahlten Job gefunden haben. Sie erhalten Geld für Ernährung, Kleidung, Hausrat und Strom – was man so zum Lebensunterhalt braucht. Große Sprünge kann man damit nicht machen, aber es soll ja auch nur eine Überbrückungshilfe und keine Dauerlösung sein.

Auch mit dem neuen Citroën ë-C3 Urban Range kann man keine großen Sprünge machen: Mit einer Ladung seines brutto 30,3, netto 29,3 kWh großen LFP-Akkus kommt das kleine Elektroauto im Alltagsverkehr und mit dem WLTP-Normverbrauch maximal 215 Kilometer weit. Unter Alltagsbedingungen werden es zwischen 180 und 200 Kilometer sein. Und wegen der bescheidenen Spitzenleistung von 83 kW oder 113 PS sowie dem maximalen Drehmoment von 125 kW taugt der kleine Stromer auch nicht unbedingt für schnelle Überholmanöver auf kurvenreichen Landstraßen.

Mehr als 125 km/h sind nicht drin 
Der ë-C3 Urban Range ist für den Kurzstreckenverkehr konzipiert. Sein Revier sind Stadt- und Landstraßen, die Autobahn eher nicht.
Mehr als 125 km/h sind nicht drin
Der ë-C3 Urban Range ist für den Kurzstreckenverkehr konzipiert. Sein Revier sind Stadt- und Landstraßen, die Autobahn eher nicht.

Aber zum Mitschwimmen im Stadtverkehr reichen die Fahrleistungen völlig aus. Man kommt sicher und durchaus komfortabel ans Ziel – und das zu einem echten Sozialtarif: Lediglich 20.140 Euro ruft Citroën in Deutschland für sein neues vollelektrisches Basismodell in „YOU“-Ausführung auf.

Da die Stellantis-Tochter die staatliche Elektro-Prämie von bis zu 6000 Euro bis Ende Juni verdoppelt, könnten Familien mit einem Haushaltseinkommen von lediglich 60.000 Euro im Jahr und mit zwei minderjährigen Kindern einen neuen ë-C3 Urban Range demnächst also schon für 8.140 Euro beim nächsten Citroën-Händler abholen. Für den Betrag kriegt man beim Gebrauchtwagen-Händler bestenfalls zehn Jahre alte Verbrenner-„Möhren“ mit hohen Laufleistungen, die obendrein mit hohen Spritrechnungen und Wartungskosten größere Löcher in die Haushaltskasse reißen.

Auch als Van-Variante für Handwerker erhältlich

So gesehen ist das Angebot, das Citroën jungen Familien (und älteren Paaren) mit dem ë-C3 Urban Range macht, durchaus sozial und derzeit auf dem Markt für Elektroautos beinahe konkurrenzlos. Der Dacia Spring Electric (Basispreis: 18.700 Euro, inklusive Bundes-E-Prämie und Dacia Elektrobonus: 9700 Euro) rangiert in der gleichen Preiskategorie, ist aber mit 52 kW (70 PS) noch schwächer motorisiert und bietet im Innenraum ein Platzangebot, das deutlich beengter ist. Im Citroën ë-C3 Urban Range halten es im Fond selbst Erwachsene auch auf längeren Strecken ganz kommod aus, stellen wir bei der Vorstellung des neuen Basis-Stromers anerkennend fest.

Wie in alten Zeiten
Der C3 wird auch noch als Benziner und Hybridantrieb angeboten. Deshalb verfügt er noch über ein Zündschloss und auch eine mechanische Parkbremse. Wer die "You"-Version ordert, braucht für die Navigation ein Handy. Die Halterung dafür gibt es immerhin.
Wie in alten Zeiten
Der C3 wird auch noch als Benziner und Hybridantrieb angeboten. Deshalb verfügt er noch über ein Zündschloss und auch eine mechanische Parkbremse. Wer die „You“-Version ordert, braucht für die Navigation ein Handy. Die Halterung dafür gibt es immerhin.

Auch deshalb hat sich der in der Slowakei produzierte Kleinwagen – den es zu Preisen ab 16.210 Euro auch als Benziner und für wenigstens 22.700 Euro auch mit Hybridantrieb gibt – seit der Markteinführung im Frühjahr 2025 zu einem Bestseller entwickelt. Über 181.000 Exemplare des Modells konnte Citroën bislang von dem Modell absetzen, den größten Teil davon in der bislang angebotenen E-Version Standard Range. „Der ë-C3 ist ein echter Game-Changer“, freute sich der Produktmanager bei der Vorstellung der neuen Version, die es auch in einer Van-Variante ohne Rücksitze für gewerbliche Einsätze gibt.

Jede Menge Assistenten fürs betreute Fahren an Bord

Auf unserer ersten Ausfahrt mit dem ë-C3 Urban Range durch Südfrankreich hätten wir auf die Rücksitze durchaus verzichten können, aber natürlich haben wir uns die Familienversion mit vier Sitzen gegönnt. Ganz bewusst in der Basisversion „You“, die auf 16 Zoll großen Stahlfelgen mit Radkappen rollt. Die ohne den 10,25 Zoll großen Touchscreen der über 3000 Euro teureren „Plus“-Ausstattung auskommt und statt dessen nur eine Klemmvorrichtung fürs Smartphone besitzt: Google Maps reicht für die Orientierung in der Stadt völlig aus.

Auch auf die Dachreling kann man locker verzichten – sie taugt ohnehin nicht zum Befestigen von schweren Lasten und ist bloße Zier. Und wer braucht schon eine Rückfahrkamera bei einem vier Meter langen und übersichtlichen Auto wie dem C3? Weg damit. Vermissen wird man eher die Möglichkeit, die Lehnen der Rücksitzbank auch teilweise umlegen zu können – im „You“ geht das nur in einem Stück.

Schlechte Wegstrecke 
Citroën hat dem C3 eine Karosserie im SUV-Stil mitgegeben und ein komfortables Fahrwerk. Buckelpisten verlieren da ihren Schrecken. Foto: Rother
Schlechte Wegstrecke
Citroën hat dem C3 eine Karosserie im SUV-Stil mitgegeben und ein komfortables Fahrwerk. Buckelpisten verlieren da ihren Schrecken. Foto: Rother

Dafür sind auch in der Ausführung alle Assistenzsysteme an Bord, die man heutzutage so braucht oder die von den Bürokraten in Brüssel aktuell zwingend vorgeschrieben werden. Aufmerksamkeitsassistent, Verkehrszeichenerkennung und Notbremsassistent und Geschwindigkeitsregler – Systeme für das betreute Fahren, die Kleinwagen so teuer machen, dass sie inzwischen manche Autokonzerne schon nicht mehr produzieren.

Schnell Strom laden? Kostet extra!

So gesehen ist der ë-C3 Urban Range durchaus mehr als nur ein Stadtauto. Er taugt durchaus auch für Touren in die Umgebung, ja sogar für Fahrten auf unbefestigten Wegen. Die Designer haben ihm nicht umsonst eine SUV-Optik und ein komfortables Fahrwerk mitgegeben. Dem Stromer nur leider keine Reichweitenanzeige – die Anzeige des Akku-Füllstands in Prozent muss dem Fahrer genügen. Und eine Ladeplanung auf längeren Strecken ist für den „You“ weder vorgesehen noch durch Zukauf darstellbar.

Hohe Kante
310 Liter fasst der Kofferraum des Citroën ë-C3 auch in der Urban Range-Version bei voller Bestuhlung. Klappt man die beim "You" ungeteilte Lehne der Rücksitzbank um und belädt das Heckabteil bis zur Decke, wächst das Ladevolumen auf 1.200 Liter.
Hohe Kante
310 Liter fasst der Kofferraum des Citroën ë-C3 auch in der Urban Range-Version bei voller Bestuhlung. Klappt man die beim „You“ ungeteilte Lehne der Rücksitzbank um und belädt das Heckabteil bis zur Decke, wächst das Ladevolumen auf 1.200 Liter.

Dafür lässt sich immerhin die Ladeleistung steigern: Gegen Zahlung von 400 Euro kann der elektrische C3 an der Wallbox mit 11 statt nur mit 7,4 kW geladen werden. Dann allerdings entfällt kurioserweise die Möglichkeit, auch Schnellladesäulen zu nutzen und dort mit bis zu 30 kW Gleichstrom aufzunehmen. 500 Euro ruft Citroën dafür auf, den Ladestand des Akkus in 44 Minuten von 10 auf 80 Prozent anheben zu können. Für eine komplette Füllung des kleinen Akkus mit der zweiphasigen Serienausstattung sind vier Stunden und 45 Minuten nötig, mit 11 kW verkürzt sich die Ladepause auf gut drei Stunden.

So gesehen dürfte der Citroën ë-C3 Urban Range für die meisten Menschen nur eine Übergangslösung sein. Der kleine Stromer reicht gerade so für die Grundsicherung an umweltverträglicher Mobilität. Aber sobald die Kassenlage wieder mehr Spielraum lässt, könnte man sich ein wenig mehr E-Auto leisten, um die Alltags- und Ganzjahrestauglichkeit zu erhöhen. Mit einem Upgrade auf die Standard-Range-Version des ë-C3 (ab 23.450 Euro) etwa wäre schon viel gewonnen. Der kommt mit einer Ladung seines 44 kWh fassenden Akkus nicht nur über 300 Kilometer weit, sondern kann Strom auch mit bis zu 100 kW laden. Spätestens nach 26 Minuten kann es da weitergehen. Damit sind dann sogar Urlaubsfahrten drin. Und die Förderung gibt es auch hier. Für uns wäre das klar die bessere Wahl.

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