Wer ein Auto besitzt und nutzt, der kennt die ewige Frage nach der Verfügbarkeit von Parkplätzen. Besonders in dicht besiedelten Großstädten oder an wichtigen Verkehrsknotenpunkten kann dieses Thema eine Menge Frust mit sich bringen. Innovative Lösungen wie etwa Robotaxen werden einem in Zukunft die Parkplatzsuche ersparen. Aber bis diese flächendeckend zur Verfügung stehen, werden wohl noch einige Jahre vergehen.

Auf das eigene Auto zu verzichten ist aber für viele Menschen nicht praktikabel. An Orten, an denen die Nachfrage nach Parkplätzen riesig ist, vielleicht sogar das Angebot übersteigt, sind daher Parkhäuser unverzichtbar. Künstliche Intelligenz und automatisierte, datengestützte Analysen können helfen, deren Nutzung effizienter zu gestalten und darüber die Parkplatznot in der Stadt zu lindern.

Smarte Technologien am Eingang

Wenn es um die Effizienz in einem Parkhaus geht, dann ist der Ablauf am Eingang entscheidend. An Zeitpunkten mit erhöhtem Parkbedarf ist es wichtig, dass die Zutrittskontrolle der einzelnen Autos nicht zu lange dauert. Das trifft insbesondere auf Parkhäusern zu, die mitten in der City liegen und einem Unternehmen gehören. Hier sollen in der Regel nicht alle Autofahrer Zugang erhalten, so dass eine Befugnis dazu nachgewiesen werden muss. Damit dieser Prozess möglichst schnell geht und sich keine Staus vor der Schranke bilden, helfen heute bereits smarte Technologien wie Kennzeichenerkennungskameras. Die Autos müssen nur an die Schranke heranfahren – die Kamera liest das Kennzeichen aus und gleicht es mit einer Datenbank ab. Bei Autos mit registriertem Kennzeichen wird dann die Schranke sofort geöffnet.

Digitales Parkhaus
Bei der Einfahrt liest eine Kamera  das Kennzeichen aus und speichert die Daten für einen begrenzten Zeitraum ab. Bei der Ausfahrt erkennt das System automatisch, ob der Fahrer die Parkgebühren gezahlt hat - und gibt den weg frei. Foto: Wemolo
Digitales Parkhaus
Bei der Einfahrt liest eine Kamera das Kennzeichen aus und speichert die Daten für einen begrenzten Zeitraum ab. Bei der Ausfahrt erkennt das System automatisch, ob der Fahrer die Parkgebühren gezahlt hat – und gibt den weg frei. Foto: Wemolo

Regulatorische Anforderungen

Wo smarte Kamerasysteme genutzt und Kennzeichen abgespeichert werden, sind aber auch die nötigen regulatorischen Anforderungen einzuhalten. Der Datenschutz der Kunden und Nutzer muss jederzeit gemäß den Vorschriften gewahrt werden. Besonders bei der Nutzung von künstlicher Intelligenz ist das Thema derzeit relevant, wie auch der EU AI Act, ein Regelwerk der EU zur Nutzung von KI, zeigt. Bei all dem Hang zur Effizienz ist der Datenschutz keinesfalls zu vernachlässigen.

Smarte Technologien helfen bei der Parkplatzsuche

Damit ein Parkhaus wirklich effizient laufen kann, muss zudem die Parkplatzsuche automatisiert werden. Dabei hilft ein Zusammenspiel verschiedener technischer Systeme, die über das Internet der Dinge miteinander verbunden sind und in Echtzeit Daten austauschen können. Die Systeme erkennen automatisch, wenn ein freier Stellplatz vorhanden ist – und wo dieser sich befindet. Das ist aber noch nicht alles. KI-gestützte Systeme sind mittlerweile auch in der Lage, die erfassten Daten über die Auslastung zu analysieren und auf deren Grundlage eine Prognose für die zukünftige Auslastung zu bestimmten Zeiten zu erstellen.

Ganz ohne Suchverkehr 
In einem volldigitalisierten Parkhaus werden die Autofahrer zu einem freien Stellplatz geleitet. Sogar eine Prognose über die Verfügbarkeit von Stellplätzen zu einem bestimmten Zeitpunkt lassen sich mit Künstlicher Intelligenz erstellen. Foto: depositphotos.com
Ganz ohne Suchverkehr
In einem volldigitalisierten Parkhaus werden die Autofahrer zu einem freien Stellplatz geleitet. Sogar eine Prognose über die Verfügbarkeit von Stellplätzen zu einem bestimmten Zeitpunkt lassen sich mit Künstlicher Intelligenz erstellen. Foto: depositphotos.com

Davon profitieren beide Seiten. Die Betreiber der Parkhäuser haben einen besseren Überblick über den Betrieb in ihrem Parkhaus. Eine solche Prognose kann aus Unternehmersicht ein gutes Werkzeug sein, um frühzeitig wichtige Entscheidungen wie einen möglichen Ausbau der Parkkapazitäten zu treffen.

Und die Autofahrer können schon im Vorfeld sehen, ob es für sie noch einen freien Stellplatz gibt, und wie wahrscheinlich es ist, dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft Zufahrt bekommen.

Smart Cities und smartes Parken

Auch im größeren Zusammenhang bringen solche Daten Vorteile. Fahrer, die in der Innenstadt in langsamem Tempo fahren, um vielleicht doch noch irgendwo eine Parklücke zu finden, behindern unter Umständen den Verkehr. Zu Stoßzeiten, in denen viele Fahrer auf der Suche nach Parkmöglichkeiten sind, kann das den Straßenverkehr in einer Innenstadt erheblich beeinträchtigen. Mit den Daten über die Parkauslastungen in den Parkhäusern und -zonen lässt sich der Stadtverkehr präziser analysieren – und den Autofahrern ein Angebot gemacht werden. So können Smart Cities in Zukunft für einen flüssigeren Verkehr und damit geringe Schadstoff-Emissionen sorgen.

Nachhaltigkeit durch Effizienz

Die Datenanalyse bringt also nicht nur geschäftliche und verkehrsplanerische Vorteile, sondern hilft auch Umwelt und Klima. Dadurch, dass der Suchverkehr eingedämmt wird, können erhebliche CO₂-Emissionen eingespart werden. Insgesamt macht der Parksuchverkehr schätzungsweise zwischen 30 und 40 Prozent des innerstädtischen Gesamtverkehrs aus.

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