Er wurde zum „German Car of the Year“ gekürt und zum „World Urban Car of the Year“ 2021. In zahlreichen Fernseh- und Kinofilmen wuselte der Honda e seit der Markteinführung 2019 über Bildschirme und Leinwände. Doch im Handel war das nur 3,89 Meter lange und entsprechend wendige Elektroauto nie der große Erfolg. Mit dem Ergebnis, dass Honda nun den Stecker zieht: In Europa wird das Modell ab sofort nicht mehr angeboten, gab der japanische Autobauer jetzt bekannt. Nur in seinem Heimatland werde der knuffige Honda e künftig noch angeboten.

Gründe für den Verkaufsstopp nannte Honda Europe nicht, sie liegen aber nahe: Laut KBA-Statistik wurden 2020 insgesamt 1127 neue Honda e zugelassen, 2021 mit 1256 Stück noch etwas mehr. Ein Großteil davon landete mit Unterstützung des Umweltbonus in Deutschland. Doch seitdem waren auch hier die Verkaufszahlen stark rückläufig. Im laufenden Jahr konnten Honda-Händler nur noch 101 Fahrzeuge neu zugelassen werden – da rechnet sich ein Import des elektrischen Supermini nachvollziehbarer Weise nicht mehr.

Held der Großstadt
Der Honda e war mit einem Wendekreis von nur 9,2 Metern das perfekte Stadtauto. Die Reichweite des kleinen Stromers von nur 222 Kilometern war da fast nebensächlich - Fernfahrten unternahmen die wenigsten Käufer damit. Foto: Honda
Held der Großstadt
Der Honda e war mit einem Wendekreis von nur 9,2 Metern das perfekte Stadtauto. Die Reichweite des kleinen Stromers von nur 222 Kilometern war da fast nebensächlich – Fernfahrten unternahmen die wenigsten Käufer damit. Foto: Honda

Dabei hatte der kleine Hecktriebler viele Vorzüge – für diejenigen, die sich das wenigstens 33.850 Euro (mit ein paar Extras bis zu 40.000 Euro) teure Stadtauto mit einer Antriebsleistung von 100 kW (136 PS) und einer nominellen Reichweite von 222 Kilometern leisten konnte. Der kleine fünftürige Stromer bot zumindest zwei Personen ordentlich Platz in fast schon luxuriösem Ambiente. Zudem verwöhnte der Honda die Insassen mit zahlreichen innovativen Features wie Kamera-Außenspiegeln und einem digitalen Panorama-Cockpit der feinsten Art. Sogar zum bidirektionalen Laden war der kleine Stromer schon fähig.

Honda e:Ny1 ist die neue E-Speerspitze

Ob es einen Nachfolger geben wird, steht noch nicht fest. Auf der Tokyo Motor Show präsentierte das Unternehmen zwar einen vollelektrischen „Drag Racer“ auf Basis des Honda e, aber möglicherweise war das nur eine Spielerei der Designabteilung. In der Honda-Europazentrale in Offenbach konzentriert sich nun alles auf den neuen vollelektrischen Stadt-SUV namens e:Ny1. Die Modellbezeichnung steht für „Exciting/Electric New Your Life“ – doch aufregend ist an diesem Elektroauto von Honda wenig. Der Akku mit einer Kapazität von netto 61,9 kWh verspricht immerhin eine Reichweite von etwas mehr als 400 Kilometern, die maximale Ladeleistung von 78 kW aber fällt gegenüber dem Wettbewerb deutlich zurück. Und teuer ist der Stromer obendrein: Los geht es bei 47.590 Euro. Die Prognose: Ein Verkaufsschlager wird auch dieser Stromer nicht. Darauf deuten auch die ersten Zahlen: Seit der Modelleinführung wurden hierzulande 189 Exemplare neu zugelassen, im Oktober lediglich 21.

Großstadtindianer
Hondas neuer Stadt-SUV mit dem kryptischen Namen e:Ny1 kommt vergleichsweise konventionell daher. Mit einer Länge von 4,39 Metern und einem großzügigen Platzangebot soll der Stromer vor allem Familien ansprechen. Foto: Honda

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2 Kommentare

  1. hermann

    Unter 100km Reichweite in der Praxis über 40.000 Euro ja so macht man sich einen Namen und poliert das Image auf.
    Bei Kununu.com bewerten Mitarbeiter Honda und stellen Fragen die nie beantwortet werden.
    Wer das liest ist überwältigt und zwar in der gleichen art und Weise wie die Kunden und Händler vom Honda e.
    Honda eine Marke die die Gesellschaft nicht wirklich braucht wir sind nicht die Versuchs Kaninchen für diese Erfolglosigkeit und die Honda Händler schon gar nicht.

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  2. Ulrich Kämper

    Nur 6% Beitrag zur Stromversorgung sind kein Grund, die riskante und nicht zu Ende gedachte Technologie der Kernkraftwerke immer wieder in die Diskussion zu bringen. Vielleicht wäre es in Bayern eine temporäre Option gewesen. Das Emsland-AKW hat sich hingegen schon schädlich auf die Energiewende ausgewirkt. Wegen seiner schwerfälligen Steuerung mussten Windkraftanlagen abgeschaltet werden.

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