Wer bisher dachte, Kia konzentriert sich nach den wuchtigen EV6 und EV9 nur noch auf große Raumschiffe, darf aufatmen. Mit dem EV2 bringen die Koreaner ihr bisher kleinstes Elektroauto an den Start – und das ist speziell für europäische Städte und enge Parklücken gedacht. Der 4,06 Meter kurze und 1,80 Meter schlanke Crossover rollt dabei nicht etwa aus Südkorea an, sondern wird direkt nebenan in der Slowakei gebaut.
Optisch macht der Kleine auf dicke Hose: Das Design folgt der „Opposites United“-Philosophie und wirkt mit seinen vertikalen Lichtern und den bulligen Radhäusern wie ein geschrumpfter EV9. Doch innen wird es gemütlich. „Picnic Box“ nennen die Designer das Konzept für den Innenraum.

Mit einer Länge von 4,06 Meter ist der Kia EV2 das perfekte Elektroauto für die Stadt. Und mit Reichweiten von bis zu 448 Kilometern eignet er sich auch für Ausflüge ins Grüne oder Reisen durchs Land. Platz- oder Reichweitenangst sollten sich dabei nicht einstellen.
Statt kühlem Hartplastik gibt es recycelte Materialien – die Teppiche waren im früheren Leben zum Beispiel mal Fischernetze. Der Clou ist aber die Flexibilität: Die Rückbank lässt sich verschieben und die Lehne verstellen. Wer die Viersitzer-Variante wählt, kann im Fond fast einen Meter Beinfreiheit genießen. Und für das Ladekabel gibt es vorn sogar einen 15 Liter großen Frunk – in dieser Klasse keine Selbstverständlichkeit.
Zwei Akkus und ein Lade-Highlight
Technisch lässt Kia dem Kunden die Wahl zwischen zwei Batteriegrößen:
- Standard-Range: 42,2 kWh für bis zu 317 Kilometer Reichweite.
- Long-Range: 61,0 kWh für bis zu 448 Kilometer Radius.

Der Kia EV2 sieht nicht nur schnuckelig aus, er legt auch großen Wert auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen. Viele der eingesetzten Kunststoffe bestehen aus Recyclingmaterial. Was der Funktionalität keinen Abbruch tut.
Für die Langstrecke laden beide Varianten am Schnelllader in rund 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Doch das eigentliche Highlight für Stadtbewohner ohne Wallbox in der Garage versteckt sich im Wechselstrom-Lader: Der EV2 unterstützt schon zum Marktstart nicht nur 11 kW, sondern auch das Wechselstrom-Laden mit 22 kW. Damit ist der Akku an öffentlichen Ladesäulen doppelt so schnell voll wie bei vielen seiner Konkurrenten.
Strom geben statt nur nehmen
Der EV2 ist zudem keine Einbahnstraße, was Energie angeht. Dank Vehicle-to-Load (V2L) lassen sich E-Bikes oder der Elektrogrill beim Picknick direkt am Auto betreiben. Er ist sogar schon für Vehicle-to-Grid (V2G) vorbereitet, könnte also künftig als Stromspeicher fürs Netz dienen.
Im Februar 2026 laufen die Bänder im Werk Žilina an, im Sommer folgen dann die Long-Range- und die sportliche GT-Line-Version. Preise nennt Kia noch nicht, aber als „zugänglichstes“ Modell im Portfolio dürfte der EV2 preislich aggressiv positioniert sein. Wir tippen mal mit Blick auf den ähnlich großen Hyundai Inster auf einen Einstiegspreis von 24.000 Euro für die Version mit dem 42,2 kWh großen Akku und etwas mehr als 26.000 Euro für die 61 kWh-Version.