Wer bisher dachte, Elektroautos seien emotionslose Computer auf Rädern, die nur leise surren, den will Kia jetzt eines Besseren belehren. Auf dem Autosalon in Brüssel lassen die Koreaner die Muskeln spielen und präsentieren gleich drei neue Modelle, die das Kürzel „GT“ im Namen tragen: den kompakten Crossover EV3 GT, die sportliche Limousine EV4 GT und den größeren SUV EV5 GT. Das Ziel: Die vernünftige E-Mobilität soll endlich Spaß machen. Oder wie es Kia-Europa-Chef Soohang Chang ausdrückt: „Elektrifizierung kann emotional sein.“.
Das Highlight ist dabei weniger die reine Leistung, sondern wie sie sich anfühlt. Kia setzt auf eine Mischung aus Hardware und Software, um den Fahrer aus der Reserve zu locken. Besonders kurios: Die Autos besitzen einen „Virtual Gear Shift“ (VGS).
Obwohl E-Autos in aller Regel keine Mehrgang-Getriebe besitzen, simuliert das System das Ruckeln und die Zugkraftunterbrechung eines Verbrenners beim Schalten. Dazu gibt es ein „Active Sound Design“, das je nach Geschwindigkeit und Last den passenden digitalen Motorsound in den Innenraum wummert. Wer also das Gefühl vermisst, einen Gang reinzuknallen, wird hier fündig.
EV3 und EV4: Die kleinen Krawallmacher
Technisch teilen sich der EV3 GT und der flache EV4 GT eine Basis. Beide kommen mit einem 81,4-kWh-Akku und Allradantrieb, der 215 kW (ca. 292 PS) auf die Straße bringt. Dabei arbeiten 145 kW an der Vorderachse und 70 kW hinten.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen:
- Der EV3 GT sprintet in 5,8 Sekunden auf Tempo 100.
- Der schnittigere EV4 GT schafft es sogar in 5,6 Sekunden.
Damit man in der Kurve nicht vom Sitz rutscht, gibt es serienmäßig Schalensitze, die an den großen Bruder EV9 GT erinnern, sowie ein strafferes, elektronisch geregeltes Fahrwerk. Neongelbe Akzente im Innenraum sorgen dafür, dass auch die Beifahrer sofort wissen: Das hier ist nicht die Sparversion.
EV5 GT: Der Familien-Sportler
Wer etwas mehr Platz braucht, greift zum EV5 GT. Der zielt auf das C-SUV-Segment und packt leistungsmäßig noch eine kleine Schippe drauf: Hier leisten die Motoren zusammen 225 kW (ca. 306 PS). Trotz der Größe geht es in 6,2 Sekunden auf 100 km/h.
Auch hier gibt es das volle GT-Programm mit speziellen Reifen, Sport-Lenkrad und den entsprechenden Fahr-Modi. Es ist Kias Versuch, den Spagat zwischen „Papa muss zur Arbeit“ und „Papa will Spaß“ zu meistern.+1
Ab dem zweiten Quartal 2026 soll die Produktion der sportlichen Trios anlaufen. Preise nennt Kia noch nicht, aber Spaß kostet ja bekanntlich immer ein bisschen extra.