Technische Basis für den Lamborghini Fenomemo ist der Supersportwagen Revuelto. Und so wird auch die offene Version von einem 6,5 Liter großen V12-Saugmotor angetrieben, der dank zwei Elektromotoren auf eine Spitzenleistung von 794 kW oder 1080 PS kommt. Dadurch ist der Fenomemo Roadster der leistungsstärkste offene Sportwagen, den die Norditaliener jemals gebaut haben. Er gehört zur sogenannten Few-Off-Serie, die im Jahre 2009 mit dem spektakulären Lamborghini Reventon begann. Das hat seinen Preis: über drei Millionen Euro.
„Dieser exklusive Roadster verkörpert unsere Markenwerte in ihrer reinsten Form: visionäres Design, kompromisslose Leistung und absolute Exklusivität. Er ist eine einzigartige Interpretation von Fahrfreude, geschaffen für eine ausgewählte Gruppe von Kunden, die etwas suchen, das wahrhaft über das Übliche hinausgeht. Jedes Exemplar ist als sammelwürdiges Meisterwerk konzipiert, in dem technische Exzellenz auf maßgeschneiderte Handwerkskunst trifft“, wirbt Stephan Winkelmann, der CEO der italienischen Audi-Schwester.

Der Lamborghini Phenomeno ist ein Plug-in-Hybrid. Rein elektrisch rollt der Roadster aber nur wenige hundert Meter. Fotos: Hersteller
Die Leistungsdaten des offenen Doppelsitzers sind erwartungsgemäß imposant. Die Kombination aus einem 835 PS starken V12-Sauger und drei Elektromotoren (zwei an der Vorderachse und einem im achtstufigen Doppelkupplungsgetriebe) lässt den offenen Allradler aus dem Stand in 2,4 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen. In 6,8 Sekunden durchbricht der Fenomemo Roadster die 200er-Marke und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 340 km/h – kaum weniger aus das Coupé. Wie hoch der Energieverbrauch dabei ist, behält Lamborghini wohlweislich für sich.
Lithium-Ionen-Akku mit nur 7 kWh Kapazität
Der Fenomeno Roadster verfügt über manuell einstellbare Stoßdämpfer, was den Piloten beeinflussen lässt, ob er auf der Straße oder – was sich empfiehlt – einer Rennstrecke unterwegs ist. Für entsprechende Verzögerungswerte sorgt eine Karbon-Keramikanlage aus dem Motorsport, die auch unter Rennbedingungen maximale Sicherheit garantiert. Eine sieben kWh große Lithium-Ionen-Batterie im Mitteltunnel ermöglicht zumindest auf kurzen Strecken rein elektrisches Fahren. Aber in erster Linie sollen der Elektroantrieb dem Zwölfzylinder Beine machen. Eine Möglichkeit zum externen Laden ist vorgesehen, über die Ladeleistung schweigt sich Lamborghini allerdings aus. Und den Bau eines Elektroautos hat Lamborghini wegen angeblich zu geringer Nachfrage ohnehin auf Eis gelegt.

Im Cockpit des Phenomeno hat der Fahrer zahlreiche Möglichkeiten, die Performance des über 1000 PS starken Roadster zu steuern.
Der Fenomeno Roadster ist wie sein Coupé-Bruder mit einem Karbonfaser-Monocoque und einer Frontstruktur aus Composite-Material unterwegs, die für die nötige Steifigkeit sorgt. Im Vergleich zum Fenomemo Coupé wurde die Aerodynamik komplett überarbeitet, um auch ohne festes Dach maximalen Anpressdruck zu generieren. Ein zusätzlicher Spoiler auf der Windschutzscheibe lenkt den Luftstrom über das Cockpit hinweg in den neuen Motorraum.
Illusion, frei zu schweben
So wird das V12-Triebwerk jederzeit mit Kühlluft versorgt – selbst ohne den beim Fenomeno Coupé genutzten Lufteinlass. Der kaum wahrnehmbaren Überrollbügel sorgt nicht allein für Karosseriesteifigkeit und Sicherheit bei einem etwaigen Überschlag, sondern auch dafür, dass Windgeräusche und Turbulenzen auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten minimiert werden.
„Beim Fenomeno Roadster haben wir intensiv an der kreativen Einbindung des Motorraums gearbeitet, der für den Fahrer die visuelle Illusion erzeugt, frei zu schweben. Diese Illusion trägt dazu bei, den Fahrer so stark wie möglich zu integrieren und zu zelebrieren. Erneut haben wir den Antriebsstrang in den Mittelpunkt gerückt: Unser einzigartiger V12‑Hybridantrieb muss stets das zentrale proportionale Element der visuellen Gestaltung sein“, erklärt Chefdesigner Mitja Borkert.