Die Zahl sieben ist in der Automobilindustrie gerade schwer angesagt. Gemeint ist die Anzahl der Sitze. Neben der bevorstehenden Renaissance der Vans kommt die Handball-Mannschaftsbestuhlung auch bei den Crossovern immer mehr in Mode. Sei es bei Kompaktmodellen wie dem Mercedes GLB oder größeren Kalibern wie dem GLS, dem Mazda CX-80 oder dem Volvo EX90. Genau in diese Lücke schiebt jetzt MG den S9 – und dazu noch mit einem Plug-in-Hybrid als Antrieb. Für die SAIC-Motor-Tochter aus Shanghai ist der S9 eine Art Neue Klasse. Bislang hat MG in Europa vor allem auf den kompakten MG4 gesetzt. Große SUVs mit drei Sitzreihen? Fehlanzeige, bis jetzt.

Der MG S9 ist schon von den Abmessungen ein Statement. Mit 4,98 Metern Länge, 1,97 Metern Breite sowie 1,78 Metern Höhe ist der chinesische PHEV länger als ein BMW X5 und breiter als ein Volvo XC90. Der Radstand von 2,92 Metern deutet darauf hin, dass die dritte Reihe kein reiner Notbehelf ist. Mit 1,90 Metern Körpergröße möchte man zwar nicht von München nach Hamburg fahren, für kurze Strecken ist die dritte Reihe aber durchaus geeignet.

Platz in Hülle und Fülle
Mit knapp fünf Metern Länge ist der S9 das größte Auto, das bislang unter der Marke MG angeboten wird. Fotos: MG
Platz in Hülle und Fülle
Mit knapp fünf Metern Länge ist der S9 das größte Auto, das bislang unter der Marke MG angeboten wird. Fotos: MG

Der Kofferraum ist bei Vollbesetzung mit einem Volumen von 332 Litern nicht für zwei Wochen Urlaub inklusive Gepäck geeignet, für Sport- und Badeklamotten reicht es aber allemal. Nutzt man nur fünf Sitze, wächst das Volumen auf immerhin 1.026 Liter, legt man die Lehnen dieser Sitze um, sind es dann 2.093 Liter. Stark umzugsverdächtig. Die Anhängelast von 2.000 Kilogramm für gebremste Anhänger reicht für Wohnwagen, Pferdeanhänger und große Bootsträger. In dieser Fahrzeugklasse ist das zwar kein Alleinstellungsmerkmal. Aber es ist ein Argument für all jene, die ein großes Familienfahrzeug nicht nur als Personentransporter, sondern auch als Zugmaschine nutzen wollen.

24,7 kWh-Akku für 100 E-Kilometer

Dazu gehört ein dementsprechender Antriebsstrang. Das Plug-in-Hybridsystem besteht aus einem 1,5-Liter-Turbobenziner mit 105 kW (142 PS) und einem 170 kW (231 PS) starken Elektromotor. Das ergibt zusammen eine Systemleistung von 220 kW und 390 Newtonmeter Drehmoment. Also ausreichend, um auch als Lastesel zu fungieren. Ohne Anhänger dauert der Sprint des Teilzeitstromers von null auf 100 km/h 9,6 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Alles ordentlich und für einen Familienlaster ausreichend. Allerdings ist der MG S9 PHEV wohl mit Frontantrieb unterwegs. Das ist kein unwichtiger Punkt. Wer im Winter öfter auf schlechten Straßen unterwegs ist oder einen schweren Anhänger zieht, sollte das bedenken. Eine Allrad-Variante ist nicht im Angebot – zumindest noch nicht.

Mehr als ein Notbehelf 
Die dritte Sitzreihe bietet ausreichend Platz nicht nur für Kleinkinder. Wird sie nicht benötigt, verschwindet sie im Kofferraumboden.
Mehr als ein Notbehelf
Die dritte Sitzreihe bietet ausreichend Platz nicht nur für Kleinkinder. Wird sie nicht benötigt, verschwindet sie im Kofferraumboden.

Die Batterie hat eine Kapazität von 24,7 Kilowattstunden, was eine rein elektrische Reichweite von bis zu 100 Kilometern nach WLTP ergeben soll. Allerdings sind alle Werte sind noch vorläufig. Der gewichtete Kraftstoffverbrauch nach der WLTP-Norm liegt bei 2,4 Litern pro 100 Kilometer. Mit leerer Batterie, also im reinen Hybridbetrieb, steigt der Benzindurst auf 6,7 Liter/100 km und der CO₂-Ausstoß auf 152 Gramm pro Kilometer.

Verkaufspreise von um die 40.000 Euro

MG spricht von einem Energieverbrauch von durchschnittlich 21,3 Wattstunden pro Kilometer. Das würde 2,13 kWh/100 km entsprechen. Für ein Auto ist dieser Wert allerdings unplausibel niedrig. Vermutlich sind 21,3 kWh/100 km gemeint. Geladen werden kann ausschließlich Wechselstrom, nach Medienberichten angeblich mit maximal 7,7 kWh. Wir gehen davon aus, dass der Roewe RX9, der SAICs Everest-Architektur nutzt, der Technikbruder des MG S9 ist. Die Ladedauer von 30 auf 80 Prozent sollte unter 30 Minuten liegen.

Alles was man braucht 
Der MG S9 ist schon in der Comfort-Ausstattung bestens ausgestattet. Ein Panorama-Glasdach ist ebenso an Bord wie eine Klimaautomatik. Und die Bedienung sollte auch dank einer Tastenleiste unter dem Touchscreen keine Rätsel aufgeben.
Alles was man braucht
Der MG S9 ist schon in der Comfort-Ausstattung bestens ausgestattet. Ein Panorama-Glasdach ist ebenso an Bord wie eine Klimaautomatik. Und die Bedienung sollte auch dank einer Tastenleiste unter dem Touchscreen keine Rätsel aufgeben.

Im Innenraum präsentiert sich der MG S9 PHEV mit den in dieser Klasse inzwischen üblichen Ausstattungsmerkmalen: ein 12,3-Zoll-Instrumentendisplay hinter dem Lenkrad sowie ein ebenso großer zentraler Touchscreen für Infotainment und Navigation, die beide zu einer Einheit zusammengefasst sind. Der S9 PHEV bietet serienmäßig eine Drei-Zonen-Klimaautomatik, ein Panorama-Glasdach mit elektrischem Rollo, elektrisch verstellbare Vordersitze, schlüssellosen Zugang, eine 360-Grad-Kamera und Privacy-Verglasung hinten. Den Preis für Deutschland nennt MG noch nicht. In Österreich ist der MG S9 PHEV in der „Basis“Comfort“-Ausstattung allerdings bereits zu Preisen ab 39.640 Euro zu ordern. Und in Großbritannien werden für die Topversion umgerechnet 44.300 Euro aufgerufen. In etwa in der Region werden sich wohl auch die deutschen Verkehrspreise einpendeln.

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