Lastenräder sind derzeit schwer angesagt. Nicht nur für den Transport des Nachwuchses durch die City, sondern auch für die Auslieferung von Waren „auf der letzten Meile“, wie es so schön heißt. Also etwa vom Logistikzentrum am Stadtrand zum Geschäft in der Fußgängerzone. Eine elektrische Trittunterstützung macht den Einsatz leicht und selbst eine Zuladung von Kindern oder Gütern mit einem Gewicht von mehreren Zentnern möglich, ohne dass der Kreislauf des Fahrers nach ein paar Kilometern Berg- und Talfahrt kollabiert.

Zwei Wissenschaftler aus Magdeburg wollen mehr autonome Fahrzeuge in den Stadtverkehr bringen - setzen dabei aber auf Fahrräder statt auf Autos. Fahrrad

Das dreirädrige Konzeptfahrzeug Re:Move, das der Industriedesigner Konstantin Grcic zusammen mit dem schwedischen Autohersteller Polestar, dem Aluminiumproduzenten Hydro sowie dem Elektro-Motorradspezialisten CAKE entwickelt hat, soll nun ein neues Kapitel in der Entwicklung des Lastenrads zu einem multifunktionalen Elektrotransporter aufschlagen. Getreten wird hier überhaupt nicht mehr: Der Fahrer steht hinter der Ladefläche auf einer kleinen Plattform und bewegt den „Elektro-Schlitten“ über einen Drehgriff am Lenker. Auf der (Online-)Konferenz „South by SouthWest“ (SXSW) soll das neuartige Gefährt am 17. März offiziell vorgestellt werden.

Insofern sind die technischen Informationen zum Re:Move auch noch sehr dürftig. Die Antriebstechnologie steuerte CAKE bei. Der Elektromotor, den die Schweden in ihrem Elektro-Motorrad verbauen, leistet 11 kW, der Akku hat eine Kapazität von 50 Amperestunden oder 2,6 Kilowattstunden. Es steht allerdings zu vermuten, dass das so genannte Re:Move-System mit schwächeren Leistungsdaten aufwartet.

Re:Move kann 275 Kilogramm schultern

Immerhin 275 Kilogramm, das steht schon fest, soll der „Elektro-Schlitten“ transportieren können – wie weit, werden wir wohl demnächst erfahren. Denn das Re:Move soll keine Stilübung bleiben, sondern spätestens im nächsten Jahr in Serie gehen: Ein funktionierender Prototyp soll noch im Herbst vorgestellt werden.

„Der elektrische Antriebsstrang ist nur der Anfang“, erklärte Polestar-Chef (und erfolgreiche Autodesigner) Thomas Ingenlath die Beteiligung seines Unternehmens an dem Projekt, das vom Design-Magazin Wallpaper angestoßen wurde. „Wir müssen uns mit der gesamten Lieferkette beschäftigen und uns ansehen, mit welchen Materialien wir arbeiten.“

Für Grcic, der mit originellen Entwürfen für Möbel- und Lampenhersteller bekannt wurde, ist Re:Move ein Versuch, die Konstruktion von Lastenrädern neu zu denken: „Die horizontale Plattform und der vertikale Schutz sind im Fahrzeugbau nicht geläufig. In dieser Art würde man normalerweise einen Tisch oder ein Regal bauen.“

Man darf gespannt sein, wie sich dieser „Pragmatismus“ auf das Fahrverhalten des „Elektro-Schlitten“ auswirkt.

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