Sie sind so etwas wie die Lastesel im Zustellverkehr: Die großen Transporter der so genannten „Sprinter“-Klasse. Es gibt sie mit mehreren Radständen und unterschiedlich hohen Aufbauten – und in der Regel nagelt unter der Motorhaube ein Dieselmotor. Doch jetzt zeichnet sich auch in dieser Fahrzeugkategorie eine Antriebswende ab – vom Selbstzünder hin zum Elektromotor. Nach Mercedes (eSprinter) Renault (Master E-Tech), Fiat (E-Ducato), VW (e-Crafter) und Peugeot (e-Boxer) stellt nun auch Opel seinen Stromer für die Logistikbranche vor. Der Movano-e soll noch in diesem Jahr in den Handel kommen – zu welchen Konditionen, steht allerdings noch nicht fest.

Im Unterschied zum Vorgängermodell, das in Kooperation mit Renault entwickelt und produziert wurde, nutzt der neue Movano die Plattform und Technik des PSA-Konzerns. Schließlich ist Opel inzwischen wie die Muttergesellschaft PSA Teil des Stellantis-Konzerns. So ist der Antrieb des Movano-e identisch mit dem des E-Boxer von Peugeot: Ein Elektromotor an der Vorderachse mit einer maximalen Leistung von 90 kW (122 PS) kann je nach Modellvariante und Einsatzzweck mit Akkus in zwei Größen geordert werden. Der Energiespeicher mit 37 Kilowattstunden Kapazität ist für eine Reichweite von 117 Kilometern gut sein, der größere Akku mit 70 kWh Kapazität für 224 Kilometer. Zum Vergleich: Peugeot nennt für den e-Boxer Reichweiten von 200 und 340 Kilometern nach der Verbrauchsnorm WLTP.

Opel Movano-e
Ladezustand des Akkus immer im Blick
Der Opel Movano-e wird mit zwei Akkugrößen angeboten. Die Version mit einer Speicherkapazität von 70 Kilowattstunden muss nach gut 220 Kilometern eine Ladesäule aufsuchen. Wann das der Fall ist, zeigt dem Fahrer die Anzeige im Innenspiegel. Foto: Opel

Die Batterien sind hier wie da so im Fahrzeugboden verbaut, dass das Ladevolumen nicht eingeschränkt wird. Aufgeladen können je nach Aufbau Pakete und Päckchen mit einem Gesamtvolumen von bis zu 17 Kubikmetern. Das zulässige Gesamtgewicht des Movano – der weiterhin auch mit Dieselmotor angeboten wird – reicht von 2,8 bis zu 4,0 Tonnen, so dass bis zu 2,1 Nutzlast aufgeladen werden können. Angeblich gilt das sowohl für die elektrische wie die konventionell angetriebene Version. Der e-Boxer von Peugeot kann übrigens nur 1.895 Kilo schultern.

Elektro-Movano auch als Basis für Camperaufbauten denkbar

Deutlich verbessert zeigt sich der neue Opel Movano in puncto Sicherheit: Der Lieferwagen der neuen Generation verfügt – teilweise gegen Aufpreis, so steht zu vermuten – über eine ganze Armada von Assistenzsystemen. Einen Totwinkel-Warner gibt es ebenso wie ein Spurhaltesystem und einen Anhänger-Assistenten. Und natürlich ist das Nutzfahrzeug voll vernetzt, um Ladevorgänge (mit bis zu 50 kW per CCS-Anschluss) ebenso zu erleichtern wie die Navigation unterwegs oder die Verbindung zum Flottenmanager in der Einsatzzentrale.

Der Elektro-Movano soll allerdings nicht nur als Lieferwagen im Stadtverkehr seine Dienste tun. Varianten sind auch für den Personentransport – und für Camper-Aufbauten in Vorbereitung. Letztere dürften sich allerdings mit der eingeschränkten Reichweite und der niedrigen Ladegeschwindigkeit schwer tun – und weiter zum Dieselantrieb mit Sechsgang-Getriebe greifen. Zumal die deutlich preisgünstiger ausfallen dürfte. Zu den Preisen des neuen Movano schweigt sich Opel allerdings noch aus.

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