Wer eine Luxuslimousine mit großer Strahlkraft und klassischen Proportionen sucht, ist beim Porsche Panamera unverändert kaum am rechten Fleck. Denn das Design der Fließhecklimousine ist gerade in der Topliga noch immer umstritten. Auf der anderen Seite bringt die optische Anlehnung des sportlichen Viertürers an die klassische Porsche-Flyline und den 911 Carrera sicher auch Kunden, die sich von Fahrern einer Mercedes-S-Klasse oder eines Siebener BMW abgrenzen wollen. Und in inzwischen 15 Jahren und drei Modellgenerationen ist nicht allein das Komfortniveau, sondern auch das Styling des Panamera deutlich besser geworden.
Und umweltverträglicher obendrein: Die sportlichste Version ist inzwischen auch als Plug-in-Hybrid erhältlich. Dank eines auf 25,9 kWh Kapazität angewachsenen Akkupakets lassen sich mit dem in der aktuellen Version immerhin rund 80 Kilometer vollelektrisch zurücklegen. Das reicht allemal, um sich während der Woche durch eine Großstadt wie Berlin komplett emissionsfrei zu bewegen.
Elektromotor steckt im Getriebe
Der Elektromotor, der unsichtbar im Getriebegehäuse verbaut ist, bietet zwar nur eine Spitzenleistung von 140 kW (190 PS). Und ein maximales Drehmoment von 450 Nm sorgt auch nicht gerade für raketenartige Ampelstarts. Aber für den Alltagsverkehr reicht es allemal. Vermisst haben wir allerdings eine Möglichkeit, den Akku mit Gleichstrom und mit mehr als 11 kW zu beladen. Die Chance hat Porsche bei der jüngsten Modellpflege verpasst.

Der Panamera ist eigentlich ein viertüriger Porsche 911 sein. Das Fließheck ist in der Klasse weiterhin gewöhnungsbedürftig.
Wahre Porsche-Gefühle kommen ohnehin erst auf, wenn der Fahrer per Drehregler am Lenkrad in den Hybrid- oder Sportmodus wechselt. Dann schaltet sich der Benziner zu, der dank doppelter Turboaufladung allein schon eine Spitzenleistung von 441 kW oder 599 PS darstellen kann. Und das Ganze mit einem maximalen Drehmoment von 800 Newtonmetern. In Kombination mit dem Elektroantrieb werden daraus 575 kW oder 782 PS. Damit lässt sich die über fünf Meter lange Limousine trotz eines Leergewichts von 2,4 Tonnen schon sehr sportlich bewegen.
Wahnsinn: 325 km/h Spitzengeschwindigkeit
Doch der Porsche Panamera Turbo S e-Hybrid ist mehr als eine brutale Fahrmaschine. Die 2,9 Sekunden, in denen sich der Teilzeitstromer auf Tempo 100 katapultiert, interessiert ohnehin nur ein halbstarkes Publikum. Auch nicht die (theoretische) Höchstgeschwindigkeit von 325 km/h: Wer die heute auf deutschen Autobahnen zu erreichen sucht, steht bereits mit einem Fuß im Gefängnis. Die meisten Konkurrenten haben sich deshalb von solchem Tempowahn längst verabschiedet und regeln die Fahrgeschwindigkeit spätestens bei 250 km/h ab.

Bei 80 km/h fährt der Heckspoiler des Panamera aus, um die Auftriebskräfte zu minimieren und das Auto stabil zu halten.
Der Granturismo aus Zuffenhausen hat aber jenseits aller dynamischen Fähigkeiten glücklicherweise noch andere Qualitäten. Beispielsweise eine reaktionsschnelle und kräftig zupackende Bremsanlage, eine extrem präzise Lenkung und ein elektronisch fein justiertes Fahrwerk, das selbst in schnell gefahrenen Wechselkurven nicht ins Wanken kommt.
Luxusauto mit Steuervorteilen
Dass der Porsche Panamera mittlerweile im Fond grandiosen Komfort bietet, die Insassen mit zahlreichen Bedienmodule für Sitzverstellung, Rollos oder Soundsystem der automobilen Umwelt entrücken lässt, dürfte gerade in Europa nur mäßige Bedeutung haben. Das hat natürlich alles seinen Preis: Porsche ruft für den Panamera Turbo S E-Hybrid inzwischen einen Betrag von wenigstens 229.400 Euro auf. Und mit ein paar Extras ist die Viertelmillion schnell überschritten. Dass der Betrieb eines Plug-in Hybrid-Autos als Dienstwagen mit privater Nutzung gewisse steuerliche Vorteile bringt, dürfte da aber keine Rolle mehr spielen.

Der Innenraum des Porsche Panamera Turbo S E-hybrid ist auf einen sportlichen Fahrer zugeschnitten und in klassischer Manier mit feinen Rindhäuten ausgekleidet. Vegan ist da zumindest auf den ersten Blick gar nichts. Fotos: Porsche