Ältere Semester werden sich noch an Peter Falk erinnern, der in den 1970er Jahren in der Fernsehserie Columbo als Mord-Ermittler mit einem in die Jahre gekommenen Peugeot 403 Cabriolet zu Tatorten in Los Angeles kurvte. Vielleicht auch an die deutsche TV-Produktion Gertrud Stranitzki. Inge Meysel verkörperte darin eine erfolgreiche Modeschneiderin aus Berlin, die sich ein Peugeot 404 Cabriolet leisten konnte. Eine wichtige Rolle spielte auch ein Peugeot 406 in der „Taxi“-Saga von Luc Besson – per Knopfdruck ließ sich das Taxi in einen Rennwagen verwandeln.

Ja, auf Produkt-Placement verstehen sie sich bei Peugeot. Vermutlich werden wir auch den Peugeot 408 bald auf der Leinwand sehen – die kürzlich geschlossene Kooperation mit der französischen Filmproduktionsgesellschaft Pathé öffnet dafür Tür und Tor. Rein optisch wäre das Fahrzeug jedenfalls eine Bereicherung. Ob sich das auch in den Verkaufszahlen für das jüngst facegeliftete „Fastback mit Wow-Effekt“ (Modellwerbung) niederschlägt, bleibt abzuwarten.

Leuchtzeichen
Das Fließheck-Crossover ist das erste Modell von PEUGEOT, das am Heck über einen beleuchteten „PEUGEOT“ Schriftzug verfügt

Einen kräftigen Schub könnte die Modellreihe auf jeden Fall gut gebrauchen, insbesondere in Deutschland: Im vergangenen Jahr wurden hier lediglich Exemplare des im elsässischen Mulhouse produzierten Peugeot 408 verkauft. Der größte Teil (3.333 Einheiten) übrigens mit Hybridantrieb. Wiederaufladbar, also Plug-in-Hybride, waren davon lediglich 1353 Fahrzeuge. Und vollelektrisch fahren konnten nur 115 Autos.

Batteriekapazität bleibt unverändert

Wenn sich der Anteil der Teil- und Vollzeitstromer in diesem Modelljahr deutlich erhöht, wird das vor allem an der neuen E-Auto-Förderung hierzulande liegen. Denn die elektrischen Versionen haben von der Modellpflege relativ wenig profitiert. Ok, der neuen Peugeot 408 Plug-In Hybrid 240 e-DSC7 (so die offizielle Modellbezeichnung) kommt nun mit einer Ladung seines nun 14,6 (statt 12,4) kWh großen Akkus im Idealfall bis zu 79 Kilometer weit – bislang waren maximal 63 Kilometer drin.

Das kann dauern
Da nützt auch ein Hypercharger mit 300 kW Leistung nichts: Der Peugeot E-408 nimmt Gleichstrom mit maximal 120 kW auf.

Und der vollelektrische E-408 kommt mit seinem Stromvorrat nun dank aerodynamischer Feinarbeiten nun 456 Kilometer weit – einen Kilometer weiter als bisher. Die Kapazität der Batterie von netto 58,2 kWh wurde ebenso wenig vergrößert wie die Effizienz des 157 kW (213 PS) starken Frontmotors gesteigert. Gewünscht hätten wir uns den 73 kWh-Akku aus dem Peugeot E-5008, aber der Bauraum der Multi-Energy-Plattform des 408 habe dies nicht hergegeben, bedauerte am Rand der Modellpräsentation der verantwortliche Produktmanager. „Vielleicht in der nächsten Modellgeneration“.

Ladeleistung eines Kleinwagens

Wünschen würde man sich für die auch den Wechsel auf ein 800-Volt-Bordnetz und ein entsprechend schnelleres Bordladegerät. Das aktuelle nimmt Gleichstrom mit maximal 120 kW auf. Um den Ladestand der Batterie von 20 auf 80 Prozent anzuheben, braucht es deshalb rund eine halbe Stunde – von 10 auf 80 Prozent noch ein paar Minuten mehr. Das sind Ladeleistungen, die man bei einem elektrischen Kleinwagen akzeptiert – die bei einem stattlichen Mittelklassemodell von 4,67 Metern Länge und einem Preis von knapp 55.000 Euro in der vollausgestatteten Topversion aber nicht mehr filmreif sind.

HUD nach Peugeot-Art
Der Fahrer schaut auf die Cockpit-Anzeigen über das relativ kleine Lenkrad hinweg. Die 3D-Grafik ist den Topmodellen vorbehalten-

Das ist wirklich schade, denn abgesehen davon bietet der Peugeot E-408 eine Menge Auto fürs Geld. Nicht nur optisch, sondern auch praktisch. In Form von ordentlich Platz im Innenraum, einem dank großer Heckluke leicht zu befüllenden und mit 536 Litern Volumen auch großzügig dimensionierten Kofferraum, einem üppigen Arsenal an Assistenzsystemen sowie – in den höherpreisigen GT-Versionen – ein digitales Kombiinstrument mit 3D-Grafik für optimale Lesbarkeit. Es dient zugleich als eine Art Head-up-Display. Denn der Fahrer schaut Peugeot-typisch auf die Anzeigen über das Lenkrad hinweg.

Plug & Charge kommt später, V2H auch

Hier also haben die Franzosen nicht gespart. Das Fahrwerk ist gut abgestimmt, die Lenkung erfreulich direkt – da kommt Fahrspaß auf. Der neue Ladeplaner arbeitet schnell und temperiert bei Annäherung an die Ladestation den Akku vor. Plug & Charge – also die Möglichkeit, die Kontodaten zu hinterlegen, um keine Ladekarten zücken zu müssen – soll gegen Jahresende per Software-Update nachgereicht werden, ebenso die Möglichkeit, den Akku als Powerbank zu nutzen und bei Bedarf Strom für den Betrieb eines Elektrogeräts wieder auszuspeisen. Stichwort Vehicle to Load. Vehicle to Home oder Vehicle to Grid, also die Möglichkeit, den Strom ins Hausnetz oder ins öffentliche Netz zu speisen, ist allerdings nicht vorgesehen.

Vielleicht kommt es mit der nächsten Generation oder Staffel. „Fortsetzung folgt“, erscheint in TV-Serien am Ende einer Folge. Meist dann, wenn die Spannung gerade am höchsten ist. So gesehen hat der E-408 durchaus das Zeug zum Cliffhanger.

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