Für Peugeot läuft es gerade gut. Im abgelaufenen Jahr setzte die Löwen-Marke in Europa (inklusive Großbritannien) rund 640.000 Fahrzeuge ab, 3,3 Prozent mehr als im Jahr davor. In Deutschland betrug das Absatzplus sogar 3,6 Prozent. Und nach allem, was man bisher gehört hat, ist dabei ein ordentlicher Gewinn herausgesprungen – wie es sich im Stellantis-Konzern gehört. Treiber des Geschäfts waren vor allem die Elektroautos von Peugeot, der kleine Peugeot e-208, der neue e-308 und e-308 SW sowie der vollelektrische Kompakt-SUV e-2008. Und auf das „Electric Year 2023“ war erst der Anfang – 2024 wird nachgelegt, wie Markenchefin Linda Jackson beim zweiten „Peugeot E-Lion Day“ versicherte. Ziel sei es, bis zum Jahr 2025 „die führende Marke auf dem europäischen Elektroauto-Markt zu werden.“ Und schon Ende dieses Jahres soll die komplette Modellpalette elektrifiziert sein – mehr oder minder, teil- oder vollständig.

Peugeot e-3008 
Das SUV-Coupé wird in Kürze die Elektro-Offensive von Peugeot fortsetzen. Als erstes Auto der Marke wird es mit einem ChatGPT-gestützten Infotainment-System ausgeliefert, das die Ladepausen zumindest gefühlt verkürzen soll. Fotos: Peugeot
Peugeot e-3008
Das SUV-Coupé wird in Kürze die Elektro-Offensive von Peugeot fortsetzen. Als erstes Auto der Marke wird es mit einem ChatGPT-gestützten Infotainment-System ausgeliefert, das die Ladepausen zumindest gefühlt verkürzen soll. Fotos: Peugeot

Bereits Ende März kommt der vollelektrische und komplett neue Peugeot 408 auf den Markt, zunächst mit einem Hybridantrieb, ab Herbst auch als Vollstromer. Parallel dazu startet der Elektro-SUV e-3008, mit einem 160 kW oder 210 PS starken Antrieb und einer 73 kWh großen Batterie für bis zu 524 Kilometer Reichweite im Drittel-Mix und 651 Kilometer im reinen Stadtverkehr – gemessen nach der Verbrauchsnorm WLTP. Eine spätere Long-Range-Version mit 98 kWh-Akku soll sogar bis zu 700 Kilometer schaffen. Los geht’s hier bei einem Einstiegspreis von 48.650 Euro, der Langstreckenkünstler wird sicher noch deutlich teurer.

Acht Jahre Garantie auf E-Antrieb

Noch darüber rangiert allerdings der neue elektrische e-5008, der ebenfalls im März präsentiert wird und im Sommer in den Handel kommt. Mit einer Reichweite von ebenfalls bis zu 700 Kilometern und einer Antriebsleistung von angeblich 240 kW oder 324 PS. Das Plus dürfte sich auch im Preis deutlich niederschlagen.

Peugeot e-408 
Bis zu 700 Kilometer soll die Limousine in der vollelektrischen Version stromern können. Der Hersteller hat die Garantie auf den gesamten Antriebsstrang samt Ladegerät jetzt auf acht Jahre oder 160.000 Kilometer verlängert.
Peugeot e-408
Bis zu 700 Kilometer soll die Limousine in der vollelektrischen Version stromern können. Der Hersteller hat die Garantie auf den gesamten Antriebsstrang samt Ladegerät jetzt auf acht Jahre oder 160.000 Kilometer verlängert.

Aber damit die Akzeptanz von Elektroautos steigt, ist neben hohen Reichweiten und kurzen Ladezeiten auch Vertrauen der Käufer in die Standfestigkeit des Elektroantrieb erforderlich. Peugeot erweitert deshalb die Herstellergarantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometer, der bislang schon für den Akku galt, nun auch auf den gesamten Antriebsstrang inklusive Motoren, Ladegerät und die wichtigsten elektrischen und mechanischen Komponenten. Vorausgesetzt, der Besitzer führt das Fahrzeug regelmäßig den vorgeschriebenen Inspektionen in der Peugeot-Werkstatt zu. Als erstes Elektroauto der Marke kommt der Peugeot e-3008 in den Genuss der Garantie-Erweiterung.

Chat-GPT an Bord

Und dem e-3008 wurde gleich auch noch eine andere Innovation zuteil: Eine Sprachsteuerung per Chat-GPT. Die künstliche Intelligenz wird in das i-Cockpit integriert, so dass sich der Fahrer während der Ladepausen nicht nur mit seinem Smartphone beschäftigen, sondern auch mit seinem Auto plaudern kann. Oder er kann Rätsel lösen – wenn ihm gerade danach der Sinn steht.

Wichtiger für die Akzeptanz von Elektroautos dürfte aber die Zusicherung von Peugeot sein, dass die Traktionsbatterien nicht nur reparabel, sondern bis zum Jahr auch vollständig recycelbar sein werden – und der Anteil der wiederverwerteten Materialien weiter steigen wird. Von heute 23 Prozent wie beim Peugeot e-3008 auf 40 Prozent im Jahr 2030. Für das Batterierecycling ist die Stellantis-Tochter ein Joint Venture mit der Orano-Gruppe eingegangen: Das mehrheitlich im Besitz des französischen Staates befindliche Unternehmen beschäftigt sich normalerweise mit der Demontage von kerntechnischen Anlagen und hat ein neues Verfahren entwickelt, um wertvolle Rohstoffe aus geschredderten Hochvoltakkus zurückzugewinnen.

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