RS – die beiden Buchstaben stehen für „Rally Sport“ und haben bei Skoda eine lange Tradition. Das erste Fahrzeug mit dem Schriftzug war der Skoda 130 – der legendäre „Porsche des Ostens“, der in den 1970 mit einem 1,3 Liter großen und 105 kW oder 143 PS starken Vierzylinder-Benziner auf Rundstrecken und bei internationalen Rallye-Wettbewerben Klassensiege einfuhr.

Im Motorsport ist Skoda immer noch aktiv. Bei der international besetzten Rallye ADAC Mittelrhein liegen vier Skoda Fabia RS Rallye 2 aktuell in der Spitzengruppe. Und kürzlich stellten die Tschechen vor vor wenigen Monaten zeigten die Tschechen mit dem Konzeptauto Skoda Enyaq RS Race, wie ein Rallye-Fahrzeug mit Elektroantrieb aussehen und performen könnte. Mit vielen Leichtbauteilen, großen Spoilern, Sperrdifferenzialen an Vorder- und Hinterachse, und einem 210 kW oder 340 PS starken Allradantrieb.

Da geht die Post ab 
"Mambagrün" heißt die auffallende Lackierung, die allein dem Skoda Enyaq RS vorbehalten ist. Sie betont die Sportlichkeit noch.
Da geht die Post ab
„Mambagrün“ heißt die auffallende Lackierung, die allein dem Skoda Enyaq RS vorbehalten ist. Sie betont die Sportlichkeit noch.

Mit den gleichen Leistungsdaten glänzt auch der Skoda Enyaq RS in der Serienausführung, der seit 2022 als Coupé, seit 2023 als klassischer SUV angeboten wird. Die sportliche Modellvariante ist zumindest in Deutschland schwer nachgefragt: 34 Prozent der Coupé-Käufer entscheiden sich hierzulande für einen RS, beim Hochdach-Kombi sind es immerhin 15 Prozent.

Leistung und Reichweite steigen

Und bei Skoda sind sie zuversichtlich, dass die Erfolgsgeschichte weitergeht. Dazu haben sie der Baureihe das neue beleuchtbare „Tech-Deck-Face“ verpasst, das bereits das kompakte Schwestermodell Elroq ziert. Und sie haben auch noch ein wenig die Technik optimiert, um den Enyaq RS noch etwas sportlicher daherkommen zu lassen, ohne dass die Reichweite leidet. So wurde die Speicherkapazität des Akkus auf 84 Kilowattstunden (brutto) aufgestockt – 79 kWh lassen sich für den Fahrbetrieb nutzen. Der Vorgänger bunkerte lediglich 82 kWh und nutzte 77 kWh fürs Vorankommen. Dank Batteriezellen von CATL der neusten Generation und einer aerodynamischen Optimierung der Karosserie (der cW-Wert des Coupé beträgt nur noch 0,239) steigt darüber die Reichweite von 540 auf 550 Kilometer. Und das obwohl die Antriebsleistung von 220 kW (299 PS) auf 250 kW (340 PS) steigt. Das kann sich sehen lassen.

Qual der Wahl 
Mit Steilheck sieht der Enyaq RS nicht ganz so sportlich aus. Auch ist der cW-Wert geringfügig schlechter als der des Coupé. Dafür passen in den Kofferraum 15 Liter mehr. Und die Sicht nach hinten ist deutlich besser.
Qual der Wahl
Mit Steilheck sieht der Enyaq RS nicht ganz so sportlich aus. Auch ist der cW-Wert geringfügig schlechter als der des Coupé. Dafür passen in den Kofferraum 15 Liter mehr. Und die Sicht nach hinten ist deutlich besser.

Das gilt auch für den Preis. Eigentlich wäre zu erwarten, dass Skoda die Preise für den Enyaq RS ein Stück anhebt. Wegen der verbesserten Technik, aber auch der aufgebesserten Serienausstattung. So gibt es beim RS nun das „Advanced Paket“ kostenlos hinzu, das unter anderem ein Head-up-Display, eine Soundanlage von Canton und eine elektrische Heckklappe beinhaltet. Bestellern eines Enyaq 85 werden dafür schlappe 4.920 Euro abverlangt. Und auch das 430 Euro teure „Winterpaket“ mit beheizbaren Sitzen und einer drahtlos beheizbaren Frontscheibe ist nun im Fahrzeugpreis von 58.600 Euro inkludiert. Unterm Strich ist der Enyaq des Modelljahres 2025 rund 1300 Euro günstiger als das Vorjahresmodell. Da ist sicher nicht nur bei Dienstwagenfahrern die Verlockung groß, den Sportdress zu wählen.

Trommelbremsen als Schwachpunkt

Zumal sich der Enyaq RS auch ganz entspannt bewegen lässt, wie wir bei einer kurzen Testfahrt durch den Odenwald feststellen konnten. Klar, in bestimmten Verkehrssituation mag es hilfreich sein, in fünf Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen zu können. Uns beeindruckte aber vielmehr das dank Akustikverglasung erfreulich niedrige Geräuschniveau im Innenraum und die satte, stabile wie (dank adaptiven Dämpfern) auf Knopfdruck auch komfortable Straßenlage. Qualitativ gab es – bis auf die Zuziehgriffe aus Hartplastik – an dem Modell noch nie etwas groß zu kritisieren. Die Bremsen könnten etwas schneller reagieren, der Bremsdruck sich etwas schneller aufbauen.

Das passt 
Der Innenraum des Skoda Enyaq ist in der Lounge-Selection mit Leder und Kunstfasern ausgeschlagen, ein Head-up-Display ist Serie. Und die Bedienung gibt so gut wie keine Rätsel auf. Das Qualitätsempfinden stören allenfalls die Zuziehgriffe aus Hartplastik.
Das passt
Der Innenraum des Skoda Enyaq ist in der Lounge-Selection mit Leder und Kunstfasern ausgeschlagen, ein Head-up-Display ist Serie. Und die Bedienung gibt so gut wie keine Rätsel auf. Das Qualitätsempfinden stören allenfalls die Zuziehgriffe aus Hartplastik.

Ohnehin erwartet man von einem Sportwagen heutzutage Scheibenbremsen ringsum – der Skoda Enyaq RS hat wie alle E-Autos auf der MEB-Plattform Trommelbremsen hinten. Und, ach ja, wenn schon Panorama-Glasdach, dann sollte es sich auch auf Knopfdruck verdunkeln lassen wie im Renault Scenic Electric – eine Einsteck-Lösung aus dem Zubehörhandel ist in der Preisklasse fehl am Platz.

Anhängelast steigt noch

Aber damit haben wir die Kritikpunkte auch schon abgehakt. Der Stromverbrauch geht mit einem Durchschnittsverbrauch von 20,8 kWh/100 km wie auf der Testfahrt in Ordnung. Ebenso wie die Ladeleistung von 185 kW – bei einem Elektroauto mit 400-Volt-Bordnetz ist nicht viel mehr drin. Zumal das Lademanagement so gut ist, dass der Akku nach 25 Minuten wieder nach 25 Minuten zu 80 Prozent gefüllt ist. Auch die Möglichkeit, den im Akku gespeicherten Strom bei Bedarf (über eine spezielle Wallbox) ins Hausnetz einspeisen zu können, dürfte für manchen Eigenheim-Besitzer verlockend klingen. Trotzdem sollte man mit der Bestellung vielleicht noch eine Weile warten – wenn man mit dem Allradler einen Wohnwagen ziehen möchte. Wie wir hören, soll die Anhängelast von derzeit 1400 Kilogramm (gebremst) zum Jahresende auf 1800 Kilogramm steigen.

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