Die geopolitischen Verwerfungen schlagen derzeit voll auf die heimischen Zapfsäulen durch. Infolge des Krieges im Iran stöhnen Verbrenner-Fahrer über historische Höchstpreise: Ein Liter Benzin kostet an deutschen Tankstellen mittlerweile flächendeckend über zwei Euro, an den Autobahnen werden in der Spitze sogar bis zu 2,65 Euro pro Liter fällig. Automobilexperten sind sich einig, dass dieser massive Preisschock die Nachfrage nach Elektroautos spürbar anheizen wird. Onlineplattformen und Fahrzeughändler registrieren bereits spürbar mehr Nachfragen nach Stromern

Passend zu diesem Momentum drehen nun auch erste Ladeinfrastruktur-Betreiber an der Preisschraube – im Unterschied zu den Mineralölgesellschaften allerdings nach unten.

Besonders aggressiv geht aktuell Audi in den Markt, um die Aufmerksamkeit auf seine aktuell acht Charging Hubs in Deutschland zwischen München, Berlin und Bremen zu lenken. Vom 24. März bis zum 2. April 2026 senken die Ingolstädter den regulären Kreditkartenpreis an den Schnellladestationen von 60 auf nur noch 29 Eurocent pro Kilowattstunde Gleichstrom. Und der Tarif gilt nicht nur für Elektroautos der Marke Audi, sondern für Stromer aller Marken. „Noch immer wissen viele Menschen nicht, dass unser Ladenetz vollständig markenoffen ist“, erklärt Audi-Manager Simon Murra den Sinn der (leider befristeten) Werbe-Aktion. „Bei uns jedes Elektroauto willkommen ist – ganz gleich, welches Logo es trägt“.

Fastned senkt Ladestrompreis dauerhaft um vier Cent

Während Audi auf einen extrem günstigen, aber befristeten Aktionspreis setzt, kündigt das europäische Schnellladeunternehmen Fastned – wie zuvor schon Ionity – beinahe zeitgleich eine dauerhafte Preisanpassung in der Breite an. Zum 1. April 2026 sinkt hier der Ad-hoc-Ladepreis von 0,73 Euro auf 0,69 Euro je Kilowattstunde an seinen über 50 Schnellladeparks in Deutschland. Möglich werde dies durch gesunkene Netzentgelte infolge eines Bundeszuschusses für das Jahr 2026, erklärte das Unternehmen. Diesen Preisvorteil wolle man direkt an seine Kundinnen und Kunden weitergeben.

Laden mit Sonnenstrom 
An über 50 Standorten in Deutschland hat der niederländische Schnellladeanbieter Fastned seine Stationen aufgebaut, wo unter dem Solardach Elektroautos mit bis zu 400 kW Strom für die Weiterfahrt aufnehmen können. Foto: Fastned
Laden mit Sonnenstrom
An über 50 Standorten in Deutschland hat der niederländische Schnellladeanbieter Fastned seine Stationen aufgebaut, wo unter dem Solardach Elektroautos mit bis zu 400 kW Strom für die Weiterfahrt aufnehmen können. Foto: Fastned

Linda Boll, Country Director Fastned Deutschland, bringt den Schritt auf den Punkt: „Ein attraktives Ladeerlebnis entsteht nicht nur durch gutes Design und hohe Zuverlässigkeit, sondern auch durch einen fairen Preis“. Sie ergänzt: „Dank der gesunkenen Netzentgelte können wir in Deutschland ab dem 1. April das Schnellladen für noch mehr Menschen attraktiver machen“.

Sinkende Strompreise

Wer als Fahrer eines Elektroautos zudem die hauseigene App nutzt und dort ohne Abo-Bindung eine Bank- oder Kreditkarte als primäres Zahlungsmittel hinterlegt, profitiert von einem weiteren Rabatt in Höhe von zehn Prozent auf den regulären Ad-hoc-Preis. Für Viellader bietet Fastned darüber hinaus eine Gold-Mitgliedschaft an, die für monatlich 11,99 Euro den Tarif auf 0,48 Euro pro Kilowattstunde senkt.

Angesichts der eskalierenden Krisenlage an den Tankstellen senden diese Maßnahmen am Ladesäulenmarkt ein klares Signal: Es rechnet sich, auf ein Elektroauto umzusteigen. Die Schere der Betriebskosten öffnet sich derzeit rasant zugunsten der Elektromobilität – ein Argument, das bei den hohen Preisen für die fossilen Kraftstoffe bei immer mehr Autofahrern auf offene Ohren stoßen dürfte.

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