Der Markt für Elektroauto ist in Deutschland keineswegs zum Erliegen gekommen. Das erklärte das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Eschborn bei Frankfurt auf Anfrage von EDISON. Eine entsprechende Meldung der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) unter der Überschrift „Der Verkauf von Elektroautos steht still“ sei definitiv falsch. Das Amt habe einen täglichen Eingang von rund 300 Anträgen“ auf Zahlung einer Prämie für die Anschaffung eines Elektroautos, eine Abschwächung des Interesses am so genannten Umweltbonus sei derzeit nicht erkennbar.

Aktuell (Stand: 6. Dezember) liegen dem BAFA exakt 159.574 Anträge auf Förderung vor, die nun mit Hochdruck abgearbeitet werden. Seit Jahresende seien bereits rund 60.000 Anträge positiv beschieden worden – Tendenz steigend.

Gewerbekunden treiben das Geschäft

Interessante Erkenntnisse liefert auch die detailliertere Analyse der Förderanträge. Zwei Drittel davon entfällt demnach auf rein batterieelektrische Fahrzeuge, der Rest auf Plug-in-Hybride. Und die mit Abstand meisten Anträge auf Förderung kommen aus Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg. Das Gros der Stromer oder Teilzeit-Stromer (rund 90.000 Autos) soll gewerblich genutzt werden, von Privatpersonen wurden nur knapp 67.000 Förderanträge gestellt.

Und welche Fahrzeuge sind derzeit besonders gefragt?

Bei den Elektroautos entfielen die mit Abstand meisten Förderanträge (17.627) auf den Renault Zoe, gefolgt vom BMW i3 (14.113) und dem e-Golf von Volkswagen (7850). Obwohl das Modell in die Jahre gekommen ist und der technisch überlegene Nachfolger ID.3 bereits in den Startlöchern steht, ist das Interesse an dem Kompaktmodell aus Dresden immer noch sehr hoch.

Da wird einem warm ums Herz
Den neuen Seat Mii Electric bieten Händler derzeit Gewerbetreibenden schon zu Leasingraten ab 39 Euro im Monat an. Foto: Seat

Für den Erfolg greifen die VW-Marketingstrategen allerdings auch tief in die Tasche: Nach der Preissenkung um 4000 Euro im Sommer laufen aktuell weitere (zeitlich begrenzte) „Aktionen“. Dadurch ist der e-Golf bis zum Jahresende zu einem Basispreis von nur noch 26.806 Euro zu bekommen – da können andere Hersteller nicht mithalten. Leasingraten für Gewerbekunden von 165 Euro (bei dreijähriger Vertragslaufzeit und einer Jahresfahrleistung von 10.000 Kilometern) sind auf diese Weise darstellbar.

In diesem Jahr ist fast nix passiert, aber 2020 kommt die große Welle. Da werden sich neue Elektroautos geradezu explosionsartig vermehren. Ehrlich, versprochen. Der Countdown läuft schon, und wir haben für Sie die detaillierte Vorschau über die Modellneuheiten in drei Teilen. Elektroauto

Opel und Renault können nicht mithalten

Zum Vergleich: Bei den gleichen Rahmenbedingungen kostet der neue, aber deutlich kleinere Opel Corsa-e bereits 341,60 Euro. Kommentar eines großen Opel-Händlers aus dem Rheinland: „Die machen derzeit werblich viel Jedöhns um den Corsa-e, haben aber offenbar kein großes Interesse, das Auto in großen Stückzahlen auf die Straße zu bringen.“ Als Alternative empfahl er einen Seat Mii EV in Topausstattung: Nochmals kleiner als der Opel Corsa, aber mit einer Leasingrate von 70 Euro derzeit unschlagbar günstig. Für den Monatsbetrag gibt es für den Renault Zoe nicht einmal eine Batterie.

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