Die jüngsten Untersuchungen des Allgemeinen Deutschen Automobil Clubs (ADAC) überraschen nicht. Auch wenn sich der Trend leicht abgeschwächt hat: Je älter ein Fahrzeug wird, umso größer ist dessen Pannenwahrscheinlichkeit. Hatte ein zehn Jahre altes Auto 2015 noch eine Pannenwahrscheinlichkeit von 6,5 Prozent, reduzierte sich dieser Anteil im vergangenen Jahr auf gerade noch 3,1 Prozent.

Immer höher wird auf deutschen Straßen dagegen das Durchschnittsalter der Fahrzeuge. So lag das Durchschnittsalter der im vergangenen Jahr von Pannen betroffenen Fahrzeuge im Schnitt bei knapp 14 Jahren. Ein Grund dafür, weshalb auch die Zahl der Panneneinsätze des größten deutschen Automobilclubs in 2025 leicht stieg. Im vergangenen Jahr waren die Pannenhelfer des ADAC rund 3,7 Millionen Mal im Einsatz – eine Steigerung um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Stromer schlägt Verbrenner Die Pannenstatistik des ADAC für 2025 zeigt ein klares Bild: Mit 17,4 Zwischenfällen pro 1000 Autos des Zulassungsjahrs 2020 brauchen konventionell angetriebene Fahrzeuge (grau) 40 Prozent häufiger Hilfe als Stromer (gelb). Grafik: ADAC

Ein Trend lässt sich in den vergangenen Jahren ebenfalls immer deutlicher absehen. Elektrofahrzeuge sind über alle Altersklassen hinweg deutlich zuverlässiger als die vergleichbaren Autos mit Verbrennungsmotor. Das belegt insbesondere die Zahl der realen Pannen pro 1.000 Fahrzeuge. Ein vier Jahre altes Elektroauto wies 2025 eine sogenannte Pannenkennziffer von 6,5. Bei einem konventionell angetriebenen Fahrzeug lag die Pannenwahrscheinlichkeit mit 12,5 fast doppelt so hoch lag.

Kompliziert Bordelektronik zickt manchmal

Die Gründe liegen auf der Hand, denn bei einem Auto mit Elektroantrieb sind deutlich weniger Verschleißteile als bei einem Verbrenner verbaut. Als typische Fehlerquellen bei den Fahrzeugen mit klassischem Verbrennerantrieb benennt der ADAC in der Analyse seiner Pannenstatistik unter anderem Komponenten des Antriebsstrangs oder das Kraftstoffsystem.

Ein Sachverhalt hat sich über die Jahre nicht verändert. Nach wie vor ist die mit Abstand häufigste Ursache für Panneneinsätze ein Defekt der 12-Volt-Batterie, auf die fast die Hälfte aller Fälle zurückgehen. Bei Elektroautos gibt es dagegen einen auffällig hohen Anteil der Pannenfälle durch ein defektes Bordnetz. Hier ist die Pannenkennziffer sogar höher als bei Verbrennern, was die ADAC-Experten auf die kompliziertere Bordelektronik bei Elektromodellen zurückführen.

BMW i3 
Der kompakte, zwischen 2013 und 2022 gebaute Viersitzer zählt zu den zuverlässigsten Elektroautos seiner Klasse. Vielleicht ein Grund, warum die Nachfrage nach dreijährigen Leasingrückläufern deutlich gestiegen ist. Besonders die S-Modelle sind gefragt. Foto: BMW
BMW i3
Der kompakte, zwischen 2013 und 2022 gebaute Viersitzer zählt zu den zuverlässigsten Elektroautos seiner Klasse. Vielleicht ein Grund, warum die Nachfrage nach dreijährigen Leasingrückläufern deutlich gestiegen ist. Besonders die S-Modelle sind gefragt. Foto: BMW

Einige Fahrzeugmodelle sind unabhängig von ihrem Zulassungsjahr besonders zuverlässig. Bei den dreijährigen Autos sind der BMW i3 (PKZ 0,4) und das Tesla Model 3 (0,7) die zuverlässigsten Vertreter – beides Elektroautos. Bei den Modellen mit Verbrennungsmotor sind Mini Cooper und der BMW X2 besonders pannenarm.

Hyundai Ioniq 5 hat Probleme mit der Stromversorgung

Im Gegensatz dazu bleiben andere Modelle auffällig häufig liegen. Das gilt zu gehört nach wie vor der Toyota C-HR, der in zahlreichen Jahrgängen zu den unzuverlässigsten Fahrzeugen seiner Klasse zählt. Gleiches gilt für die Toyota-Modelle RAV4, Yaris (Cross) und Corolla. Bei den Elektroautos fallen die vergleichsweise hohen Pannenzahlen des Hyundai Ioniq 5 auf, bei dem es ein offenkundiges Problem mit einem Bauteil der Stromversorgung gibt.

In der ADAC Pannenstatistik werden die Pannen von 158 Fahrzeugmodellen von 27 Herstellern erfasst. Es werden dabei allein Baureihen berücksichtigt, die in mindestens zwei Jahren zwischen dem ersten und zehnten Jahr mehr als 7.000 zugelassene Fahrzeuge im Bestand laut Kraftfahrtbundesamt aufweisen.

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