Man kann nur hoffen, dass sich Marketing und Vertrieb von Toyota bei der Nomenklatur des neuen Elektro-Crossovers noch etwas einfallen lassen. Denn welcher Kunde geht zum Händler und fragt nach einem bZ4X? Das klingt doch eher nach einem Astromechdroiden als nach einem Auto, eher nach einem Schwesterlein des Sta-Wars-Roboters R2-D2 als nach einem Auto, das Toyota in die Zukunft tragen soll.

Vielleicht ist es ja auch nur Blindtext – lassen wir uns überraschen, unter welchem Namen Toyota Deutschland das 4,69 Meter lange Elektro-Crossover im Sommer kommenden Jahres bei uns anbieten wird. Das Kürzel bZ, so versucht man uns zu erklären, steht für „beyong zero“, 4X für das Modell und nicht für das Antriebskonzept. Denn auch die Version mit Frontantrieb trägt das X im Namen. Technik und Design des bZ4X entsprechen dabei weitgehend der Studie, die Toyota in China vor wenigen Monaten erstmals der Öffentlichkeit präsentierte. Markant sind die Front ohne Kühlergrill mit den betont schmalen LED-Augen. Ins Auge fallen zudem die ausgestellten Radhäusern sowie der 2,85 Meter lange Radstand – die Designer immerhin haben einen guten Job gemacht. Sie nutzten dabei eine komplett neue Plattform, auf der zukünftig eine Vielzahl neuer Elektromodelle aufsetzen soll.

Scharfe Linien 
Das Design des neuen Toyota bZ4X ist mindestens so gewöhnungsbedürftig wie die Modellbezeichnung. Fotos: Toyota
Scharfe Linien
Das Design des neuen Toyota bZ4X ist mindestens so gewöhnungsbedürftig wie die Modellbezeichnung. Fotos: Toyota

Obligatorisch ist bei der Plattform ein variabel großes Akkupaket zwischen den beiden Achsen, wahlweise bietet die Plattform Front- oder Allradantrieb. Durch ein betont flachbauendes Akkupaket mit einer Kapazität von 71,4-kWh baut der neue bz4X über acht Zentimeter flacher als der aktuelle Toyota RAV4, der zudem einen um 16 Zentimeter kürzeren Radstand aufweist. Die maximale Reichweite der beiden bZ4X-Modelle liegt bei 460 beziehungsweise 500 Kilometer. Der Fronttriebler leistet dabei 150 kW / 204 PS, während die Allradversion kaum mehr Leistung hat. Hier ist an Vorder- wie Hinterachse ein Elektromotor mit nur 80 kW / 109 PS verbaut, was zusammen eine Antriebsleistung von 160 kW / 218 PS erbringt.

In 7,7 Sekunden von Null auf Hundert

Es ist anzunehmen, dass zu einem späteren Zeitpunkt eine sportlichere Version mit deutlich mehr Leistung folgen wird – andernfalls würde Toyota der Konkurrenz hinterherfahren. Aus dem Stand sollen die beiden ersten Modelle in 8,4 sowie 7,7 Sekunden auf Tempo 100 spurten. Auf Wunsch ist der Toyota bZ4X auf bis zu 20 Zoll großen Rädern unterwegs. Für einen geringen Luftwiderstand sorgen die vollständige Abdeckung des Unterbodens, ein großer zweigeteilter Dachspoiler sowie Heckdiffusor und -spoiler.

Puristischer Innenraum 
Toyota hat im neuen Elektroauto die Zahl der Knöpfe und Taster drastisch reduziert. Die wichtigsten Funktionalitäten werden direkt über das Zentraldisplay gesteuert. Das kennen wir inzwischen schon von anderen Marken.
Puristischer Innenraum
Toyota hat im neuen Elektroauto die Zahl der Knöpfe und Taster drastisch reduziert. Die wichtigsten Funktionalitäten werden direkt über das Zentraldisplay gesteuert. Das kennen wir inzwischen schon von anderen Marken.

Der Innenraum ist abgesehen von dem auffällig offenen Lenkrad betont zurückhaltend, beinahe schon puristisch. Der Fahrer blickt auf eine niedrige Instrumententafel, die den offenen Charakter der Kabine hervorhebt und zugleich die Sicht nach vorn verbessert. Das optionale Panoramadach bringt dabei viel Licht in den Innenraum.

Allradantrieb von Subaru

Ungewöhnlich tief liegt das Lenkrad und so schaut der Fahrer darüber auf ein sieben Zoll großes Informationsdisplay und hat für die anderen Funktionen einen großen Zentralbildschirm in der Mitte der Armaturentafel. Ansonsten bietet der Japaner Platz für bis zu fünf Personen sowie ein Gepäckraumvolumen von bis zu 452 Litern.

Der Allradantrieb wurde in Zusammenarbeit mit Subaru entwickelt. Für maximale Traktion lassen sich verschiedene Fahrmodi auswählen: Schnee/Schlamm, Tiefschnee und Schlamm (mit Fahrgeschwindigkeiten von bis zu 20 km/h. Für besonders anspruchsvolles Gelände gibt es zudem die Anfahrhilfe Grip Control. Im Alltagsbetrieb auf der Straße lässt sich der Toyota nahezu komplett mit dem Gaspedal bewegen, da die Bremsen nur für starke Bremsungen gebraucht wird.

Gleichstrom mit bis zu 150 kW 
Der Toyota bZAX wird in Europa über einen CCS-Anschluss verfügen, über den an Schnellladesäulen bis zu 150 kW aufgenommen werden können. Mal schauen, ob die Ladeklappe dann auch noch auf die andere Fahrzeugseite wandert. Zu wünschen wärs.
Gleichstrom mit bis zu 150 kW
Der Toyota bZAX wird in Europa über einen CCS-Anschluss verfügen, über den an Schnellladesäulen bis zu 150 kW aufgenommen werden können. Mal schauen, ob die Ladeklappe dann auch noch auf die andere Fahrzeugseite wandert. Zu wünschen wärs.

An einer Schnellladesäule kann der Toyota bZ4X mit maximal 150 Kilowatt Gleichstrom nachtanken, wobei der Akku des Elektro-SUV im Stand auch vom Solardach gespeist wird.

Marktstart ist Mitte 2022 – bis dahin kann es ja noch etwas werden mit einem echten Namen. Und bis dahin werden wir sicher auch noch erfahren, was das Elektroauto kosten wird. Bislang gibt es dazu keine Angaben.

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1 Kommentar

  1. Avatar

    Ich weiß nicht warum, aber irgendwie hackt jeder auf den Namen des Toyota bZ4X herum und nur wenige Journalisten/innen sprechen darüber, dass er ein sehr innovatives Akku-Thermomamagement hat.

    Auch die Fahrleistungen anzukreiden langweilt mich immer, weil es um Energieverbrauch weltweit geht und nicht um peak performance auf freien Autobahnen wie in Deutschland. 😉

    Bis jetzt sind alle Toyota Produkte genau der globalen Nachhaltigkeitsstrategie nachgekommen. Das übergeordnete Ziel von langfristigen Ergebnissen und Resourcen-Effizienz wird dort in Japan sehr konsequent verfolgt.

    Volkswagen streitet sich z.B. lieber offener Bühne und auch noch direkt am Hauptsitz in Wolfsburg wie jetzt zwischen Betriebsrat und Vorstand. Das passiert bei Toyota sehr augenscheinlich seit Jahrzehnten nicht. Dort gibt es kein Gejammere über Auslastungen oder Nachfragen für Fördermaßnahmen, nur weil man plötzlich alles auf E-Antriebe umstellen will. 😉

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