Spiros Fotinos hat 24 Jahre lang für Toyota gearbeitet, dort unter anderem das Europageschäft von Lexus geleitet und Strategien für das Geschäft mit Elektro- und Hybridautos entwickelt. Seit September 2022 ist der Grieche Europachef bei Zeekr, neben Volvo und Polestar eine der Marken aus dem Autoimperium des chinesischen Mercedes-Großaktionärs Li Shufu. Die Marke mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen verfolgt ambitionierte Ziele, unter anderem mit dem Zeekr 001, der im Frühjahr auf den deutschen Markt kommt und hier unter anderem gegen den Porsche Taycan antritt. Im Interview erklärte uns der CEO von Zeekr Europe, warum die Europa-Offensive der chinesischen Automarke erfolgreich sein wird, was er von Tesla gelernt hat – und den etablierten Autobauern rät.
Herr Fotinos: Welchen Rat würden Sie den etablierten Automobilherstellern geben?
Sich von der Vergangenheit zu lösen, sobald die Zeit dafür gekommen ist.
Und was können junge Marken von den traditionellen Autobauern lernen?
Man darf nicht langsam sein.
Unter dem Geely-Dach sind viele Marken vereint. Wie will sich Zeekr als Premiummarke von anderen Schwestermarken wie Polestar unterscheiden?
Wir haben uns die europäischen Vielmarkenkonzerne genau angeschaut und festgestellt, dass die Markenstruktur sehr hierarchisch gehandhabt wird. Das definiert den Technologiefluss in einer bestimmten Reihenfolge. Bei Geely ist das nicht der Fall. Die Marken sind viel horizontaler, also gleichwertiger angeordnet, allerdings mit sehr klaren Alleinstellungsmerkmalen. Bei Volvo ist die Sicherheit, wohingegen Polestar sehr designorientiert ist. Dann haben Sie Lynk & Co, bei denen es um die Nutzererfahrung geht.
Und Zeekr?
Bei uns geht es um die technische Seite der intelligenten elektrischen Mobilität.
Wie soll das aussehen? Software kann man ja kaum mit feinstem Leder beziehen?
Nur ein Beispiel: Bei der Kooperation mit Waymo kommt das L4-Robotaxi von uns. Bei Geely besteht die Differenzierung darin, es den einzelnen Marken zu ermöglichen, ihre Nische, ihr Alleinstellungsmerkmal zu finden und dieses zu besetzen, aber gleichzeitig auch sein Modellportfolio eigenständig zu entwickeln.
„Bei uns geht es um die technische Seite der intelligenten elektrischen Mobilität.“
Fotinos über den Unterschied zwischen Zeekr und Polestar
Klingt prächtig, aber die Umsetzung dieses Konzepts ist doch alles andere als trivial?
Ja, aber wenn wir den gesamten Marktanteil der Geely-Marken in Europa betrachten, ist noch genug Raum für jede Marke vorhanden, um zu wachsen.
Was ist für Sie das Premium der Zukunft?
Das hat zum einen mit der Hardware zu tun, die wir verbauen. Die muss möglichst leistungsfähig sein. Das Gleiche gilt für die Software. Die kommt nicht von Google oder Apple, sondern von uns selbst und das wird auch so bleiben.
Warum lassen Sie Google und Apple außen vor? Wollen Sie sich nicht mit dem Feind ins Bett legen?
Nein, damit hat das gar nichts zu tun. Wir wollen einfach unser Produkt und unsere Services völlig unabhängig entwickeln. Ich glaube, das wird in Zukunft einige Vorteile bringen.
Welche zum Beispiel?
Die Geschwindigkeit, mit der ich auf Kundenwünsche reagieren oder Probleme beseitigen kann. Das geht viel schneller, wenn man volle Kontrolle über die Kernsoftware hat und nicht die eines Partners nutzt.
Das Konzept, auf Händler zu verzichten, praktizieren auch andere Marken. Ein Problem ist aber immer das Aftersales-Geschäft beziehungsweise Services wie Reparaturen oder Inspektionen. Wie gehen Sie das an?
Wir haben drei Arten von Services. In jedem Land wird es mindestens ein zentrales Hightech-Service-Zentrum geben. In Deutschland sicher mehr. Dann werden wir mobile Services anbieten. Wir haben festgestellt, dass rund 80 Prozent der Wartungs- und Reparaturarbeiten eines Elektroautos beim Kunden durchgeführt werden können. Das Dritte sind Partner. Die suchen wir sehr sorgfältig aus. Deswegen haben wir noch keine Kooperation verkündet.

Mit dem Crossover will das chinesische Unternehmen unter anderem dem Porsche Taycan Konkurrenz machen.
Worauf legen Sie bei den Partnern wert?
Eine gleichbleibende hohe Qualität. Egal wo. Wenn ein Zeekr-Kunde aus den Niederlanden mit seinem Auto nach Frankreich in den Urlaub fährt und dort eine Panne oder ein anderes Problem hat, muss dieses mit derselben Güte gelöst werden wie bei seinem heimischen Betrieb. Auch wenn wir unsere Autos zunächst in den Niederlanden und in Schweden auf den Markt bringen, müssen wir jetzt schon in den anderen Ländern ein Partnernetzwerk aufbauen, das diesen Ansprüchen gerecht wird.
Ganz andere Frage: Was kann Zeekr von Tesla lernen?
Dass man mit dem richtigen Nutzenversprechen in den Markt eintritt. Das bedeutet eine angemessene Preisstruktur und vor allem die Einsicht, dass es bei der Elektromobilität nicht nur um das Auto geht. Also erst die Lade-Infrastruktur aufzubauen und vor allem seine eigene Software ins Auto bringen.
Und umgekehrt: Was könnte Tesla bei Zeekr lernen?
Ich sehe schon Elon Musk vor mir, wie er das liest. (lacht) Ich glaube, die können noch ein paar Sachen lernen, was die Premium-Verarbeitungsqualität angeht. Vor allem das Finish und die Materialien.
Vielen Dank für das Gespräch.
Die Deutschen brauchen 40 Jahre, um erfolgreich zu sein, 30 Jahre Japaner, Koreaner 20 Jahre, und Chinesen nur 10 Jahre. In China ist übrigens Führerschein ausstellen Dauer von 2 Stunden, hier zwei Wochen mit Glück wieder 2 W. vorherige Terminbuchung. Und beim Endbeglaubigung Baaf = 6 Monate ??!! Das sagt alles.
Energiewende in der aktuellen Form ist nur eine Methode die Welt dort sauberer zu machen, wo sie eh schon sauber ist und den Dreck an anderer Stelle abzuladen und das zu vergessen. Was ist mit der Zerstörung und Verseuchung ganzer Landstriche in Chile, China und Kongo mit der Ausbeutung der Menschen und vorallem auch der Kinder. Ist dasgerechtfertigt um sich bei uns hier eine Heile Welt vorzuschwindeln. Energiewende in der heutigen Form ist keine Lösung, nur die fortgeführte Zerstörung auf andere Art.