Der kommende VW ID.Polo bekommt einen großen Bruder im SUV-Kleid, der auf gleicher Plattform unterwegs ist. Dabei ist der ID.Cross (auch die Modellbezeichnung ID.2X war mal angedacht) der natürliche Nachfolger des aktuellen T-Cross mit Verbrenner. Die Front soll sich mit der hohen Linie und den schmalen LED-Leuchten freundlicher als bei der aktuellen ID-Generation präsentieren. Die langgezogene Dachlinie, die sich über die C-Säule hinaus erstreckt und in einem kleinen Spoiler endet, sowie die schwarz lackierten C-Säulen sind markant. Chefdesigner Andreas Mindt und sein Team wollten den Innenraum wohnlicher gestalten und so bietet bereits der getarnte Prototyp Soft-Touch-Oberflächen, harmonische Farben, mehr physische Tasten und Retro-Designelemente in der Instrumentierung.

Das Armaturenbrett ist horizontal ausgerichtet; mit einer gemeinsamen Sichtachse für das Kombiinstrument (26 cm Diagonale) und den zentralen Infotainment-Bildschirm (32,77 cm). Im Kombiinstrument zieht die Retro-Ansicht mit klassischem Tachometer links und Drehzahlmesser rechts durchaus Blicke auf sich. Das misst nicht die Umdrehungen, sondern zeigt die vom Elektromotor abgegebene oder zurückgewonnene Leistung an.

Grün ist die Hoffnung
Bei unserer ersten Ausfahrt war der ID.Cross noch bunt beklebt. Denn die offizielle Markteinführung ist erst im Herbst.

Das Lenkrad wurde komplett neugestaltet. Die Tastenleiste links vereint die Funktionen der Fahrerassistenzsysteme und die des adaptiven Tempomaten. Die Verarbeitung ist solide, die Polsterung hingegen strukturell hart und teilweise mit einer dünnen Schicht aus Stoff bezogen. Die Klimabedienelemente befinden sich in der Mitte des Armaturenbretts in einer Reihe physischer Tasten. Darunter ist die Ablage für das optionale kabellose Laden des Mobiltelefons.

Jede Menge Platz auf 4,15 Metern Länge

Der ID Cross ist 4,15 Meter lang und damit nur gerade einmal 2,6 Zentimeter länger als der aktuelle T-Cross. Der Radstand ist wie bei vielen Elektromodellen üblich um fünf auf 2,60 Meter gewachsen und entspricht damit dem des ID Polo. Dies führt zu mehr Platz für die Passagiere in der zweiten Sitzreihe. Selbst Passagiere mit einer Körpergröße von 1,80 m haben in der zweiten Reihe drei Fingerbreit Platz bis zum Dach und genug Raum für die Knie.

Durch den ebenen Boden ist der Platz für einen Passagier in der Mitte der Rückbank leichter zugänglich, allerdings ist dessen Beinfreiheit etwas eingeschränkt. Der Kofferraum fasst stattliche 475 Liter – immerhin 20 Liter mehr als beim T-Cross. Zusätzlich gibt es einen vorderen Kofferraum („Frunk“) mit 22 Litern Volumen, der sich für aber kaum mehr als für die Aufbewahrung der Ladekabel eignet. Praktisch: unter dem Kofferraumboden befindet sich ein recht tiefes Fach, das laut Hersteller zwei Getränkekisten aufnehmen kann.

Ausschließlich mit Frontantrieb

Auf seiner MEB+-Plattform kombiniert Volkswagen erstmals seit e-Up und e-Golf wieder einen Elektroantrieb ausschließlich mit der Vorderachse. Der Elektromotor vom Typ APP 290 wurde neu entwickelt und wird zunächst in drei Leistungsstufen erhältlich sein: 85 kW / 116 PS, 99 kW / 135 PS und 155 kW / 211 PS. Bei der Topversion mit 211 PS wird der Vortrieb bei 160 km/h abgeriegelt, bei den schwächeren Versionen ist maximal Tempo 150 drin.

Nur das Nötigste 
Das Lenkrad wurde komplett neugestaltet. Die Tastenleiste links vereint die Funktionen der Fahrerassistenzsysteme und die des adaptiven Tempomaten.Fotos: Volkswagn
Nur das Nötigste
Das Lenkrad wurde komplett neugestaltet. Die Tastenleiste links vereint die Funktionen der Fahrerassistenzsysteme und die des adaptiven Tempomaten.Fotos: Volkswagn

Beim neuen Akkupaket werden Zellen ohne Modulgehäuse direkt auf der Batterie montiert. Geplant sind eine gerade einmal mit 37 kWh (LFP-Technologie) und eine mit 52 kWh (NMC). Kapazität. Obwohl beide ähnlich groß sind, bietet die NMC-Technologie eine um 30 Prozent höhere Energiedichte. Beim Ladetempo geht es überraschend langsam zu, denn während die Wechselstromladung mit elf Kilowatt klassenüblich ist, liegt die Schnellladeleistung bei gerade einmal 90 beziehungsweise 105 kW (52 kWh Akku).

Preise starten bei 28.000 Euro

Matthias Baehr, verantwortlich für die Entwicklung des Antriebssystems: „Die maximale Ladeleistung wurde im Vergleich zu anderen Anwendungen im ID-Modell reduziert. Der Fokus lag auf dem Dauerladen mit über 100 kW, wodurch der Ladezustand der Batterie zwischen 40 und 72 Prozent bleibt.“ Die maximalen Reichweiten sind überschaubar. Mit voll geladenem Akku sind unter idealen Bedingungen lediglich 316 bzw. 436 Kilometer ohne Ladepause drin.

Blick unter die Karosseriehaut 
Den ID. Cross bietet Volkswagen vorerst ausschließlich mit Frontmotor an. Das Akkupaket zwischen den Achsen speichert entweder 38 oder 52 Kilowattstunden für Reichweiten von 316 bzw.436 Kilometer. Grafik: Volkswagen
Blick unter die Karosseriehaut
Den ID. Cross bietet Volkswagen vorerst ausschließlich mit Frontmotor an. Das Akkupaket zwischen den Achsen speichert entweder 38 oder 52 Kilowattstunden für Reichweiten von 316 bzw.436 Kilometer. Grafik: Volkswagen

Das Fahrwerk wurde grundlegend überarbeitet. Die McPherson-Vorderachse wird mit einer kompakten Verbundlenker-Hinterachse kombiniert, die Vibrationen und Geräusche reduziert. Eine Allradversion ist jedoch nicht vorgesehen. Das Fahrverhalten ist eine angenehme Überraschung, denn es überzeugt durch einen guten Kompromiss zwischen Stabilität und Komfort. Der ID Cross, der im November mit 28.000 Euro in den Markt starten wird, wiegt knapp 1,6 Tonnen und damit 30 Kilogramm weniger als ein vergleichbarer ID.3 und nur 200 Kilogramm mehr als ein T-Cross.

Auch die Karosseriestabilität verdient großes Lob; selbst auf unebenen Straßen oder bei flotter Kurvenfahrt. Dabei präsentiert sich die Lenkung direkt und präzise, wobei man keinen Unterschied im Lenkgefühl oder im Ansprechverhalten zwischen den Fahrmodi feststellen konnte. Ähnlich sieht es beim Beschleunigen aus, denn auch hier machten sich die unterschiedlichen Fahrmodi nicht bemerkbar.

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