Benziner wird selten gebraucht
Womit dem vollelektrischen Fahren fast die gesamte Woche über kaum mehr etwas entgegensteht – bei einer durchschnittlichen Strecke von 30 Kilometern, die hierzulande ein Autobesitzer täglich zurücklegt. Im gemischten Betrieb sollten Fernfahrten von rund 650 Kilometer ohne Pause möglich sein: Im Testbetrieb kam der Wey auf einen durchschnittlichen Spritverbrauch von 0,6 Litern Super auf 100 Kilometer und einen Stromverbrauch um die 15 kWh/100km. Bei einem Ausflug über die Autobahn mit unseren chinesischen Gästen und einer Spitzengeschwindigkeit von von 210 km/h (235 km/h wären möglich gewesen) wurden kurzzeitig Spritverbräuche von 17,6 Litern und ein Stromkonsum von bis zu 40 kWh/100 km ermittelt – die Physik kann auch ein Hybridantrieb nicht aushebeln. Wey gibt im Prospekt einen durchschnittlichen Spritverbrauch von 0,4 Litern und einen Stromverbrauch von 24,4 kWh/100 km an, das zeigt die Bandbreite auf.
Strenge Fahrer-Überwachung
Nicht ganz so glücklich waren wir hingegen mit den Assistenzsystemen, mit denen der Wey 05 daherkommt. Es fing schon damit an, dass sich der SUV nur mit angelegtem Sicherheitsgurt bewegen ließ – auch wenn es nur galt, kurz den Wagen umzuparken. Und die Fürsorge der Entwickler für das Wohlbefinden der Insassen nervt auch in anderen Situationen gewaltig. „Bleiben Sie konzentriert“, ermahnt eine weibliche Stimme streng, sobald der Blick des Fahrers nur einmal kurz auf das 14,6 Zoll große Zentraldisplay geht.

Eine Kamera an der A-Sule hinter dem Lenkrad hat den Fahrer ständig im Blick. Und wehe, der ist mal kurz abgelenkt.
„Big Sister“ kennt zudem die Tempolimits ganz genau und ermahnt, sie peinlichst genau einzuhalten. Das „intelligente Überwachungssystem“ chinesischer Machart lässt sich zwar abstellen. Aber um die Funktionen zu deaktivieren, muss man sich auf dem Touchscreen erst einmal durchs Menü wühlen – nach jedem Start des Autos aufs Neue. Ganz abstellen lässt sich das betreute Fahren ohnehin nicht: „Bleiben Sie konzentriert!“ mahnte Frau Wey mehrfach, obwohl wir ihr eigentlich schon einen Maulkorb verpasst hatten.
„Charlie“ ist nicht für Witze zu haben
Und zu touchen gibt es so einiges unterwegs. Um die Klimaanlage zu steuern, das Schiebedach zu öffnen oder zu verschatten, die Soundanlage zu steuern oder die Ambientebeleuchtung zu verändern – anfangs pulsierte mit der im Radio gespielten Musik im Takt. Ganz nett, aber nutzlos. Schneller und sicherer während der Fahrt geht es per Sprachbefehl „Hey Charlie“. Wenngleich „Charlie“ noch nicht alle Befehle versteht und für Witze nicht zu haben ist. Aber das System soll lernfähig sein. Wikipedia-Einträge immerhin kann sie schon vorlesen.

Statt über Knöpfe und analoge Schalter werden die wichtigsten Funktionen im Auto heute über berührungsempfindliche Displays gesteuert. Davon gibt es im Wey 05 immerhin zwei. Der kleinere ist allerdings nur schwer abzulesen.
Teil 3: Was sonst noch nervt – und gefällt