Plug-in-Hybride deutlich teurer als E-Autos
Demnach kosteten die 15 beliebtesten Plug-in-Hybride im November 2025 durchschnittlich 46.125 Euro. Der Transaktionspreis der 20 beliebtesten vollelektrischen Autos lag mit 34.674 Euro deutlich niedriger. Dudenhöffer berücksichtigt dabei die Listenpreise der Hersteller sowie Rabatte, die aus den Angeboten von Internetvermittlern hervorgehen.
Im vergangenen Jahr wurden die Top Ten der Plug-in-Hybride vom VW Tiguan, Volvo XC60, der E-Klasse von Mercedes, dem VW Passat, dem BMW 5er und dem GLK/GLC von Mercedes angeführt. Selbst der Ford Kuga und der Cupra Formentor, die auf Platz sieben und acht folgen, kosten als Plug-in-Hybride deutlich über 40.000 Euro. Am Ende hat es eben doch seinen Preis, wenn ein kompletter Verbrenner mit einem batterieelektrischen Antrieb kombiniert wird.
Durchschnittliche Fördersumme von 3.750 Euro erwartet
Es bleibt daher abzuwarten, wie viele förderfähige Haushalte tatsächlich das neue Programm nutzen werden. Familien mit zwei Kindern, deren gemeinsames Bruttoeinkommen bei etwa 110.000 Euro liegt, dürften eine Fördersumme in Höhe von 4.000 Euro bekommen. Gut verdienende Singles mit einem Jahreseinkommen von 95.000 Euro können zumindest die Basisförderung von 3.000 Euro erhalten.
Dem Bundesumweltministerium zufolge reichen die drei Milliarden Euro für die Förderung von 800.000 Fahrzeugen. Das entspricht einer durchschnittlichen Förderhöhe von 3.750 Euro. Offenbar geht das Ministerium davon aus, dass viele Plug-in-Hybride angeschafft werden. Eine genaue Prognose wollte Minister Schneider jedoch nicht wagen.
Es ist zu bezweifeln, dass viele Haushalte mit weniger als 45.000 Euro zu versteuerndem Einkommen die Prämie nutzen werden. Infrage kommen eher gut verdienende Singles oder Familien mit Kindern, die noch unter das Limit von 90.000 Euro fallen.
Minister hofft auf „starken Anschub“
Der deutlich höhere Preis spricht eher dagegen, dass sich die einkommensschwachen Haushalte einen Plug-in-Hybrid anschaffen. Allerdings könnten chinesische Hersteller wie BYD die Förderung nutzen, um günstige Modelle in diesem Segment anzubieten. Im Gegensatz zu vollelektrischen Autos sind diese nicht von den Strafzöllen betroffen.
Wer sich für Kauf statt Leasing entscheidet, sollte von einer längeren Nutzungsdauer des Fahrzeugs ausgehen. Dudenhöffer empfiehlt den Förderberechtigten, sich auf jeden Fall batterieelektrische Autos anzuschauen. Die aktuellen Preise inklusive Rabatte sollten überprüft und dann bei der Bestellung gegengecheckt werden.
Minister Schneider sieht in dem Programm einen „starken Anschub für die Elektromobilität in Deutschland“. Allerdings bleiben Hürden wie fehlende private Lademöglichkeiten in Mehrfamilienhäusern sowie hohe Ladepreise bestehen. Für solche Haushalte könnten Plug-in-Hybride daher eine Option sein. Das konterkariert jedoch den Klimaschutzeffekt und ist mit höheren Anschaffungspreisen verbunden. Möglicherweise profitiert am Ende vor allem die Automobilwirtschaft von dem Programm, darunter vermutlich auch die chinesische.
