Audi entwickelt sein Ladekonzept für E-Autos weiter. Um besonders schnelles und zugleich komfortables Laden zu ermöglichen, plant die VW-Tochter spezielle Charging Hubs. Diese sollen unter anderem reservierbare High-Power-Charging (HPC)-Ladepunkte und einen „hochwertigen Loungebereich“ bieten, in dem die Fahrer während der Ladepause entspannen können, kündigteAudi bei den Audi Media Days zum Thema Nachhaltigkeit im Vorfeld der IAA mit. Ein erster Vorzeige-Hub soll schon im Oktober in Nürnberg eröffnet werden.

Mit dem Konzept will das Unternehmen nach eigenen Angaben den Spitzenbedarf von Hochleistungs-Stromern im Reiseverkehr abdecken, ergänzend zur öffentlichen Grundversorgung – und seinen Fahrern zugleich einen besonderen Service bieten: Strom gibt es in den Hubs während der Testphase zwar auch für Fahrzeuge anderer Hersteller geben. Die „Lounge“ über der Ladestation soll allerdings ausschließlich Fahrern von Elektroautos offen stehen, die das Zeichen der vier Ringe tragen.

Lade-Container waren nur ein Anfang

Die Basis der geplanten Hubs sind demnach sogenannte Cubes. Diese mobilen Lade-Container, die Audi zusammen mit Moon Power, einer Tochter der Porsche Salzburg AG, beinhalten 400 Batteriemodule bzw. elf komplette Batteriesysteme aus dem e-tron, die bis zu einer Megawattstunde Strom speichern können. Bis zu 20 Elektroautos können hier theoretisch Strom ziehen – entweder vier über einen High-Power-CCS-Anschluss mit je 300 kW Ladeleistung, acht mit 150 kW – oder elf Stromer über einen Typ-2-Stecker mit jeweils 11 KW Ladeleistung. Nach Tests unter anderem beim Weltwirtschaftsforum in Davos und bei einsätze unter anderem auf Fahrzeugpräsentationen in unwirtlichen Gegenden sollten die Lade-Container schon vor einem Jahr auch während der der Ferienreisezeit an Verkehrsknotenpunkten aufgestellt werden, um die lokalen Stromnetze und die Ladestationen von Ionity zu entlasten. Corona vereitelte diese Pläne jedoch.

Audi Lade-Container in Lappland
Ladestation am Polarkreis
An den Ladecontainern, die Audi in Kooperation mit einer Tochter von Porsche Salzburg entwickelte, können theoretisch bis zu 20 Elektroautos geladen werden. Mit einer maximalen Ladeleistung von 300 kW. Foto: Audi

Während in den Test-Cubes nagelneue Batteriesätze verbaut waren, plant Audi nun, gebrauchte Lithium-Ionen-Batterien, beispielsweise aus zerlegten Entwicklungsfahrzeugen, in den Lade-Hubs als Pufferspeicher einzusetzen. Damit werde eine aufwendige Infrastruktur mit Hochspannungszuleitung und teuren Transformatoren überflüssig. Aktuell könnten Kunden beispielsweise für das Laden zu Hause Technik des Schwesterunternehmens Elli nutzen und unterwegs Ladesäulen im Ionity-Netzwerk.

70 Schnellladungen pro Tag

Am Nürnberger Pilotstandort sollen zunächst sechs Ladepunkte installiert werden. Hierfür plant das Unternehmen mit insgesamt 200 kW Anschlussleistung. Dies sei ausreichend, um insgesamt drei Speichermodule mit einer Gesamtkapazität von 2,45 MWh kontinuierlich zu füllen und über Nacht aufzuladen. Auf dem Dach sollen Photovoltaik-Elemente installiert werden, die bei Sonnenlicht zusätzliche energie generieren.

In Kooperation mit dem Branchendienst energate.

Mit diesem System könnten theoretisch pro Tag rund 70 E-Autos mit bis zu 300 kW geladen werden, prognostiziert das Unternehmen. Erst wenn die Batterien auch in der sogenannten 2nd-Life-Anwendung nicht mehr ihren Zweck erfüllen, sollen sie dem Recycling zugeführt werden, betont Audi. Was der besondere Service kosten wird und wo weitere „Charging Hubs“ entstehen sollte, teilte das Unternehmen nicht mit.

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