Fernsehkommissar Horst Schimanski alias Götz George liebte in den 1980er Jahren seine Citroën CX heiß und innig. Auch wenn seine extravagante Französin gelegentlich etwas zickte. Das Nachfolgemodell Citroën XM brachte es nur zu Kurzauftritten im deutschen Fernsehen, aber war immerhin Dienstwagen mehrerer französischer Präsidenten: Das mit Elektronik angereicherte hydraulische Fahrwerk der Limousine sorgte dafür, dass die Staatsoberhäupter wie auf einem fliegenden Teppich durch ihre Republik schweben konnte.

Ähnliche Heldengeschichten sind vom späteren Citroën C6 nicht zu erzählen: 2012 wurde der letzte französische Luxusliner nach einer Produktion von nur 23.500 Exemplaren in sieben Jahren sang- und klanglos aus dem Lieferprogramm gestrichen. Danach versank die traditionsreiche Marke aus dem PSA-Konzern in Mittelmäßigkeit und Beliebigkeit.

Startklar für die große Reise
Ohne 12-Zoll-Touchscreen kommt ein Oberklasse-Fahrzeuge heute nicht mehr aus. Edle Materialien und ein schickes Design kommen im Citroën C5X oben drauf. Foto: Citroën

Doch das soll sich alsbald aber wieder ändern, mit einem neuen Topmodell, das wieder ein X im Namen trägt – und das obendrein einen elektrischen Antrieb mitbringt: Im Spätsommer startet Citroën in Frankreich den Verkauf des C5X, der mit einer Länge von 4,80 Metern, mit einer Aktivfederung und einem großen Kofferraum für ein „gelassenes Fahrerlebnis“ auf Premium-Niveau sorgen soll. Nach Deutschland kommt das Modell im Januar.

Vom Start weg soll das das neue Flaggschiff der Marke mit einem wiederaufladbaren Hybridantrieb (PHEV) angeboten werden. Später ist auch eine vollelektrische Version geplant, gab Markenchef Vincent Cobée bei der Weltpremiere bekannt – der Citroen e-C4 gibt hier die Richtung vor.

Limousine, Kombi, SUV und Coupé in einem

Optisch schlägt der C5x ganz neue Wege ein. Klassische Limousinen sind in den Augen der Vertriebsstrategen und Designer heute ebenso gestrig wie Kombis – und Schimanskis. Der neue Citroën verschmilzt beide Karosserieformen, fügt noch ein coupéartiges Heck hinzu und einen Schuss SUV – der C5X bringt so gleich vier Welten zusammen und erhofft sich dadurch ein Alleinstellungsmerkmal in der automobilen Oberliga.

Unique war früher auch das hydraulische Fahrwerk. Aber von dem hat sich Citroën inzwischen verabschiedet – heute gebe es Besseres, erklärte Laurence Hansen, Citroën-Direktorin Produkt & Strategie bei der Weltpremiere des Fahrzeugs im Internet. Gemeint ist die „Advanced Comfort-Federung“, die in der Version Plug-in serienmäßig an Bord ist und das Fahrzeug angeblich über alle Fahrbahnunebenheiten hinweggleiten lässt. Mit drei verschiedenen Fahrmodi regelt das elektronische Fahrwerkskontrollsystem die Effektivität der Federung, insbesondere in Kurven. Ähnliches kennt man von anderen Fahrzeugherstellern – bei späteren Fahrtests wird sich zeigen, was und wie die Franzosen im Vergleich zu den Wettbewerbern besser und schneller regeln.

Citroen C5 X
Große Klappe, viel dahin
Trotz seines coupéhaften Hecks schluckt der Kofferraum des Citroen C5X zwischen 545 und (bei umgelegter Rücksitzlehne) bis zu 1640 Liter. Da kann man nicht meckern. Foto: Citroen

Punkten soll der C5X auch mit einem riesigen Kofferraum, der wie bei einem Kombi konzipiert wurde und zwischen 545 und (bei umgeklappter Rückbank) 1.640 Liter Kofferraumvolumen bietet – auf ebener Fläche, bei geraden Seitenwänden und einer niedrigen Ladekante.

Teilzeitstromer mit 225 PS starkem Antrieb

Die Angaben zum elektrischen Antrieb sind noch spärlich. So viel wir heute wissen, verfügt der neue Citroën C5 X als PHEV über eine Antriebsleistung von 225 PS, die elektrische Höchstgeschwindigkeit beträgt 135 km/h. Rund 55 Kilometer soll der Teilzeitstromer vollelektrisch und damit lokal emissionsfrei rollen können. Auch Speicherkapazität und Ladegeschwindigkeit dürften sich an den Werten des Citroën C5 Aircross orientieren. Bei dem Kompakt-SUV steckt bekanntermaßen ein 13,2 kWh großer Akku im Fahrzeugboden, der über eine Typ-2-Steckdose mit 6,6 kW geladen werden kann.

Gerne hätten wir gesehen, wie Horst Schimanski damit klar gekommen wäre. Leider verstarb der raubeinige Fernseh-Kommissar bereits vor fünf Jahren.

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