Am Freitag, 23. Juli, starten in Japan offiziell und mit (Corona-bedingter) Verspätung die Olympischen Spiele „Tokio 2020“ mit dem Entzünden des Olympischen Feuers am Ende des Fackellaufs. Dieses wird erstmals mit Wasserstoff betrieben und soll ein Zeichen für eine kohlenstofffreie Zukunft setzen, teilte das Olympische Komitee (IOC) mit. Japan, das sich schon 2017 eine nationale Wasserstoffstrategie gegeben hat, will darüber hinaus auch im Olympischen Dorf Zeichen setzen und den Weg in eine wasserstoffbasierte Gesellschaft zeigen. Die Unterkünfte der Olympia-Teilnehmer wurden als Miniatur-Wasserstoffstadt angelegt, in der Wasserstoff für die Produktion von Strom, Wärme und Warmwasser genutzt wird.

Olympia-Partner Toyota liefert zudem 500 Mirai-Brennstoffzellenfahrzeuge und 100 Wasserstoff-Brennstoffzellenbusse vom Typ Sora, um die Athleten zu transportieren. Japan nutzt die Spiele als Gelegenheit, um das Wachstum seiner Wasserstoffambitionen zu beschleunigen, heißt es vom IOC.

Grüner Wasserstoff wird mit Sonnenkraft gewonnen

Im Rahmen der japanischen Wasserstoff-Vision hat sich das Land das Ziel gesetzt, 800.000 Brennstoffzellenfahrzeuge bis zum Jahr 2030 auf die Straße zu bringen und ein Netz von Tankstellen aufzubauen. „Mit ihrer immensen Reichweite und Sichtbarkeit sind die Olympischen Spiele eine großartige Gelegenheit, um Technologien zu demonstrieren, die helfen können, die heutigen Herausforderungen wie den Klimawandel zu bewältigen“, sagte Marie Sallois, Direktorin für Unternehmens- und Nachhaltigkeitsentwicklung beim IOC.

Olympia-Mirai 
Für den Transport der Athleten von ihren Unterkünften zu den Sportstätten hat Toyota 100 Brennstoffzellenautos vom Typ Mirai zur Verfügung gestellt. Zum Einsatz kommt allerdings zum größten Teil noch das alte Modell. Foto: IOC
Olympia-Mirai
Für den Transport der Athleten von ihren Unterkünften zu den Sportstätten hat Toyota 100 Brennstoffzellenautos vom Typ Mirai zur Verfügung gestellt. Zum Einsatz kommt allerdings zum größten Teil noch das alte Modell. Foto: IOC

Für die Versorgung des olympischen Dorfes mit Wasserstoff hat der Energie-Versorger und Olympia-Sponsor JXTG Nippon Oil & Energy gleich an drei Stellen im Land Solarparks aufgebaut. mit dem Sonnenstrom werden Elektrolyseure betrieben, die grünen Wasserstoff klimafreundlich produzieren – Toykyo, Nagoya und Fukushima. In Fukushima, wo es vor zehn Jahren nach einem von einem Seebeben verursachten Tsunami zu einer Kernschmelze in einem Kernkraftwerk gekommen war, startete auch der olympische Fakellauf. Auch die Fackel selbst wurde statt wie früher üblich mit Benzin mit Wasserstoff betrieben. Da Wasserstoff farblos verbrennt, mussten Additive hinzugegeben werden, damit die Flamme überhaupt zu sehen war.  

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