Während die internationale Konkurrenz bei der Motorleistung ihrer Elektromodelle keine Grenzen zu kennen scheint, bescheidet sich Volkswagen: Mehr als 220 kW oder 300 PS Antriebsleistung gibt der Modulare Elektro-Baukasten des Konzerns derzeit nicht her. Was nicht heißt, dass hier Schluss mit lustig sein muss. Die Studie des ID 3 GTX zeigte mit einer Leistung von 265 kW (360 PS) schon auf, was in der Technik noch steckt. Und jetzt legte VW noch einmal nach: Beim ID-Treff in Locarno, einem großen Treffen von Fahrzeugen aus der ID.Familie am Ufer des Lago Maggiore, präsentierte VW mit dem allradgetriebenen Studienfahrzeug ID.Xtreme eine besonders muskulöse und geländetaugliche Variante des VW ID.4.

Auf Dauer hilft nur Power

Volkswagen schaut sich wie die meisten anderen Automarken mehr denn je seine internationale Community an. Bei den VW-Fans will man das Ohr am Puls der Zeit und damit an einer künftigen Nachfrage haben. Diese Fangemeinde monierte zuletzt immer lauter, weshalb beispielsweise ein Modell wie der Kia EV6 mit bis zu knapp 600 PS Leistung angeboten wird und über 260 km/h schnell rennen kann, während Volkswagen mit seinem sportlich positionierten ID.4 GTX bei 220 kW und bei einer Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h den Schlussstrich zieht.

ID in Extremform 
Der ID.4 GTX wurde für das Fantreffen in Locarno kräftig aufgemotzt, technisch wie optisch. Mit Kotflügelverbreiterungen, Zusatzscheinwerfern und einem Kuhfänger vorne. Die Antriebsleistung stieg um 30 Prozent auf immerhin 285 kW. Foto: VW
ID in Extremform
Der ID.4 GTX wurde für das Fantreffen in Locarno kräftig aufgemotzt, technisch wie optisch. Mit Kotflügelverbreiterungen, Zusatzscheinwerfern und einem Kuhfänger vorne. Die Antriebsleistung stieg um 30 Prozent auf immerhin 285 kW. Foto: VW

„Der modulare E-Antriebsbaukasten hat enormes technisches Potenzial“, versichert Silke Bagschik, die Leiterin der Baureihe MEB. „Und für viele unserer Kunden“, weiß sie, „ist das Fahrzeug weit mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Mit dem ID.Xtreme heben wir die Elektromobilität von VW auf ein neues Performance-Level.“ Ein stärkerer Motor an der Hinterachse sowie Softwareanpassungen am Antriebssteuergerät erhöhen die Systemleistung des Konzeptfahrzeugs im Vergleich zum ID.4 GTX immerhin um 65 kW auf 285 kW – knapp 30 Prozent.

Dicke Backen und ein Kuhfänger

Dabei geht es beim VW ID.Xtreme nicht allein um die Motorleistung, denn diese hält sich im Vergleich zu so manchem Wettbewerber immer noch zurück. Doch der extreme VW ID zeigt, dass sich die Wolfsburger auch ein deutlich expressiveres und emotionaleres Elektroauto auf der Basis von ID.4 und ID.5 vorstellen können.  „Der ID.Xtreme ist von Enthusiasten bei Volkswagen für ID-Enthusiasten gemacht. Wir sind gespannt, wie die Fans der Elektromobilität auf das Fahrzeug reagieren. Auf Basis des Feedbacks unserer Community werden wir entscheiden, wie es mit dem Projekt weitergeht“, legte Bagschik nach.

Neben dem Leistungsnachschlag bietet der ID.Xtreme unter anderem ein Rallye-Fahrwerk, 18-Zoll-Offroadräder, einen geänderter Crashträger vorne samt Kuhfänger sowie um fünf Zentimeter starke Kotflügelverbreiterungen. Den kräftigen Offroad-Auftritt komplettieren zudem LED-Zusatzscheinwerfer in der Frontschürze und auf dem Dach. Für den Ausritt ins unwegsame Gelände verfügt der Offroader über einen geschlossenen Aluminium-Unterboden, der das Akkupaket und die Achsen vor Beschädigungen durch umherfliegende Steine schützen soll.

Das Fahrgeräusch wird für zusätzliche Show-Effekte über einen Soundgenerator im Radhaus nach außen abgegeben. Im Interieur bietet die angeblich seriennahe Studie Alcantara-Applikationen und eine modifizierte Sitzanlage.

Mal schauen, ob der extreme VW ID die Chance auf eine Serienfertigung bekommt.

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