Der Diebstahl von Ladekabeln wird in Europa zum wachsenden Problem – jetzt reagiert Großbritanniens größter Schnelllade-Anbieter Instavolt mit einer innovativen Technik. Künftig sollen GPS-Tracker, forensische Schutzsysteme und smarte Überwachung die Ladeinfrastruktur für Elektroautos besser vor Vandalismus und Kupferdiebstahl schützen.

Auf auf der britischen Insel werden wie auf dem europäischen Festland seit einigen Monaten an immer mehr öffentlichen Ladesäulen Kabel abgetrennt, um an das darin enthaltene Kupfer zu gelangen. Der materielle Gewinn ist gering – die Folgeschäden des Kabelklaus dagegen sind enorm: Defekte Stationen, wochenlange Ausfallzeiten und Reparaturkosten im vier- bis fünfstelligen Bereich.

In Deutschland melden Betreiber wie EnBW pro gestohlenem Kabel Schäden von bis zu 8.000 Euro. Auch in Großbritannien ist das Problem in jüngster Zeit eskaliert: Instavolt verzeichnete seit Ende 2023 bereits 174 gestohlene Kabel an 27 Standorten.

Echtzeit-Ortung mit Geo-Fencing

Um dem Einhalt zu gebieten, setzt Instavolt jetzt auf GPS-Tracking in Echtzeit. Gemeinsam mit dem britischen Ortungsspezialisten Trackit247 werden Ladekabel seit Mitte Oktober mit Trackern ausgerüstet, die alle drei Sekunden ihren Standort übermitteln. Jedes Kabel ist mit einem „Geo-Fence“ verknüpft – einem virtuellen Zaun um die jeweilige Ladesäule. Sobald sich das Kabel außerhalb dieses Bereichs bewegt, wird automatisch ein Alarm ausgelöst. Das Sicherheitszentrum von Instavolt überwacht die Signale rund um die Uhr und reagiert sofort auf Warnmeldungen per SMS, E-Mail oder Telefon.

Der Clou: Wird ein Kabel gestohlen und per Fahrzeug abtransportiert, kann die Polizei das Objekt in Echtzeit verfolgen und die Täter direkt stellen.

Forensische Markierung statt bloßer Abschreckung

Zusätzlich kombiniert Instavolt das GPS-System mit CableGuard™, einer besonders widerstandsfähigen Schutzhülle. Wird ein Kabel manipuliert, tritt eine forensische Flüssigkeit aus, die unter UV-Licht sichtbar ist und dem genauen Standort zugeordnet werden kann – eine Art chemischer Fingerabdruck, der Ermittlungen erleichtert. Ergänzt wird das Sicherheitskonzept von Instavolt durch Videoüberwachung (CCTV) und eine kontinuierliche Analyse der Standorte, um besonders gefährdete Ladepunkte frühzeitig zu identifizieren.

Auch andere Hersteller denken inzwischen über mechanischen Schutz nach. Besonders weit geht das britische Unternehmen CatStrap mit seinem neuen EV Cable Shield. Die Konstruktion aus zwei gehärteten Stahlstreifen – härter als die meisten Schneidwerkzeuge – macht das Durchtrennen fast unmöglich. Eine widerstandsfähige Polyhülle in Signalfarbe ummantelt das Kabel, zusätzliche Klemmen sichern es an mehreren Punkten. Und wer trotzdem Hand anlegt, riskiert eine unliebsame Überraschung: Das optionale „DyeDefender“-System sprüht beim Durchtrennen blauen Farbstoff aus – inklusive unübersehbarer Warnplakette. Nach Angaben des Herstellers wurden bereits Tausende dieser Systeme verkauft – ohne einen einzigen Diebstahlversuch.

Modell für ganz Europa?

Die Kombination aus Ortung, Abschreckung und forensischer Spurensicherung markiert einen Wendepunkt im Schutz öffentlicher Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Während viele Betreiber und auch Ladesäulen-Hersteller wie ABB in Europa noch nach Lösungen suchen, zeigt Instavolt, wie sich mit Technologie die Sicherheit deutlich erhöhen lässt – und das Vertrauen der Nutzer zurückgewonnen werden kann. GPS-Tracking, forensische Schutzsysteme und smarte Überwachung könnten zum neuen Standard werden, um die Ladeinfrastruktur in Europa dauerhaft funktionsfähig zu halten. Allerdings zu einem höheren Preis, die vermutlich die Nutzer zahlen dürften.


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