Feststoffakkus sind der Hoffnungsträger der Autoindustrie – und aller Menschen, die sich vom Elektroauto größere Reichweiten und kürzere Ladezeiten erhoffen. Die neue Batterietechnologie, bei der die Lithiumionen zwischen Kathode und Annode durch ein anorganisches, festes Elektrolyt geleitet werden, verspricht zudem kompaktere Bauweisen und ein geringeres Gewicht. Zudem ist eine Feststoffbatterie deutlich schwerer entflammbar als ein konventioneller Lithium-Ionen-Akkus.

In aller Welt wird derzeit intensiv an dem so genannten Super-Akku geforscht. Doch wann die ersten Batteriezellen des neuen Typs auf den Markt kommen, ist noch ungewiss – irgendwann zwischen 2025 und 2030, schätzten Experten bislang. Nissan hatte kürzlich angekündigt, 2024 eine Pilotproduktion mit der SSB (All Solid State Battery) zu starten und 2028 das erste Serienauto mit einem Feststoff-Akku auf den Markt zu bringen. Volkswagen – verbandelt mit dem US-Unternehmen Quantumscape – will irgendwann zwischen 2025 und 2030 startklar sein.

BMW-Partner will Prototypen noch dieses Jahr liefern

Der US-Hersteller Solid Power, Batteriepartner von BMW und Ford, meldet nun einen wichtigen Zwischenerfolg: Das Unternehmen aus aus Louisville in Colorado hat eine Pilotanlage zur Fertigung ihrer Feststoffakkus fertiggestellt. Sie soll in der Lage sein, großformatige Akkuzellen mit Speicherkapazitäten zwischen 60 bis 100 Amperestunden zu produzieren. Und das in großen Stückzahlen: Die Rede ist von einer Produktion von 300 Zellen in der Woche und von 15.000 Einheiten im Jahr. Die ersten Prototypen des neuen Zelltyps sollen schon zum Jahresende zu Testzwecken an BMW und Ford geliefert werden.

Kompakt, leicht und leistungsfähig 
Feststoffakkus könnten die Reichweiten von Elektroautos deutlich steigern. Solid Power startet in den USA jetzt eine Pilotfertigung. Foto: Solid Power
Kompakt, leicht und leistungsfähig
Feststoffakkus könnten die Reichweiten von Elektroautos deutlich steigern. Solid Power startet in den USA jetzt eine Pilotfertigung. Foto: Solid Power

Nach Angaben des börsennotierten Unternehmens erreichen die Akkuzellen eine Energiedichte von 390 Wattstunden (Wh) pro Kilogramm und 930 Wh pro Liter Volumen. Sie sollen über 1.000 Ladezyklen ohne Alterung überstehen. Und angeblich können sie, wenn sie ihren Energievorrat abgegeben haben, in nur 15 Minuten wieder auf 80 Prozent ihrer Kapazität geladen werden können.

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