„Obwohl wir uns während des gesamten Entwicklungsprozesses sehr bemüht haben, sehen wir allerdings aktuell keine Möglichkeit mehr, dieses Projekt wirtschaftlich rentabel zu machen“. Mit dieser Begründung hat heute der britische Firmengründer und Milliardär James Dyson (72) seine Mitarbeiter über das Ende des von ihm geplanten Bau eines Elektroautos informiert. Er habe sich intensiv darum bemüht, einen Käufer für das Vorhaben zu finden, was aber gescheitert sei.

Für das Automobilteam, zu dem 523 Beschäftigte gehören, ist das ein harter Schlag. Allerdings hat Dyson angekündigt, möglichst viele von ihnen weiter zu beschäftigen: „Wir haben genügend freie Stellen, um die meisten Mitarbeiter in unser Heimgeschäft aufzunehmen.“ 2017 hatte das Unternehmen, das durch seine beutellosen Staubsauger groß und bekannt geworden ist, erstmals bekannt gegeben, an einem Elektroauto zu arbeiten.

Es sollte 2021 auf den Markt kommen, die Fabrik dafür sollte in Singapur entstehen. Das Projekt war ambitioniert, aus Patentschriften ging hervor, dass die britischen Entwickler ungewöhnliche Wege bei Design und Technik gehen wollten. So sollten die Räder des Fahrzeugs unter anderem aus aerodynamischen Gründen ungewöhnlich groß sein, zudem wollte Dyson Festkörperakkus mit besonders hoher Energiedichte nutzen. Im Mai dieses Jahres hieß es noch, der Prototypenbau werde im Juni starten.

Der Brite James Dyson ist mit Staubsaugern und Föhnen berühmt – und reich – geworden. Nun hat sein Unternehmen bekannt gegeben, bis 2020 in Singapur eine Automobilproduktion hochzuziehen. Allerdings hat das Projekt mit Rückschlägen zu kämpfen. Elektroauto

Nun will Dyson sein Geld in Akkutechnik und KI stecken

Jetzt hat Firmenpatriarch James Dyson die Notbremse gezogen. In früheren Berichten hieß es, er wolle eine Milliarde Pfund in Batterietechnologie und eine weitere Milliarde in das Fahrzeug selbst investieren. Mit großem Aufwand hat er den alten Militärflughafen Hullavington Airfield in Großbritannien umbauen lassen und dort neue Gebäude und Prüfstände errichtet. Jetzt spricht er davon, das insgesamt 2,5 Milliarden Pfund umfassende Investitionsprogramm auf andere Technologien zu konzentrieren, neben den Festkörperbatterien seien das Sensorik, optische Systeme, Robotik und künstliche Intelligenz. Die Entscheidung für den Abbruch der Autoentwicklung „ist weder auf Mängel beim Produkt noch auf ein Versagen des Entwicklungs-Teams zurückzuführen“, tröstet Dyson seine Ingenieure. Ihre Leistungen seien „immens und aller Ehren wert“ gewesen – „angesichts der Größe und Komplexität des Projekts“.

Wirtschaftliche Probleme im Kerngeschäft mit Staubsaugern, Haarfönen und Lampen scheinen nicht der Grund für die Entscheidung gewesen zu sein. Laut Unternehmensangaben wuchs der Umsatz 2018 um 28 Prozent auf 4,4 Milliarden Pfund, der Gewinn sogar um 33 Prozent auf 1,1 Milliarden Pfund.

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