Bunte Industriestecker für Industrie und Bau haben das Elektrotechnik-Unternehmen Mennekes groß werden lassen. Doch das meiste Geschäft macht das Familienunternehmen aus Kirchhundem im Sauerland inzwischen mit dem Geschäftsfeld Elektromobilität, mit Lade-Inlets für die Autoindustrie, mit Ladekabeln und Wechselstrom-Ladestationen für private und gewerbliche Anwendungen. Im vergangenen Jahr wurde damit erstmals mehr Umsatz erzielt als im Kerngeschäft – fast doppelt so viel. Das Förderprogramm des Bundes für die Anschaffung privater Wallboxen (KfW 440) ließ die Nachfrage nach den „Amtron“-Ladestationen regelrecht explodieren.

Das Förderprogramm des Bundes-Wirtschaftsministeriums ist inzwischen ausgelaufen. Und ob es wieder aufgenommen wird, lässt sich derzeit nicht absehen. Aber von den rund 900.000 Wallboxen, für die eine Förderung erteilt wurde, ist erst ein Drittel montiert – alle Hersteller hatten im vergangenen Jahr mit Lieferproblemen zu kämpfen. Weil Computerchips fehlten oder die Produktionskapazitäten erst ausgebaut werden mussten.

Auch Mennekes hatte damit zu kämpfen. Aber jetzt läuft alles wie am Schnürchen. In diesem Jahr will das Unternehmen, in dem einst der Standard-Ladestecker für Elektroautos vom Typ 2 entwickelt wurde, rund 160.000 AC-Ladestationen produzieren und über Fachbetriebe montieren lassen, kündigt eMobility-Geschäftsführer Volker Lazzaro im Gespräch mit EDISON an. In und vor den Garagen von Privathäusern und Wohnungsanlagen, aber in zunehmendem Maße auch in Unternehmen: Das KfW-Förderprogramm 441 für die „Beschaffung und Errichtung von Ladestation für Firmenfahrzeugen und Privatfahrzeugen von Beschäftigten im nicht öffentlichen Bereich“ ist Ende vergangenen Jahres erst angelaufen und kommt erst jetzt so richtig in Fahrt.

Neue Generation von Ladestationen

Da trifft es sich ganz gut, dass der E-Mobility-Pionier gerade sein Mennekes für das einfache Laden daheim gerade sein Wallbox-Programm kräftig überarbeitet hat. Die bekannte Wallbox Amtron Charge Control verfügt dank eines Software-Updates über einen breiteren Funktionsumfang – sie kann nun auch Sonnenstrom von der PV-Anlage auf dem Hausdach einspeisen, Ladestatistiken exportieren und über eine Smartphone-App gesteuert werden. Und bei der nächsten Generation der Einsteiger-Wallbox Amtron Compact wächst das integrierte Ladekabel auf eine Länge von 7,50 Metern. Die Variante Amtron Compact 2.0s erhält einen Zugangsschutz über RFID, so dass die Wallbox auch in Carports installiert werden kann – ohne dass der Besitzer befürchten muss, dass Unbefugte dort Strom zapfen.

Der Preis für die kompakte Mennekes Amtron Compact für eine maximale Ladeleistung von 11 kW beträgt 678 Euro, bei einer Ladeleistung von 22 kW steigt er auf 759 Euro. Die förderfähige Compact 2.0s mit einer Ladeleistung von bis zu 11 kW steht mit 889 Euro in der Preisliste, die 22 kW-Version ist mit 969 Euro gelistet. Wer den selbst erzeugten Sonnenstrom laden und den Strombezug für den voll- oder teilelektrischen Diestwagen mit dem Fuhrparkmanager abrechnen möchte, muss etwas tiefer in die Tasche greifen: Der Preis für die vollvernetzte Amtron Charge Control mit einer maximalen Ladeleistung von 11 kW beträgt 1289 Euro.

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