Wenn ein Auto den Ruf hat, jeden noch so unwirtlichen Winkel der Erde zu bezwingen, dann der Toyota Hilux. Über 27 Millionen Mal wurde der japanische Pick-up seit seinem Debüt vor über 50 Jahren verkauft. Doch auch Legenden müssen mit der Zeit gehen. In Brüssel präsentiert Toyota daher eine Doppelstrategie für die neunte Generation des Geländewagens: Neben einem 48V-Mild-Hybrid-Diesel kommt der 5,32 Meter lange Hilux ab Frühjahr 2026 auch als reines Batterie-Fahrzeug (BEV) auf den Markt.

Kein Reichweiten-Wunder, sondern ein Werkzeug

Wer beim Blick auf das Datenblatt einen Konkurrenten des Tesla Cybertruck erwartet, wird überrascht sein. Toyota positioniert den elektrischen Hilux ganz klar als Nutzfahrzeug für spezifische Einsatzzwecke und nicht als Lifestyle-Laster für die Langstrecke.

Freie Fahrt durch die Umweltzone
Mit einer Reichweite von maximal 257 Kilometern im Stadtverkehr ist der batterieelektrische Toyota Hilux eher was für Handwerker.
Freie Fahrt durch die Umweltzone
Mit einer Reichweite von maximal 257 Kilometern im Stadtverkehr ist der batterieelektrische Toyota Hilux eher was für Handwerker.

Das Herzstück bildet eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Bruttokapazität von 59,2 kWh. Das ist für einen gut 2,4 Tonnen schweren Koloss vergleichsweise wenig. Entsprechende Bescheidenheit herrscht bei der Reichweite: Toyota gibt im WLTP-Zyklus etwa 240 bis 257 Kilometer an. Im reinen Stadtverkehr sollen bis zu 380 Kilometer möglich sein. Die Botschaft ist klar: Dieser Pick-up soll auf Baustellen, im Forstbetrieb oder im Bergbau arbeiten, wo die Tagesstrecken kurz, aber anspruchsvoll sind.

Kraft ja, Anhängelast naja

Für den Vortrieb sorgen zwei Elektromotoren (eAxles) an Vorder- und Hinterachse, die den Hilux zum permanenten Allradler machen.

  • Systemleistung: 144 kW (196 PS).
  • Drehmoment: 205 Nm vorn, 268 Nm hinten.
  • Sprint: Von 0 auf 100 km/h geht es in unter 10 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 140 km/h.

Ein Wermutstropfen für Gespann-Fahrer: Während der ebenfalls neue Mild-Hybrid-Diesel bis zu 3,5 Tonnen an den Haken nehmen darf, ist beim Elektro-Hilux bei 1.600 Kilogramm Anhängelast (gebremst) Schluss. Die Nutzlast auf der Pritsche liegt bei 715 Kilogramm.

Geländegängigkeit bleibt King

Die große Sorge der Fans, der Elektroantrieb könnte den Hilux verweichlichen, versucht Toyota proaktiv zu zerstreuen. Der klassische Leiterrahmen („Body-on-Frame“) bleibt erhalten. Die Batterie ist tief im Rahmen integriert und durch einen massiven Unterfahrschutz samt patentiertem Batterieträger gesichert.

Auf der Höhe der Zeit
Der Toyota Hilux wird ausschließlich mit Doppelkabine angeboten. Der Platzangebot ist gut, der Bedienkomfort hoch.
Auf der Höhe der Zeit
Der Toyota Hilux wird ausschließlich mit Doppelkabine angeboten. Der Platzangebot ist gut, der Bedienkomfort hoch.

Das Resultat: Der Stromer kann genauso tief ins Wasser wie der weiterhin angebotene Hilux mit Diesel. Die Wattiefe liegt bei beachtlichen 700 Millimetern. Ein speziell für das E-Fahrzeug entwickeltes „Multi-Terrain-Select“-System passt das Drehmoment der E-Motoren präzise an den Untergrund an.

Marktstart mit Batterieantrieb

Der neue Hilux kommt ausschließlich als Doppelkabine. Während der neue 48V-Diesel erst im Herbst 2026 folgt, macht der elektrische Hilux den Anfang und rollt bereits im Frühjahr zu den Händlern. Preise nannte Toyota in Brüssel noch nicht – diese sollen rechtzeitig vor Bestellstart bekanntgegeben werden.

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