Die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind längst im Mainstream angekommen. In den Köpfen vieler Menschen findet ein Umdenken statt. Doch noch immer hält sich als Gegenargument hartnäckig das Vorurteil, dass sich nur Menschen mit dickem Geldbeutel einen nachhaltigen Lebensstil leisten können. Und tatsächlich: Die Biogurke kostet mehr als die vom Discounter. Das Fast-Fashion-Shirt ist günstiger als das Shirt aus Biobaumwolle. Und der fair produzierte Kaffee hat auch einen höheren Preis als der Kaffee aus dem Sonderangebot. Doch in vielen Bereichen kann mit einem nachhaltigen Lebensstil sogar Geld gespart werden. Wie, erklären wir hier.

1.      Nicht alles neu kaufen

Es muss nicht alles neu sein. Wer angebrauchte Ware kauft, findet mit ein wenig Geschick nicht nur sehr individuelle und persönliche Stücke, er spart auch noch viel Geld und tut obendrein eine Menge für die Umwelt. Und gebraucht kaufen lässt sich mittlerweile so ziemlich alles für den alltäglichen Bedarf – von der Kleidung bis zur Wohnungseinrichtung. Noch dazu kann es ein richtiges Hobby werden, auf Flohmärkten, in Gebrauchtwarenhallen oder Online-Kleinanzeigen nach Teilen und Vintage-Stücken aus zweiter Hand zu suchen.

Mode aus zweiter Hand
Auf Flohmärkten oder in Spezialläden finden sich leicht schicke Vintage-Stücke. Foto: Priscilla du Preez/unsplash

Nachhaltigkeit und Umweltschutz kann günstig sein – das gilt sogar bei Elektrogeräten. Denn auch Smartphones, Laptops und andere elektronische Geräte des täglichen Gebrauchs gibt es günstig gebraucht zu kaufen. Auf diese Weise kann man sogar sehr preiswert sehr hochwertige Technologie erstehen, beispielsweise, wenn Firmen ihre PCs oder Laptops abstoßen und diese generalüberholt wiederverkauft werden. Diese generalüberholten Geräte stehen denen, die frisch vom Fließband kommen, in nichts nach. Seriöse Anbieter geben sogar lange Garantiezeiten auf ihre generalüberholten Geräte. Und Verbraucher können nicht selten viele hundert Euro sparen.

2.      Nur das kaufen, was wirklich gebraucht wird

Am nachhaltigsten konsumiert, wer nur kauft, was er tatsächlich braucht. Diese Haltung bewährt sich in sämtlichen Bereichen des Lebens. Oft lohnt es sich in einem solchen Fall sogar, Dinge zu kaufen, die zwar teurer sind, aber dafür wirklich genutzt bzw. verwertet werden. Konkret bedeutet das: Lieber ein paar lose Äpfel im Biosupermarkt einkaufen anstatt den günstigen Zwei-Kilo-Sack aus dem Discounter mitnehmen, von dem die Hälfte am Ende im Müll landet. Lieber das eine weiße T-Shirt in Bioqualität anstatt dem Fünferpack aus dem Fast-Fashion-Laden.

Seit Tagen streitet deutsche Politiker über eine Fleischsteuer, um Schweine und Kühe artgerechter halten und die Viehwirtschaft klimafreundlicher machen zu können. Ein neues Gutachten des Weltklimarates IPCC zeigt, wie groß und dringend der Handlungsbedarf ist. Klima, Landwirtschaft

Mithilfe von Einkaufslisten und Kochplänen oder einer „Capsule Wardrobe“ nach dem Zwiebel-Prinzip wird gezielter Konsum einfacher. Auch Impulskäufe werden auf diese Art weniger. Gerade in Bezug auf Kleidung lohnt es sich, zunächst etwas mehr auszugeben, denn hochwertige Kleidung in Bioqualität ist meist langlebiger und erfordert damit seltener einen Neukauf.

Tipp: Wer sich angewöhnt, Essensreste kreativ zu verwerten, bevor er neue Nahrungsmittel kauft, sorgt ebenfalls auf sparsame Art für Nachhaltigkeit.

3.      Mit der Energie haushalten

Der Wechsel zum Ökostromanbieter ist eine gute Sache. Doch viele Menschen lassen sich von den höheren Preisen der Anbieter für Grünstrom noch abschrecken. Dabei kann im Alltag meist sehr gut Strom eingespart werden, so dass der Aufpreis unter dem Strich kaum auffällt. Schon der geringere Stromverbrauch sorgt für mehr Nachhaltigkeit. Und wer die Ersparnisse in Ökostrom investiert, tut der Umwelt gleich doppelt etwas Gutes. Strom kann über einige kleine Stellschrauben ganz einfach gespart werden, beispielsweise indem Stand-By-Geräte vollkommen ausgeschaltet werden oder der Wasserkocher statt des Herds genutzt wird, wenn Flüssigkeiten schnell erwärmt werden sollen.

4.      Frisch und saisonal kochen

Der Verzehr von Fertiggerichten ist nicht nur ungesund, er kostet auch unnötig viel. Tatsächlich ist ein Lebensmittel umso teurer, je stärker es industriell verarbeitet ist. Ein Fertiggericht ist oft nur für eine Person gedacht. Und der vermeintlich günstige Preis ist dann schon gar nicht mehr so günstig, wenn die ganze Familie davon satt werden soll. Darüber hinaus gibt es viele frische Gerichte, die fast genauso schnell zubereitet sind wie die Fertigpizza.

Wer saisonal einkauft, kann zusätzlich sparen. Obst und Gemüse der Saison und aus der Region ist in der Regel günstiger als solches, das hierzulande gerade eigentlich gar nicht wächst – man denke nur an die Erdbeeeren, die im Winter aus Peru eingeflogen werden. Denn deren Herstellung ist meist deutlich höher. Und auch die Transportkosten schlagen sich im Verkaufspreis nieder. Von der Belastung der Umwelt und des Klimas durch die Transporte über Tausende von Kilometern einmal ganz abgesehen.

Reich gedeckt
Obst und Gemüse aus der Region ist preiswerter als solches, das hierzulande gar nicht angeboten wird. Foto: Dan Gold/unsplash

Bei Fleisch gilt die Devise: lieber weniger und seltener, dafür gerne teurer. Wer Billig-Fleisch im Supermarkt kauft, der muss sich darüber im Klaren sein, dass dieser Preis nur dadurch zustande kommt, dass die Tiere in sogenannter Intensivhaltung und oft unter miserablen Bedingungen gehalten werden. Artgerechte Haltung von Nutzvieh in Freilandhaltung kostet ihren Preis. Dafür kann man dann sicher sein, dass im Fleisch keine Antibiotikarückstände mehr stecken.

5.      Ein nachhaltiger Haushalt

Statt der Küchenrolle die wiederverwendbaren Baumwolltücher, statt Chemiekeule das selbstgemachte Putzmittel, das Marmeladenglas zur Aufbewahrung statt des Plastikbehälters: Im Haushalt lässt sich ebenfalls mit vielen kleinen Änderungen einiges an Geld sparen und zugleich nachhaltig leben. Niemand braucht wirklich zehn verschiedene Putzmittel. Aus Hausmitteln wie Zitronensäure, Natron und Essig lässt sich einfach und schnell selber günstiges Putzmittel herstellen. Noch dazu wird auf diese Weise weniger Plastik verbraucht.

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