Futuristisch sah das Superbike aus, das die beiden Designstudenten Fernando Pastre Fertonani and Bart Heijt 2016 in Mailand an der Polytechnischen Hochschule für Gestaltung konzipierten – mit Unterstützung des zum Volkswagen-Konzern gehörenden Motorradherstellers Ducati. Genau so wie die „Ducati Zero“ getaufte Studie, hieß es damals, könnte, ja müsste das erste vollelektrische Motorrad der italienischen Traditionsmarke aussehen.

Tatsächlich zeigte sich Ducati-Markenchef Stefano Domenicali kurz darauf bei einer Testfahrt mit einer umgebauten Ducati Hypermotard, die testweise mit dem Elektroantrieb von Zero Motorcycles ausgestattet worden war. Kurz zuvor hatte Harley-Davidson sein erstes Elektromotorrad namens Livewire vorgestellt. Und auch zwei Jahre später, bei einem Besuch in Spanien, zeigte sich der Ducati-Chef elektrisiert: Das Unternehmen, versicherte er, arbeite emsig an einem Elektro-Bike. Auf den Markt werde es allerdings erst 2021 kommen.

Elektro-Scooter statt Elektro-Motorrad

Tatsächlich bringt Ducati in diesen Tagen mit dem Ducati Pro-1 Evo ein erstes Elektromodell in den Handel. Aber mit der Ducati Zero hat es absolut nichts gemein. Es ist nicht mal ein Motorrad, sondern nur ein weiterer faltbarer E-Scooter mit 8,5 Zoll großen Lufträdern für den Stadtverkehr. Für den Antrieb sorgt ein 350 Watt starker Elektromotor, die Batterie unter der Trittfläche speichert 280 Wattstunden. 399 Euro kostet das Teil. Und das war es auch schon mit der Elektromobilität bei Ducati.

Elektrisch auf der letzten Meile
Der Elektro-Scooter PRO-I EVO bleibt vorerst das einzige Elektrofahrzeug im Modellprogramm der Vokswagen-Tochter Ducati Foto: Ducati

Denn die Arbeit an einem Elektro-Motorrad hat das Unternehmen inzwischen eingestellt, wie Vertriebsschef Francesco Milicia der Motorradzeitung Motorcyclenews verriet: „Werden wir bald eine elektrische Ducati produzieren? Nein. Wir denken, dass ein Elektromotorrad für die Art von Maschine, die wir jetzt produzieren, nicht den Fahrspaß, die Reichweite, das Gewicht usw. garantieren kann, die Ducati-Fahrer erwarten.“

Das Unternehmen habe sich statt dessen entschieden, die Wasserstoff-Initiative der Konzernschwester Porsche aufzugreifen und die Forschung an synthetischen Kraftstoffen zu intensivieren. Milicia: „Wir sehen uns auch andere Lösungen genau an, die null oder minimale Emissionen versprechen“ – zum Beispiel synthetischen Kraftstoff. „Das ist etwas, das wir mittelfristig in Betracht ziehen.“

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