Die Zahlen aus dem aktuellen „Fuhrpark- und Mobilitätsbarometer 2026“ sprechen eine klare Sprache: Der Weg in die elektrische Firmenmobilität ist nicht mehr aufzuhalten. Erhoben wurden die Daten vom Arval Mobility Observatory. Als Forschungsarm von Arval – einem der führenden Anbieter für Full-Service-Fahrzeugleasing, der zur BNP Paribas Gruppe gehört – führt das Institut seit über 20 Jahren die weltweit beachtete Studie jährlich durch. Mittlerweile gilt sie als absolute Branchenreferenz für Flotten- und Mobilitätstrends.
Für die aktuelle Analyse wurden im Herbst 2025 weltweit über 10.000 Flotten-Entscheider in 33 Ländern in ausführlichen Telefoninterviews befragt, 300 davon allein in Deutschland. Bereits heute haben demnach 84 Prozent der deutschen Unternehmen Fahrzeuge mit alternativen Antrieben in ihre Flotte integriert oder planen dies für die nächsten drei Jahre. Bemerkenswert dabei ist, dass bei 70 Prozent der Betriebe Autos mit elektrischer Antriebsform schon heute aktiv genutzt werden – womit Deutschland den europäischen Durchschnitt von 57 Prozent deutlich abhängt.

Die Betriebswirtin ist Head of Consulting bei dem Leasinganbieter Arval und verantwortet auch das Mobility Obervatory. Foto: Arval
Blickt man in die nahe Zukunft, verschärft sich dieser Trend noch: In nur drei Jahren erwarten die Flottenmanager, dass 32 Prozent ihrer Firmen-Pkw rein elektrisch (BEV) unterwegs sein werden. Dazu kommen weitere 18 Prozent Plug-in-Hybride (PHEV) und 13 Prozent klassische Hybride. Angetrieben wird dieser elektrische Wandel vor allem durch den Wunsch, die eigenen Nachhaltigkeits- beziehungsweise CSR-Richtlinien zu erfüllen (38 Prozent), Umweltauswirkungen zu minimieren (38 Prozent) und Kraftstoffkosten zu senken (34 Prozent).
Zwang zur Sparsamkeit: Die Flotten werden älter
Doch die grüne Transformation hat ihren Preis – und genau das spiegelt sich extrem in der Fahrzeugnutzung wider. Hohe Anschaffungskosten stellen für 25 Prozent der Unternehmen ein massives Hemmnis beim Umstieg dar. Dieser Kostendruck zwingt die Betriebe spürbar zu Einsparungen, was sich an zwei deutlichen Flottentrends ablesen lässt: Die Autos werden länger gehalten – und der Gebrauchtwagen wird plötzlich zur echten Alternative für Firmen.
So ist die durchschnittliche Haltedauer der Firmenfahrzeuge nach der Befragung im vergangenen Jahr signifikant nach oben geklettert. Pkw bleiben nun im Schnitt 5,5 Jahre im Unternehmen – ein sattes Plus von 0,7 Jahren im Vergleich zu früher. Auch bei den leichten Nutzfahrzeugen (LNF) stieg die Haltedauer um ein halbes Jahr von 4,9 auf ebenfalls 5,5 Jahre.
Gleichzeitig setzen die Unternehmen massiv auf Autos aus zweiter Hand. Beeindruckende 85 Prozent der Betriebe nutzen bereits Gebrauchtfahrzeuge oder erwägen dies für die kommenden drei Jahre. Aktuell haben schon fast die Hälfte (46 Prozent) der deutschen Unternehmen Gebrauchte fest in ihren Fuhrpark integriert. Dieser Boom verdeutlicht den immensen Sparzwang in den Etagen der Fuhrparkmanager.
Der gebrauchte Stromer als Budget-Retter
Aus der Not wird jedoch eine Tugend gemacht: Gebrauchte E-Autos erweisen sich als clevere Lösung, um die Flotten trotz begrenzter Budgets schneller und wirtschaftlicher zu transformieren. Wer dabei Angst vor schlappen Akkus hat, kann beruhigt aufatmen. Katharina Schmidt, Head of Consulting beim Arval Mobility Observatory, bringt es auf den Punkt: „Die Angst vor dem Reichweitenverlust bei gebrauchten E-Autos ist unbegründet. Unsere Daten belegen: Die Batteriekapazität lag nach rund 70.000 Kilometern bei etwa 93 Prozent“. Gebrauchte E-Autos könnten laut Schmidt damit „eine Schlüsselrolle spielen, um die Transformation der Unternehmensflotten schneller und wirtschaftlicher voranzubringen“.

32 Prozent der von Arval befragten deutschen Unternehmen haben bereits Elektroautos in ihrem Fuhrpark, weitere 20 Prozent wollen in den kommenden Monaten Batterieautos anschaffen. Norwegen und Schweden sind schon weiter, auch Großbritannien. Grafik: Arval
Apropos Hemmnisse: Die Reichweitenangst ist bei Neuanschaffungen zwar wieder leicht auf 18 Prozent gestiegen , doch die eigentliche Achillesferse bleibt die Ladeinfrastruktur. Für 63 Prozent der Unternehmen sind fehlende Ladelösungen immer noch der größte Hemmschuh für die E-Mobilität. Konkret mangelt es an Ladepunkten bei den Mitarbeitenden zu Hause (31 Prozent) oder im Unternehmen selbst (27 Prozent).
Aber die Firmen lenken gegen: „Wir sehen zum einen, dass fehlende Ladepunkte immer noch die größte Herausforderung für den Umstieg auf Elektromobilität im Fuhrpark sind“, ordnet Schmidt ein. „Gleichzeitig zeigen die von uns befragten Firmen eine große Offenheit, Ladesäulen bei ihren Mitarbeitern zuhause finanziell zu unterstützen. Das ist ein positives Signal für die Elektrifizierung der Flotten“. Und das lässt sich auch in Zahlen gießen: Um die Antriebswende nicht zu gefährden, zeigen sich bemerkenswerte 88 Prozent der Arbeitgeber bereit, Heim-Ladestationen bei ihren Mitarbeitern finanziell zu fördern.