Klassische Campervan-Ausbauten haben ein bekanntes Problem: Sie bringen dauerhaft hohes Gewicht auf die Waage und schränken die Alltagstauglichkeit des Basisfahrzeugs stark ein. VW Nutzfahrzeuge (VWN) geht deshalb gemeinsam mit dem Spezialisten Stuff Bubble – dem Erfinder der ersten aufblasbaren Campingküche – neue Wege.
Mit Anleihen aus dem Kite- und Gleitschirmsport sowie modernen Zeltbau-Konstruktionen wurde ein modulares System entwickelt, das speziell auf den California Beach (sowie den Multivan) zugeschnitten ist. Das Ziel: Camping-Nutzen ohne Ballast im Alltag. Gezeigt wird es erstmals Anfang September auf dem Caravan-Salon in Düsseldorf.

Volkswagen Nutzfahrzeuge und Stuff Bubble präsentieren auf dem Caravan Salon ein innovatives modulares Möbelkonzept für den California Beach, das den Van ohne feste Einbauten und zusätzliches Dauergewicht schnell und günstig in einen Camper verwandelt.
Die Highlights der neuen Konzept-Module:
- Aufblasbare Küche: Sie wird auf der Gepäck-Board-Auflage platziert, wiegt unter 10 Kilogramm (Maße: ca. 120 x 44 x 47,5 cm) und verfügt über einen integrierten, geschlossenen Wasserkreislauf. Das Modul lässt sich teilen und flexibel drinnen oder im Freien nutzen. Zum Stückpreis von 1400 Euro direkt vom Hersteller.
- Flexibles Bettsystem: Die ca. 200 x 134 cm große Liegefläche ist mehr als eine bloße Luftmatratze. Die mehrlagige, atmungsaktive Konstruktion lässt sich als Doppelbett (12 kg) oder Einzelbett (6 kg) aufbauen. So bleibt neben dem Bett genügend Raum für Gepäck oder Equipment. 800 Euro nimmt der Hersteller dafür.
- Einfache Lagerung: Wer unter der Woche keine Campingausstattung braucht, packt Küche und Bett innerhalb weniger Minuten zusammen. Dank des extrem geringen Packmaßes verschwinden die drei Textilmodule einfach in der Garage oder im Keller.

Regelmäßig auf Urlaubsfahrt gehen nicht alle Besitzer eines VW California Beach. Mit den neuen Modulen von Stuff Bubble gelingt der Umbau des gerne auch teilelektrifizierten Kleinbusses zum Campervan kostengünstig und in wenigen Minuten. Foto: VWN
„Unser strategischer Ansatz ist es, den klassischen Campervan von schweren Materialien und starren Einbauten zu befreien und stattdessen auf flexible, modulare Lösungen zu setzen“, erklärt Stefan Mecha, Vorstandsvorsitzender von VWN, den neuen Ansatz.
Der Grund: Campervans mit einem klassischen, fest verbauten Setup wie etwa der VW California Ocean sind zwar komfortabel, aber nicht unbedingt ganzjährig alltagstauglich. Und obendrein schwer und teuer – erst recht, wenn sie bei unserem Test mit einem wiederaufladbarem Hybridantrieb daher kommen.
Elektro-California kommt früher als gedacht
Eine freudige Überraschung gibt es auf der Messe auch zur Elektrifizierung der California-Baureihe. Jahrelang schon wartet die die Community gespannt darauf, wann der ID. Buzz endlich ab Werk ein Aufstelldach und Camping-Interieur erhält. Bislang gibt es für den Vollstromer nur Nachrüst-Lösungen von Spezialanbietern wie Ventje oder Tonke aus den Niederlanden, Alpincamper oder Black Forrest Vans aus Deutschland.

Der vollelektrische VW ID. California Ocean soll Schritt für Schritt bis 2028 Realität werden. Jetzt wird in Düsseldorf erst einmal nur ein Konzept gezeigt. Computergrafik: CB.Reichel für AutoBild
Noch vor zwei Jahren sah es gar so aus, als ob Volkswagen das Projekt gecancelt oder zumindest weit nach hinten verschoben hätte – wegen der Reichweiten- und Gewichtsproblematik: Inklusive Einbauten und Gepäck würde der Camper die Grenze von drei Tonnen reißen, ab der zum Führen ein Lkw-Führerschein erforderlich wäre. Doch jetzt zeigt VWN überraschenderweise auf dem Caravan Salon in Düsseldorf (28.8.-6.9.2026) mit dem ID. California Cruise ein angeblich bereits seriennahes Konzept, das die Camper-Ikone endgültig ins Zeitalter der Elektromobilität überführt.
Wie es heißt, markiert der ID. California Cruise den Auftakt zu einer eigenständigen Familie vollelektrischer Campervans, die Schritt für Schritt bis 2028 ausgerollt werden soll – bis zum Serienstart ist es also nicht mehr so weit. Er kombiniert das unverwechselbare Design des ID. Buzz mit den cleveren Detaillösungen, die Bulli-Fans seit Jahrzehnten schätzen. Technische Details – Akkugröße, Reichweite, Gewicht und voraussichtlicher Preis – haben die Hannoveraner noch nicht verraten. Das soll in Düsseldorf nachgereicht werden. Wir sind gespannt.