Der neue BMW X5 („Geschaffen, um vorauszugehen“) setzt Maßstäbe – insbesondere als Elektroversion iX5 mit seinem gigantischen 141-kWh-Akku, der rasend schnell mit bis zu 460 kW nachladen kann. Doch unter dem Strich geht es bei dem SUV-Bayern aus Spartanburg / South Carolina um das Fahren, denn hier wollen die Entwickler mindestens genauso punkten wie bei den eindrucksvollen technischen Rahmendaten. Daher haben wir uns wohl den elektrischen BMW iX5 60 xDrive geschnappt und eine Runde durch die US-Südstaaten gedreht.
Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Die Unterschiede zur bisherigen G05-Generation sind imposant. Gerade im Komfortbereich hat der neue X5 (G65) deutlich gewonnen. Er profitiert von größeren Raddurchmessern und einer allerdings nur optional verfügbaren Luftfederung, die auf den meisten Märkten an eine Allradlenkung gebunden ist. Diese Option sollte man sich auf jeden Fall gönnen.

Für unsere kleine Testfahrt durch den Süden der Vereinigten Staaten stand ein Prototyp des iX5 zur Verfügung. Fotos: BMW
Dass der Oberklasse-SUV aus Spartanburg das erste Serienauto überhaupt mit fünf Antriebskonzepten ist, wird die potenziellen Kunden nur eingeschränkt interessieren. Denn die ab 2028 verfügbare Version mit Brennstoffzelle dürfte wegen des Mangels an Wasserstoff-Tankstellen vermutlich auf keine großen Stückzahlen kommen bekommen. Das ist bei der erstmals verfügbaren Elektrovariante des BMW iX5 sicher anders, der zum Start zunächst nur als 60er mit einem 425 kW (578 PS) starken Allradantrieb nebst 800-Volt-Bordnetz erhältlich ist. Der gigantische 141-kWh-Akku und eine Ladeleistung von bis zu 460 kW dürften auch manchen Verbrennerfan nicht nur ins Grübeln bringen. Zumal der BMW iX5 60 mit 102.800 Euro nicht mehr kostet als der 450 kW (612 PS) starke Plug-in-Hybrid.
Bei 210 km/h wird abgeregelt
Die Megabatterie – erstmals aus 12 Zentimeter hohen Rundzellen zusammengesetzt – und ein opulentes Paket an Komfort- und Sicherheitsausstattungen treiben das Leergewicht des BMW iX5 zwar auf wahnwitzige 2,9 Tonnen. Im Fahrbetrieb wird die Last jedoch eindrucksvoll überspielt. Dafür sorgt auf kurvenreichen Landstraßen ein vernetztes Fahrwerk. Der tiefe Schwerpunkt, die nicht zu leichtgängige Lenkunterstützung und eine feine Abstimmung von Rekuperation sowie echter Bremswirkung der Scheiben sind selbst im Prototypenstand überaus gelungen. Ein Wankausgleich sorgt dafür, dass der Aufbau des fast fünf Meter langen Elektrokolosses auch auf kurvenreichen Landstraßen stabil bleibt. Ein maximales Drehmoment von 805 Nm Drehmoment sorgen dabei für einen Schub, der jeden Vierfach-Turbo-Diesel vergessen macht.

Das 141 kWh große Akkupaket zwischen den Achsen sowie die Komfortausstattung treiben das Leergewicht des iX5 auf 2,9 Tonnen.
Im Citytempo, beim Abbiegen an der Kreuzung oder einem kleinen Zwischenspurt im fließenden Verkehr rund um Greenville fährt sich der Südstaaten-Schwerlaster dank der ebenso direkten wie leichtgängigen Lenkung und neu definierter Anknüpfungspunkte der Aufhängung deutlich handlicher, als man es vermuten mag. Der Abrollkomfort überzeugt dabei auch auf schlechten Fahrbahnbelägen und trotz der aufgezogenen 22-Zoll-Mischbereifung. Der Kunde kann beim neuen BMW X5 ganz nach sportlichem Anspruch und Budget zwischen 21-, 22- und 23 Zoll wählen, wobei die mittlere, gefahrene Wahl die beste sein dürfte.
Die Reichweite liegt je nach Fahrweise, Ausstattung und Reifenwahl bei mitunter weit über 800 Kilometern. Bitter: trotz des gewaltigen Schubs und großer Kraftreserven wird bei 210 km/h abgeriegelt. Das könnte BMW nicht nur in Deutschland ein paar Kunden kosten. Bestellstart ist in Deutschland am 8. Oktober.