Man mag angesichts der angespannten Finanzlage überrascht sein, dass BMW an seinem iX5 Hydrogen festhält, denn Geld dürfte mit der Brennstoffzellenversion, die ab 2028 in den Markt kommt, kaum zu verdienen sein. Zudem dürfte kaum kein Kunde eine Version mit Wasserstoffantrieb vermissen, denn alle bisherigen Modelle mit Brennstoffzelle von Toyota, Honda und Hyundai konnten sich weltweit nie durchsetzen. So überrascht es nicht, dass sich in Europa die ohnehin kleine Zahl von Tankstellen für Wasserstoff sich in den vergangenen Jahren stetig verkleinderte – aktuell können Brennstoffzellenautos nur noch an 179 Station mit 700 bar tanken.

Und der zunehmende Erfolg der Batterieautos sorgt kaum dafür, dass sich die Brennstoffzelle in einem Pkw langfristig durchsetzen wird. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland nicht einmal 50 Fahrzeuge mit einem solchen Antriebssystem neu zugelassen. Weltweit waren es kaum mehr als 16.000 Stück – vorrangig in Asien und besonders viele Nutzfahrzeuge.

Flaschenhals Tankstelle 
Derzeit gibt es in ganz Europa nur 179 Stationen, an denen Pkw mit 700 bar Wasserstoff tanken können. Die große Reichweite des BMW iX5 Hydrogen von bis zu 750 Kilometern ist da ein großer Vorteil. Der neue Hyundai Nexo kommt allerdings bis zu 826 Kilometer weit.
Flaschenhals Tankstelle
Derzeit gibt es in ganz Europa nur 179 Stationen, an denen Pkw mit 700 bar Wasserstoff tanken können. Die große Reichweite des BMW iX5 Hydrogen von bis zu 750 Kilometern ist da ein großer Vorteil. Der neue Hyundai Nexo kommt allerdings bis zu 826 Kilometer weit.

Trotzdem hält BMW an dem alternativen Antriebskonzept fest und bringt nach der Einführung des neuen X5 und iX5 nunmehr den iX5 Hydrogen in die nächste Entwicklungsstufe. Mittlerweile sind weltweit eine ganze Reihe von Prototypen auf Erprobungstouren unterwegs. Parallel laufen am österreichischen Motorenstandort Steyr die Vorbereitungen für die Industrialisierung und künftige Serienproduktion des Wasserstoff-Brennstoffzellensystems.

Reichweiten von bis zu 750 Kilometer sind das Ziel

Im Mittelpunkt der aktuellen Erprobung steht dabei die Absicherung des Gesamtsystems. Dabei sichern Entwicklungsteams die Funktion aller Einzelkomponenten ab und optimieren die komplexe Regelung der Systeme unter Last. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit des Antriebs auch unter schwierigen Bedingungen sicherzustellen und zugleich die bekannten BMW-Werte zu liefern.

„Unser Anspruch an den BMW iX5 Hydrogen ist klar: ein echter BMW. Dafür ist ein perfekt abgestimmtes Gesamtsystem entscheidend. Die aktuelle Erprobung zeigt, wie erfolgreich Brennstoffzellensystem, Hochvoltbatterie und elektrischer Antrieb bereits zusammenspielen und wie konsequent wir die Technologie in Richtung Serie entwickeln“, sagt Josef Hochreiter, Leiter Wasserstofffahrzeuge bei BMW.

Vorsichtiges Vortasten
Zu Demonstrations- und Erprobungszwecken rüstete BMW bereits 2024 rund 100 Exemplare des X5 mit einem Brennstoffzellenantrieb aus. Mit einer Füllung seines sechs Kilogramm fassenden Wasserstofftanks kam der SUV rund 500 Kilometer weit. Foto: Rother
Vorsichtiges Vortasten
Zu Demonstrations- und Erprobungszwecken rüstete BMW bereits 2024 rund 100 Exemplare des X5 mit einem Brennstoffzellenantrieb aus. Mit einer Füllung seines sechs Kilogramm fassenden Wasserstofftanks kam der SUV rund 500 Kilometer weit. Foto: Rother

Die Reichweite des BMW iX5 mit Brennstoffzelle soll bei 750 Kilometern liegen, bevor dieser wieder an die Wasserstoff-Tankstelle muss. Bei dem ausgedünnten Tankstellennetz ist die große Reichweite sicher kein Nachteil. Dabei folgt die Serienversion des BMW iX5 Hydrogen der ersten Elektroversion des iX5, die zum Ende des Jahres auf den Markt kommen soll. Der batterieelektrische BMW iX5 60e xDrive leistet mit seinen Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse 425 kW / 578 PS und ein maximales Drehmoment von 805 Nm. Dank einer riesigen 141-kWh-Batterie im Unterboden schafft der 2,9 Tonnen schwere Elektro-SUV mit einer Ladeleistung von bis zu 460 kW eine Reichweite zwischen 645 und 845 Kilometern.

In Sachen Motorleistung dürfte die Brennstoffzellenversion etwas darunterliegen. Deren Erprobung beginnt im hauseigenen Münchner Wasserstoffzentrum, die sich auf die Bauphase des Brennstoffzellensystems der dritten Generation vorbereitet. „Der Prototypenbau ist weit mehr als die Fertigung einzelner Komponenten. Jede Bauphase hilft uns dabei, Prozesse zu optimieren, Erfahrungen zu sammeln und dieses Wissen gezielt an die Teams in Steyr weiterzugeben. Damit schaffen wir die Grundlage für die nächsten Schritte auf dem Weg zur Industrialisierung“, erläutert Claudia Stephan, Leiterin Prototypenbau Brennstoffzelle. Bisher ging es in erster Linie um die Baubarkeit der Komponenten und die Befähigung der Lieferanten.

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