Als Citroën vor gut zwei Jahren den ë-C3 auf den Markt brachte, gelang den Franzosen ein Coup. Während viele andere Hersteller noch nach dem Ei des Kolumbus suchten, um ein bezahlbares Elektroauto realisieren zu können, hatten sie es in Paris schon gefunden. Der Kniff waren unter anderem neue Materialien und Fertigungskonzepte. Aktuell kostet der Citroën ë-C3 Standard Range mindestens 23.450 Euro. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass die Franzosen damals nicht mehr allzu viele Möglichkeiten haben, den Preis noch weiter nach unten zu drücken. Angepeilt war einmal ein Verkaufspreis von knapp 20.000 Euro.

Erst jetzt kommt man dem Ziel nahe: Der ë-C3 ist seit kurzem ab 20.140 Euro zu haben, in einer Urban Range genannten Version. Im Namen steckt schon der Schlüssel zum Geheimnis des günstigen Preises: Wenn man das teuerste Bauteil eines Elektromobils um rund ein Drittel reduziert, sind leicht ein paar tausend Euro zu sparen. Also schrumpfte man die Kapazität des Lithium-Eisenphosphat-Akkus für das neue Einstiegsmodell von 44,2 Kilowattstunden (43,8 netto) auf 30,3 kWh (29,3 netto) und senkte so die maximale WLTP-Reichweite von 322 auf 215 Kilometer. Zudem ist der elektrische Stadtstreicher nur in den einfachen Ausstattungsvarianten You und Plus erhältlich. Das reduziert die Komplexität in der Produktion und somit auch die Kosten.

Alles was man braucht 
Die Bedienung des kleinen Stromers gibt keine Rätsel auf, navigiert wird mit Google Maps über das Smartphone.
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Die Bedienung des kleinen Stromers gibt keine Rätsel auf, navigiert wird mit Google Maps über das Smartphone.

Letztendlich ist das nur konsequent. Denn der Urban Range ist das ideale Auto für städtische Pflege- und Kurierdienste. Da ist ein zu großer Akku meistens nur unnötig, weil ein teurer und schwerer Ballast. Das Laden ist allerdings ein Knackpunkt. Denn wer den Akku dreiphasig mit 11 kW befüllen will, um die Ladepausen zwischen den Einsätzen nicht zu lang werden zu lassen, muss 400 Euro zusätzlich auf den Tisch legen. Dann ist der Akku in etwa zwei Stunden und 50 Minuten von 20 auf 80 Prozent gefüllt. Das sind rund zwei Stunden weniger als mit dem serienmäßigen 7,4-kW-Bordladegerät. Lediglich für Nachtlader, die hauptsächlich Kurzstrecken zurücklegen, ist das nicht besonders relevant.

Kleiner Akku senkt Preis und Gewicht

Technisch ist der Urban Range ansonsten mit dem ë-C3 der Standardversion identisch. Beide nutzen die Smart-Car-Plattform von Stellantis und verfügen über Frontantrieb. Auch die Antriebsleistung ist mit 83 kW oder 113 PS und einem maximalen Drehmoment von 125 Newtonmetern identisch. Der Urban Range wiegt allerdings nur 1.413 Kilogramm und damit 78 Kilogramm weniger als die Variante mit der größeren Batterie. Die Unterschiede bei den Fahrleistungen sind trotzdem nur marginal: Den Sprint von null auf 100 km/h absolviert der Urban Range in zwölf, der Standard Range in elf Sekunden. Da ist nicht viel gewonnen. Dafür bleibt er bei der Höchstgeschwindigkeit (125 km/h ) um sieben km/h hinter dem Standard zurück. Vermutlich, um im Verkauf ein Differenzierungsmerkmal zu haben.

Kein Grund zur Eile
Maximal 50 km/h sind in der der Stadt erlaubt, auf der Landstraße maximal 100 km/h. Die Disziplinen meistert der Urban Range locker.
Nichts für Fast-and-Furious
Maximal 50 km/h sind in der der Stadt erlaubt, auf der Landstraße maximal 100 km/h. Die Disziplinen meistert der Urban Range locker.

Bei der Ausstattung beschränkt sich der Citroën ë-C3 Urban Range in der You-Version auf das Wesentliche. Die 16-Zoll-Stahlfelgen mit Radzierkappen werden die Zielgruppe kaum stören. Allerdings sind weder die dickeren Advanced-Comfort-Sitze noch das Fahrwerk mit den hydraulischen Anschlägen bei den Stoßdämpfern bei der serienmäßig. Nur wenn man sich für die 3.310 Euro teurere Plus-Ausstattung entscheidet, kommt man in den Genuss dieser Extras. Allerdings kostet der Urban Range dann genauso viel wie die Standard-Range-Version in der You-Konfiguration. Wir waren mit dieser Spezifikation und einigen Extras wie dem dreiphasigen 11-kW-Onboardlader unterwegs – zum Gesamtpreis auf 24.800 Euro.

Erstaunlich viel Platz im Innenraum

Auch mit der Kurzstreckenvariante ist man dann durchaus komfortabel unterwegs. Die leichte Wankneigung in schnell genommenen Kurven nimmt man gerne in Kauf, wenn Federn und Dämpfer die Schlaglöcher besser wegstecken. Im städtischen Gewusel hält der Citroën locker mit. Das geringere Gewicht ist da kein Nachteil. Ein Fast-and-Furious-Bolide ist der Citroën ë-C3 ohnehin nicht. In keiner Ausführung. Die reduzierte Längsdynamik schlägt sich auch im Verbrauch nieder. Citroën gibt einen Schnitt von 17,2 kWh/100 km an – das sind immerhin 0,1 kWh/100 km weniger als beim Standard Range.

Stromern ohne Platzangst
Trotz eines Radstands von nur 2,54 Meter finden auch Erwachsene auf der Rücksitzbank viel Knie- und Kopffreiheit vor. Fotos: Citroën

Die Raumökonomie unterscheidet sich natürlich nicht, da auch die Urban-Range-Version 4,01 Meter lang ist. Also sind auch bei ihr die Platzverhältnisse trotz des Radstandes von 2,54 Metern erstaunlich gut. Selbst auf der Rücksitzbank kommt keine Platzangst auf. Auch Erwachsene finden hier ausreichend Knie- und Kopfraum. Allerdings könnten die hinteren Türen etwas weiter aufschwingen, um den Einstieg zu erleichtern.

Smartphone-Halter statt Touchscreen

Der Kofferraum hat ein Volumen von immerhin 310 Litern, beim Umlegen der Rücksitzlehne wächst das Fassungsvermögen auf 1.188 Liter, aber es entsteht eine deutliche Stufe, die das Beladen erschwert. Beim Infotainment setzen die Franzosen nach wie vor auf ein schmales Anzeigenband und bei der Basisversion auf das Smartphone als Kommunikationszentrale. Das funktioniert übrigens wunderbar, wie wir schon bei anderen Tests festgestellt haben. Den 10,25 Zoll großen Touchscreen gibt es erst bei der zweiten Variante Plus.

Citroën war fast schon gezwungen, den ë-C3 Urban Range zu bringen. Zu stark ist aktuell die Konkurrenz durch den Dacia Spring Electric und den Leapmotor T03, die beide deutlich weniger als 20.000 Euro kosten. Und um die Ecke wartet schon der VW ID.Up.

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