Teilzeitstromer in zwei Versionen
Weiter im Text. Die reinen Verbrennerantriebe des Formentor ignorieren wir bei EDISON mal einfach. Interessanter sind für uns die beiden Plug-in-Hybrid-Kombinationen, wahlweise mit 150 kW (204 PS) oder nun 200 kW (272 PS) kurzzeitiger Gesamtleistung. Der dazugehörige Benziner ist jeweils der neue, 1,5 Liter große, vierzylindrige Turbobenziner, der im „kleineren“ Hybrid (der erst im Herbst mit einem Preisvorteil von bis zu 4000 Euro startet) mit nur 110 kW (150 PS) arbeitet. Im Topmodell hingegen darf er mit 130 kW (177 PS) mitspielen. Die Kraftverteilung übernimmt in beiden Fällen automatisch ein 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Alles klar?

Cupra bietet den Formentor in zwei Versionen als wiederaufladbaren Plug-in Hybrid an. Es gibt ihn mit 150 und nun auch mit 200 kW Antriebsleistung. Getestet haben wir die stärkere Version, die in 7,2 Sekunden auf Tempo 100 sprintet.
Getestet haben wir die stärkere 200-kW-Version, die laut Cupra in 7,2 Sekunden die klassische Tempo-Hundert-Grenze knacken und eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h bieten soll. Beinahe übersehen: die Tankgröße: Das Kasterl fasst nur 45 Liter Benzin bei den Plug-in-Hybriden, was aber im Bunde mit dem Stromanteil für eine Strecke von über 600 Kilometern reichen dürfte.
Kunterbunte Digitalwelt
So, auf die Plätze, fertig, los. Vor uns im digitalen Fahrerdisplay signalisieren mittig kleine Anzeigen die elektrische Reichweite, den Batterie-Ladezustand in Prozent und den aktuellen Stromverbrauch pro 100 Kilometer. Groß links zum Beispiel der Drehzahlmesser, rechts der Tacho. Wahlweise. Genau, die verschiedenen Belegungen des Fahrerdisplays lassen sich easy über die Lenkradtasten steuern. Und die jeweiligen Fahrmodi werden sogar mit neckischen Animationsbildchen garniert. Im oberscharfen Cupra-Modus sehen wir die schneidige Kurve einer Rennstrecke. Coole Idee.
Mittig der immerhin 12,9 Zoll große Screen des leicht zum Fahrer geneigten Infotainmentsystems, das uns geradezu Katarakte von Informationen aufbaut. Da könnte einer leicht die Übersicht verlieren. Gut, dass wir die Klimatisierung nach einem Klick für alle gewünschten vorderen und hinteren Bereiche jetzt direkt steuern können. Dazu die vielen Apps, alles ein bisschen bunter und sortierter als bisher. Wir können so eine Art Jalousie herunterziehen für die Shortwahl-Buttons, erhalten auch den zusätzlichen Touchzugriff auf die vier Fahrprofile: Comfort, Performance, CUPRA und Individual. Unter dem Bildschirm die jetzt beleuchteten Slider für Radiolautstärke und Temperaturwahl, die wir von VW kennen, aber, weil sie griffmäßig einfach unpraktisch sind, nicht so mögen.

Mittig thront, leicht zum Fahrer geneigt, der nun 12,9 Zoll große Touchscreen. Es baut gerade Katarakte von Informationen auf, wenn man das System erst einmal verstanden hat. Die vier Fahrmodi werden über runde Knöpfe am Lenkrad gewählt.
Sonst so? Natürlich das volle Ambiente-Lichttheater in allen Farbtönen. Dito auch vorn zwei USB C-Anschlüsse und eine induktive, sogar gekühlte Ladefläche für unsere Smartphones, die jetzt mit 15 Ampere lädt. Apples CarPlay und Android Auto mit der kompletten Einbindung sind selbstverständlich an Bord. Und per My CUPRA-App lässt sich das Auto, wie auch bei anderen Marken üblich, aus der Ferne in etlichen Funktionen bedienen.
Nette Spielerei: Auch der gewünschte, künstliche Sound lässt sich einstellen. Ja, großes Handschuhfach und mittig eine komfortable, längs schön verschiebbare Armlehne. Sogar eine seitliche Polsterung für die Beine gibt es. Und die rasante VZe-Hybridversion lässt sich auf Wunsch mit Brembo-Bremsen aufrüsten: gelochte Scheibenbremsen im Format 370×32 Millimeter, die noch energischer zubeißen sollen.
200 Kilo schwerer Akku im Heck
Speziell für die Plug-in-Hybride gibt es hier die Touch-Wahl fürs gewünschte Stromer-Programm. Entweder den reinen Elektromodus, den wir gewählt haben oder den kombinierten Hybridmodus. Dazu einstellbar die Stärke der Rekuperation, also der Energie-Rückgewinnung beim Rollen oder Bremsen. Hier in drei Stufen: schwach, automatisch oder stark. Zudem lässt sich das aktuelle Batterie-Level für spätere Situationen einfach halten. Der Klassiker. Falls wir uns zum Beispiel irgendwo unauffällig anschleichen wollen.
Zwischendurch haben wir mal fix das neue Hifi-Audio-Soundsystem von Sennheiser ausprobiert, das hier mit 11 Lautsprechern und einem Subwoofer wummert. Das 390-Watt-System nutzt die AMBEO Concerto-Software des Spezialisten, die uns, wenn wir den Werbesprech ernst nehmen, magische Audio-Erlebnisse bieten und die essenziellen Bestandteile jedes einzelnen Musikstücks herausarbeiten soll. Was bitte sollen wir jetzt sagen? Okay, klingt tatsächlich aufregend und elegant, also beste Grüße ins Sennheiser-Hauptquartier Wedemark-Wennebostel.

Das einstige Laboratorium Wennebostel aus der Wedemark bei Hannover – heute als Sennheiser bekannt – hat das Soundsystem für den Cupra Formentor entwickelt. Das Ergebnis kann sich hören lassen.
Wie sich der neue Plug-in-Hybrid denn fährt? In etwa so scharf wie dieser Fronttriebler ohnehin aussieht. Sensibles Ansprechen, Exaktheit auf der Ideallinie. Bemerkenswert satte Straßenlage auch bei höheren Geschwindigkeiten. Was die MQB-Evo-Architektur des VW-Konzerns mit einer hier optimierten Achslastverteilung – vorn und hinten jeweils etwa 50 Prozent – eben so hergibt. Bei letzterem spielt natürlich die im Heck platzierte, gut 200 Kilo schwere Lithium-Ionen-Batterie die gewichtige Rolle.
Was kostet der Spaß – und womit dürfen wir noch rechnen? Das erfahren Sie im letzten Teil.