Auf der IAA Mobility 2025 (7. bis 14. September) in München zeigte sich einmal mehr, dass die Zukunft der Mobilität nicht allein in Stuttgart, Wolfsburg oder München gestaltet wird. Auch aus China kommen starke Impulse – etwa von DeepRoute.ai. Das Start-up aus Shenzhen gehört dort längst zu den Pionieren des autonomen Fahrens. Mehr als 100.000 Fahrzeuge sind in China bereits mit der intelligenten Technik des Unternehmens unterwegs, viele davon als Robotaxis in Städten wie Wuhan oder Shenzhen. Nun wagt das Unternehmen den Sprung nach Europa und will auch hier zum festen Bestandteil der Mobilität der Zukunft werden.

Im Mittelpunkt steht dabei die neue Plattform DeepRoute IO 2.0, die in München erstmals vorgestellt wurde. Sie basiert auf einem sogenannten VLA-Modell (Vision-Language-Action), das Kamera- und Sprachinformationen mit konkreten Fahraktionen verknüpft. Damit kann das System nicht nur Verkehrszeichen erkennen, sondern auch komplexe Situationen wie blockierte Straßen oder enge Kreuzungen meistern – und dabei ähnlich vorausschauend reagieren wie ein menschlicher Fahrer. Schon heute beweist die Technik in China Alltagstauglichkeit, jetzt soll sie für die Bedingungen auf europäischen Straßen optimiert werden.

Autonom Fahren im Schritttempo
In China wird die Technik von DeepRoute.ai bereits genutzt, um selbstfahrende Kleintransport durch die Stadt zu schicken.
Autonom Fahren im Schritttempo
In China wird die Technik von DeepRoute.ai bereits genutzt, um selbstfahrende Kleintransport durch die Stadt zu schicken.

Einen starken Partner hat DeepRoute.ai dafür an seiner Seite: Qualcomm Technologies. Gemeinsam entwickeln beide Unternehmen kosteneffiziente, leistungsstarke Systeme für Fahrerassistenz und hochautomatisiertes Fahren. Herzstück ist dabei die Snapdragon Ride Plattform, die zusammen mit DeepRoute-Algorithmen Funktionen wie „Navigation auf Autopilot“ in der Stadt, Autobahnassistenten oder automatisiertes Parken möglich macht.

Ziel ist es, die Technologie global einsetzbar und gleichzeitig für Hersteller finanziell attraktiv zu machen. DeepRoute.ai hat nach eigenen Angaben bereits fünf bestätigte OEM-Partnerschaften für den Einsatz von DeepRoute IO 2.0 abgeschlossen, darunter mit Smart und Great Wall Motors (GWM). Die ersten Serienfahrzeuge sollen noch in diesem Jahr auf den Markt kommen.

Hürden in Europa

Doch so vielversprechend die Technik klingt, in Europa sind die Hürden hoch. Zulassungsverfahren sind streng, die Rechtslage komplex – und nicht zuletzt spielt die Akzeptanz der Fahrer eine große Rolle. Während in chinesischen Metropolen bereits Tausende von Menschen täglich in Robotaxis steigen, blicken viele Europäer der Technik noch skeptisch entgegen. Fragen nach Sicherheit, Haftung und Vertrauen sind längst nicht geklärt. Auch der Ausbau der digitalen Infrastruktur hinkt hinterher – ohne zuverlässige Netze und Datenanbindung stoßen selbst die besten Systeme schnell an ihre Grenzen.

DeepRoute.ai kündigte auf der Messe zwar an, ein eigenes Entwicklungszentrum in Deutschland aufzubauen, um die Lösungen an hiesige Bedingungen anzupassen und gemeinsam mit . Doch ob die internationale Expansion gelingt, hängt nicht nur von Technik und Kosten ab, sondern auch von der Bereitschaft europäischer Behörden, Hersteller und Kunden, diesen großen Schritt mitzugehen.

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